zurück zur Übersicht
22.03.2020
354 Klicks
teilen

Kröten, Molche und Co sind wieder auf Wanderschaft

Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche machen sich in diesen Tagen wieder auf Wanderschaft. Damit sie auf ihren beliebten Routen unbeschadet über die Straßen zu ihren Laichgewässern kommen, wurden im Nationalpark Bayerischer Wald an kritischen Stellen Amphibienschutzzäune aufgestellt.

„Wir beobachten weltweit und auch in Deutschland immer mehr den Rückgang von Amphibien“, erklärt Jochen Linner, der bei der Nationalparkverwaltung für Natur-, Arten- und Biotopschutz zuständig ist. Der Schutz dieser Tiere gewinne wird daher immer wichtiger. „Auch bei uns im Nationalpark wollen wir noch bestehende Populationen schützen und bewahren – wie eben mit Amphibienschutzzäunen.“

An drei Stellen im Nationalpark werden die zirka 40 Zentimeter hohen Zäune aufgestellt, und zwar bei Zwieslerwaldhaus, bei Spiegelau/Neuhütte und bei der Bergerbrücke zwischen St. Oswald und Altschönau. Zweimal täglich kontrollieren Mitarbeiter die Eimer und bringen die Kröten über die Straße zu ihren Laichgewässern. Ab diesem Jahr spielt dabei die Hygiene eine wichtige Rolle. „Seit einigen Jahren werden zunehmend tödliche Infektionen beobachtet, die durch Pilze und Viren ausgelöst werden“, erklärt Helmut Hackl, Mitarbeiter im Naturschutz. Gegenwärtig gelte der Bayerischer Wald noch als nicht betroffen, um die Ausbreitung dieser neuen Krankheiten zu verlangsamen, müssen laut Hackl verschiedene Maßnahmen bei der Arbeit mit den Amphibien eingehalten werden. „Dazu gehört zum Beispiel das Tragen von Handschuhen oder die gründliche Reinigung der Eimer und Schuhe.“

Ein 40 Zentimeter hoher Fangzaun wurde von Nationalparkmitarbeitern zwischen St. Oswald und Altschönau aufgebaut.Ein 40 Zentimeter hoher Fangzaun wurde von Nationalparkmitarbeitern zwischen St. Oswald und Altschönau aufgebaut.


Im vergangenen Jahr konnte durch die Schutzmaßnahmen insgesamt 540 Erdkröten, 29 Grasfrösche und 242 Bergmolche bei ihrer Wanderung geholfen werden. „An manchen Bereichen müssen wir die Tiere nicht nur zu ihren Laichplätzen bringen, sondern auch wieder zurück. Gerade bei der Bergerbrücke treten die Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche auch wieder den Rückweg an“, erklärt Linner. Deshalb werden die Zäune oft auch erst Anfang Mai abgebaut.
Neben den Fangzäunen weist Linner noch auf eine weitere Maßnahme hin, und zwar die grünweißen Krötenwarnschilder, die entlang der Nationalparkbasisstraße im Bereich Waldhäuser und Mauth aufgestellt wurden. „Wir wollen die Autofahrer dafür sensibilisieren, in diesen Bereichen langsamer zu fahren.“ In der Einmündung zu Waldhäuser gibt es das Warnschild schon seit einigen Jahren. „Hier werden nur noch wenige Tiere überfahren “, erklärt Linner, der weiterhin an die Rücksicht der Autofahrer appelliert.


- sb


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Ein Netzwerk zum Schutz der Vögel geknüpftNeuschönau (Altschönau) Seit 40 Jahren gibt es die europäische Vogelschutzrichtlinie. Ein Jubiläum, das auch für den Nationalpark Bayerischer Wald ein Grund zum Feiern war. Zusammen mit der Regierung von Niederbayern fand daher auf der Waldwiese im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Lusen in Altschönau eine kleine Feierstunde statt, die Teil einer Veranstaltungsreihe war.Mehr Anzeigen 12.06.2019Nationalpark-Tierpfleger hat ein Leben gerettetHohenau Im Mai vergangenen Jahres hat Andreas Hackl, Tierpfleger beim Nationalpark Bayerischer Wald, etwas getan, das ihn wohl sein ganzes Leben begleiten wird: Er hat einem unbekannten Leukämiepatienten Stammzellen gespendet.Mehr Anzeigen 09.04.2019550 Fotofallen für Hirsch, Reh und WildschweinSankt Oswald Wie viele Rehe streifen eigentlich im Wald umher? Wie sieht’s beim restlichen Schalenwild, also Rothirsch, Wildschwein, Gams und Co., aus? Und welchen Einfluss haben die Tiere auf die Waldentwicklung?Mehr Anzeigen 06.04.2019Nationalpark hilft Kröten und Molchen über die StraßeSpiegelau Frühlingszeit ist auch im Nationalpark Bayerischer Wald Krötenwanderzeit. Die Amphibien ziehen derzeit zu ihren Laichgebieten und müssen dabei auch Straßen überqueren.Mehr Anzeigen 26.04.2018Vorsicht, die Laichzeit der Amphibien läuftRegen Wenn die Bodentemperatur (auch Nachts) auf zirka fünf Grad Celsius steigt, und vor allem bei Regen, räumen viele Molche und Frösche ihre Winterquartiere im Wald.Mehr Anzeigen 13.04.2018Hier entsteht das Mobiliar für die RacheldiensthütteGrafenau Aktuell sind die Rückenlehnen der Bänke an der Reihe. Hans-Georg Simmet und Martin Pauli zimmern seit einigen Wochen am neuen Mobiliar für die Racheldiensthütte. Auch Tische, Stühle und Hocker entstehen im Nationalpark-Betriebshof bei Altschönau in Eigenregie.Mehr Anzeigen 29.04.2017