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05.07.2020
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Eichenspinnerraupenbefall auch im Landkreis möglich

Auch in diesem Jahr wurde in der Gemeinde Metten im Nachbarlandkreis Deggendorf wieder ein Befall mit der Raupe des Eichenprozessionsspinners festgestellt.
Im Landkreis Freyung-Grafenau ist zum Glück noch kein Befall bekannt geworden, doch durch die Klimaerwärmung ist es durchaus möglich, dass die Raupe auch im Landkreisgebiet auftritt.
Der Eichenprozessionsspinner ist ursprünglich ein Insekt des Offenlandes. Er trat zunächst vor allem an einzelnstehenden Eichen in Parkanlagen, an Alleen, auf Parkplätzen und an Waldrändern auf. Seit Ende der 1990er Jahre befällt er auch flächig geschlossene Waldbestände.
Lebensweise des Eichenprozessionsspinners: Er lebt ausschließlich an Eichen. In Deutschland sind dies Trauben-, Stiel- und Roteichen. Die Weibchen legen im Herbst ihre Eier an dünne, sonnige Äste der Krone. Die Raupen schlüpfen noch im selben Jahr, überwintern aber am Ast und beginnen Mitte April mit dem Blatttrieb, die jungen Blätter der Bäume zu fressen. Um zu den besten Fressplätzen zu gelangen, wandern die Raupen nachts gruppenweise in Prozessionen den Stamm auf und ab. Dieses Verhalten gab der Insektenart ihren Namen. Die Raupen leben von Anfang an in Familiengruppen. Ab dem dritten Larvenstadium bilden sich die gefährlichen Brennhaare aus. Diese dienen dem Eichenprozessionsspinner als Schutz gegen Fressfeinde. Erst ab dem fünften Larvenstadium legen sie die charakteristischen Gespinste an den Bäumen an.

Raupen, die sich noch nicht in Nester zurückgezogen haben.Raupen, die sich noch nicht in Nester zurückgezogen haben.


Auf dem Hinterteil der Eichenspinnerraupe befinden sich die Härchen, die das Nesselgift enthalten. Bekanntermaßen kann das Gift eine (pseudo-)allergische Reaktion u. a. mit einem charakteristischen Hautausschlag und starkem Juckreiz hervorrufen. Die Gifthaare enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein, brechen sehr leicht ab und dringen allein von der Reibung angetrieben, passiv in die Haut ein.
Neben der akuten Symptomatik findet zusätzlich eine Sensibilisierung des Immunsystems statt, d. h. bei einem erneuten Kontakt wird die lokale und systemische Reaktion des Körpers stärker.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen nach einem Kontakt mit den Brennhaaren des EPS:

  • Allergische Reaktionen der Haut bei Hautkontakt
  • Augenbindehautentzündung/Hornhautentzündung
  • Entzündungen im Rachenbereich und in den oberen Luftwegen bei inhalativer Aufnahme
  • Zusätzliche Symptome Gastrointestinale Beschwerden, Schwindel, Schüttelfrost, Fieber und anaphylaktische Reaktionen in Einzelfällen
  • Krankheitsdauer 2 Tage bis 2 Wochen

Raupennester, so wie sich der derzeitige Entwicklungszustand an den Bäumen zeigt.
Raupennester, so wie sich der derzeitige Entwicklungszustand an den Bäumen zeigt.

Maßnahmen nach erfolgtem Kontakt:

  • Sofortiger Kleiderwechsel
  • Haut, Haare und Augen mit viel Wasser spülen (betroffene Hautpartie trockentupfen nicht trockenrubbeln)
  • Betroffene Hautpartien mit Kaltkompresse kühlen
  • Bei schwerwiegender Reaktion Arzt konsultieren

Wenn verdächtige Raupenansammlungen an Eichen in der Nähe von Wohnbebauungen beobachtet werden, sollte dies sofort der betreffenden Gemeinde gemeldet werden.
Verwechslungsmöglichkeit mit der harmlosen Gespinstmotte: Nicht alle Raupen in Nestern an Bäumen oder Sträuchern sind giftig. Die Traubenkirschen-Gespinstmotte beispielsweise ist für den Menschen ungefährlich. Sie bildet von Mai bis Juni weitläufige silbrige Nester, die oft den gesamten Baum einnehmen. Ein gespenstischer, aber harmloser Anblick. Zu unterscheiden sind die Arten anhand der Raupen. Der Eichenprozessionsspinner ist dunkel mit langen Haaren, die Raupen der Gespinstmotte sind gelblich-weiß mit schwarzen Punkten. Außerdem haben die Raupen keine Haare.

Fachliche Informationen im Internet:
http://www.lwf.bayern.de/waldschutz/pflanzenschutz/237235/index.php
http://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/service/dateien/mb15_eichenprozessionsspinner.pdf


- SB


Landratsamt Freyung-GrafenauFreyung

Quellenangaben

Landratsamt Freyung-Grafenau
Fotos: Landratsamt Deggendorf

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