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05.02.2019
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Schneeschuhwanderer stecken im Tiefschnee fest

Fast auf den Tag genau nach der nächtlichen Vermisstensuche im Januar 2018, über die die Presse in ganz Deutschland berichtet hatte, hätte sich am Dienstag beinahe ein ähnliches Drama zugetragen. Was war passiert?

Um 15.14 Uhr wurde der diensthabende Einsatzleiter des Einsatzleitbereichs Nationalpark von der Integrierten Leitstelle Passau alarmiert, dass zwei Schneeschuhwanderer im Tiefschnee feststeckten.

Die beiden Oberpfälzer wollten von Mauth aus über den Tummelplatz und den Sulzriegel zum Lusen, brachen aber im über zwei Meter tiefen Schnee immer wieder zum Teil mannshoch ein. Nachdem einer der beiden Männer auch noch einen Schneeschuh verloren hatte, waren sie am Sulzriegel mit ihren Kräften am Ende und verständigten die Bergretter.

Mit Blickkontakt von Osten zum Lusenschutzhaus konnten sie ihren Standort relativ gut beschreiben.

Insgesamt machten sich neben dem Einsatzleiter vier Grafenauer und drei Wolfsteiner Bergwachtler mit Motorschlitten und ATV unverzüglich auf den Weg.

Sigi Stockbauer hatte zwischenzeitlich Kontakt zum bereits von der Leitstelle auf Weg geschickten Christoph 15 mit Standort in Straubing aufgenommen und erfahren, dass der Heli ohne Luftretter unterwegs sei. Unverzüglich wurde der Grafenauer Ausbildungsleiter und Luftretter Matthias Stockbauer von der Arbeitsstelle abberufen und zum Krankenhaus Grafenau beordert.

Kaum fertig umgezogen war der Heli auch schon da, nahm Stockbauer bei laufender Maschine auf und weiter ging es Richtung Lusen, zunächst über die Felswanderzone, ostseitig vorbei am Großalmayerschloss und Tummelplatz, immer direkt an der Unterkante der tiefhängenden Wolken, der Sulzriegel Gipfel war nur selten zu sehen. Anschließend drehte der Hubschrauber von Nord-Ost her zur mutmaßlichen Einsatzstelle ein.

Durch den Schnee konnte die Crew die beiden, die sich auch durch Winken bemerkbar gemacht hatten, relativ schnell etwa auf halber Höhe zwischen Sulzriegel Gipfel und dem Wanderweg Lusen-Tummelplatz am Westhang orten.

Notarzt und Luftretter wurden aus circa 12 Metern Höhe abgewincht, der erste Patient wurde erstversorgt, zusammen mit dem Notarzt zum Hubschrauber aufgewincht und nach Finsterau geflogen. Dort hatte man zwischenzeitlich den Sportplatz zu Landung vorbereitet, ein Bergretter stand zur Einweisung des Heli bereit.

 

Matthias Stockbauer kümmerte sich währenddessen um den zweiten Wanderer, sorgte für dessen Wärmeerhalt, verstaute die Utensilien der beiden sicher an sich selbst und musste kurzfristig sogar befürchten, dass der hereinziehende Nebel die Rettung per Heli unmöglich macht.

 

Im nächsten Anflug wurde das zur Rettung erforderlich Equipment abgelassen, Stockbauer machte den Erschöpften fertig zum Transport und im vierten Anflug wurden die beiden dann zum Heli hochgewincht. In einem schmalen Band zwischen Baumwipfeln und Nebelwand ging es dann ebenfalls nach Finsterau.

 

Das Ganze hört sich relativ einfach an, doch – wie Einsatzleiter Sigi Stockbauer meinte, hätte es recht ungut ausgehen können; aufgrund der Schneehöhe wäre eine Rettung mittels Motorschlitten oder ATV unmöglich gewesen. Ohne Einsatz des Hubschraubers mit Winde oder bei fehlendem Flugwetter hätten die Bergretter die zum Transport erforderliche Ausrüstung schulternd auf Skiern aufsteigen müssen, eine zeit- und kräfteraubende Angelegenheit, die die Bergung der beiden Schneeschuhwanderern um Stunden verzögert hätte. Nachdem einer der beiden bereits deutlich unterkühlt war, hätte das bei den derzeit herrschenden Temperaturen auch tödlich enden können.

 

Und besonders gefreut haben sich die Grafenauer und Wolfsteiner Bergretter am nächsten Tag über ein dickes Lob vom Landesarzt der Bergwacht Bayern, Prof. Dr. Matthias Jacob, über den reibungslosen und perfekten Ablauf der Rettungsaktion.

 


- dt


Bergwacht GrafenauGrafenau

Quellenangaben

Silvia Deigentesch - Bergwacht Grafenau



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