zurück zur Übersicht
23.10.2019
215 Klicks
teilen

Wenn aus Nachbarn Partner werden

Klattau. So wie sich die Zeiten ändern, ändert sich auch die Wirtschaft. Im bayerisch-böhmischen Grenzraum wird das besonders deutlich. Nutzten früher die deutschen Firmen den benachbarten Wirtschaftraum wegen günstigerer Personal- und Produktionskosten, begegnen sich heute beide Länder auf Augenhöhe – und stehen auch vor den gleichen Herausforderungen, wie Bertram Vogel, Geschäftsführer des Niederbayern-Forums, betont. „Durch die Kontakte, den Austausch und die Kooperationen können viele Synergien genutzt werden, die sich für alle Beteiligten positiv auswirken“, hob Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin der Europaregion Donau-Moldau (EDM) hervor.

Auch Hochschulen gaben Einblick in ihre Angebote: Dr. Milan Edl, Dekan Fakultät Maschinenbau der Westböhmischen Universität in Pilsen (v.l.), Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident von Niederbayern, Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern Böhmen, Marc Bicker, Leiter ITZ Hochschule Landshut und Bertram Vogel, Geschäftsführer des Niederbayern-Forums.
Auch Hochschulen gaben Einblick in ihre Angebote: Dr. Milan Edl, Dekan Fakultät Maschinenbau der Westböhmischen Universität in Pilsen (v.l.), Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident von Niederbayern, Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern Böhmen, Marc Bicker, Leiter ITZ Hochschule Landshut und Bertram Vogel, Geschäftsführer des Niederbayern-Forums.


Der Trägerverein der EDM und das Niederbayern-Forum hatten am Mittwoch zur dritten grenzübergreifenden Bayerisch-Tschechischen Unternehmensbörse in das tschechische Klattau eingeladen und rund 100 Aussteller sowie gut 300 Besucher nutzten diese Möglichkeit des wirtschaftlichen Austausches.

Der niederbayerische Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der zugleich Vorsitzender beider Vereine ist, verwies als Schirmherr darauf, dass über 3.000 bayerische Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu Tschechien unterhalten und mehr als 350 Firmen mit einer Niederlassung vertreten sind. Mit der Unternehmensbörse wolle man Wirtschaftspartner zusammenbringen und damit neue grenzübergreifende Kooperationen initiieren. „Durch Vertrauen, Kommunikation und Kooperation wird unsere Region auch in Zukunft stark und konkurrenzfähig sein“, so Heinrich, der die Veranstaltung auch als „großartiges Zeichen für gelebte europäische Werte“ verstand.

Freuten sich über den Erfolg der 3. Unternehmensbörse: Radek Pasava, Wirtschaftskammer des Bezirks Karlsbad (hi. v. l.), Rudolf Salvetr, Bürgermeister der Stadt Klatovy, Willi Killinger, stv. Landrat des Landkreises Regen, Daniel Schmidbauer, Werkleiter Metall, Firma HEYCO,  Dr. Martin Dvorák, Geschäftsführer Firma Zambelli, Bertram Vogel, Geschäftsführer des Niederbayern-Forums, Kaspar Sammer, Geschäftsführer Europaregion Donau-Moldau (vo. v. l.), Radka Trylčová, Direktorin Wirtschaftskammer des Bezirks Pilsen, Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern Böhmen, Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident von Niederbayern.Freuten sich über den Erfolg der 3. Unternehmensbörse: Radek Pasava, Wirtschaftskammer des Bezirks Karlsbad (hi. v. l.), Rudolf Salvetr, Bürgermeister der Stadt Klatovy, Willi Killinger, stv. Landrat des Landkreises Regen, Daniel Schmidbauer, Werkleiter Metall, Firma HEYCO,  Dr. Martin Dvorák, Geschäftsführer Firma Zambelli, Bertram Vogel, Geschäftsführer des Niederbayern-Forums, Kaspar Sammer, Geschäftsführer Europaregion Donau-Moldau (vo. v. l.), Radka Trylčová, Direktorin Wirtschaftskammer des Bezirks Pilsen, Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern Böhmen, Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident von Niederbayern.


Zwei Referenten gaben den Besuchern aus den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik, IT, Automotive und diesmal auch dem Bauwesen anfangs Einblicke in grenzüberschreitende Erfolgsgeschichte: Daniel Schmidbauer, Werkleiter Metall im HEYCO-Werk Süd, blickte auf die Entwicklung seiner Firma zurück, die 1936 gegründet, 1960 nach Bayern kam und schon 1995 einen Standort in Tschechien aufbaute. „Anfänglich als verlängerte Werkbank, heute arbeitet der Standort völlig eigenständig“, so Schmidbauer. Nach vielen Investitionen in Maschinen habe sich der Umsatz in den vergangenen drei Jahren verdoppelt und auch in Zukunft stehen Baumaßnahmen an, um den Standort weiter auszubauen.

Genau wie sein Vorredner war auch Dr. Martin Dvořák, Geschäftsführer Zambelli-Technik, zum ersten Mal bei der Unternehmensbörse vertreten. Er zeigte auf, wie die erfolgreiche Struktur der Firmengruppe Zambelli im Austausch zwischen Südböhmen und Bayern im Laufe der Jahre gewachsen ist.

Rund 100 Aussteller aus Bayern und Böhmen präsentierten sich auf der Unternehmensbörse – im Bild die Firma Heyco, über die Werkleiter Metall, Daniel Schmidbauer (r.), informierte.Rund 100 Aussteller aus Bayern und Böhmen präsentierten sich auf der Unternehmensbörse – im Bild die Firma Heyco, über die Werkleiter Metall, Daniel Schmidbauer (r.), informierte.


Beide zogen ein sehr positives Fazit der Veranstaltung, denn vor allem der Austausch in persönlichen Gesprächen auf der Messe sei „sehr interessant“ gewesen. „Wir konnten viele neue Kontakte zu unterschiedlichen Branchen knüpfen“, so Dvorák, der beim nächsten Mal unbedingt wieder dabei sein will.

Solche Rückmeldungen freuen natürlich auch Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin der EDM, die sowohl im Vorfeld, als auch bei der Unternehmensbörse selbst und danach, interessierte Partner dies- und jenseits der Grenze zusammenbringt. „Das Feedback war auch diesmal wieder riesig. Viele Teilnehmer, die beim letzten Mal dabei waren, haben mir davon berichtet, dass sie sehr von den Kontakten profitiert haben. Sie merken, wie groß das Potential ist und nutzen wieder gerne die Unternehmensbörse, um weitere Kooperationen aufzubauen.“

Auch Bertram Vogel ist hocherfreut, dass sich dieses Format als „zentrale Drehscheibe im grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum“ etabliert hat. „Die Firmen in beiden Ländern stehen vor den gleichen Herausforderungen und es ist sehr sinnvoll, gemeinsam an diesem spannenden Wirtschafts- und Entwicklungsraum zu arbeiten und ihn auch über die Grenzen hinweg nach außen zu präsentieren.“


- sb |


Bezirk NiederbayernLandshut

Quellenangaben

Bezirk Niederbayern
Fotos: EDM



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Landshuter Unternehmen setzen Akzente für die ZukunftLandshut Mit der Auszeichnung ‚TOP-Unternehmen Niederbayerns‘ zeichnet der Verein Niederbayern-Forum e. V. gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten Firmen mit Hauptsitz in Niederbayern aus, die sich unabhängig von ihrer Größe und Branche durch Leistungskraft, Innovation und Engagement für die Heimatregion hervorgetan haben. Nun wurden drei Unternehmen aus dem Landkreis Landshut in der staatlichen Fachschule für Gartenbau am Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn des Bezirks Niederbayern ausgezeichnet.Mehr Anzeigen 23.09.2019Museumsleiter Dr. Martin Ortmeier geht in den RuhestandLandshut Dr. Martin Ortmeier (63) tritt zum 31. Dezember 2019 in den Ruhestand. Auf seinen Antrag hin wird das Arbeitsverhältnis mit dem Zweckverband Niederbayerische Freilichtmuseen zu diesem Zeitpunkt beendet.Mehr Anzeigen 22.09.2019Personalvertreter der Bayerischen Bezirke schlagen AlarmStraubing Große Befürchtungen hegt die Arbeitsgemeinschaft der Gesamtpersonal- und Betriebsräte bei den Bayerischen Bezirken (AGBB), was die zukünftige Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen betrifft. Hintergrund sind die neuen Personalmindestvorgaben, die am 19. September vom Gemeinsamen Bundesausschuss veröffentlicht werden. Die Richtlinie zur Personalausstattung in den Psychiatrischen und Psychosomatischen Krankenhäusern soll die bisher geltende Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) ab 1. Januar 2020 ablösen und für die nächsten Jahre die psychiatrische Versorgung in den stationären Einrichtungen sicherstellen.Mehr Anzeigen 17.09.2019Ein Schmuckstück für den OrtskernRinchnach 140 Jahre ist es alt und prägt seither das Ortsbild von Rinchnach. 2001 trug sich die Gemeinde erstmals mit dem Gedanken, das denkmalgeschützte „Weiße Schulhaus“ zu sanieren, doch an die Umsetzung ging es erst Jahre später, als man in ein Sonderförderprogramm aufgenommen wurde, das eine 80-prozentige Förderquote ermöglichte.Mehr Anzeigen 13.09.2019Eine eigene Polizeiakademie für NiederbayernLandshut Die niederbayerische Polizei benötigt eine regionale Ausbildungsstätte für Polizeianwärter. Vertreter der Bezirksgruppe Niederbayern der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich plädierten bei einem Fachgespräch in der Bezirkshauptverwaltung in Landshut für eine rasche konkrete Umsetzung der Beschlüsse der Bayerischen Staatsregierung.Mehr Anzeigen 25.08.2019Gründung eines EVTZ soll Fahrt aufnehmenLandshut Oberösterreich macht derzeit gewaltig Dampf in Sachen Gründung eines EVTZ. Das österreichische Land will forcieren, dass die Europaregion Donau-Moldau (EDM), ein Zusammenschluss von sieben Regionen in Bayern, Österreich und Tschechien, einen Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit gründet und somit eine eigene Rechtspersönlichkeit bekommt, um in der neuen Brüsseler Förderperiode besser an EU-Mittel zu gelangen.Mehr Anzeigen 10.08.2019