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11.01.2020
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„Hier ist höchste Konzentration und vorausschauendes Fahren gefragt“

Besondere Aufmerksamkeit, größte Vorsicht und vor allem höchste Konzentration sei immer dann erforderlich, wenn die Integrierte Leitstelle in Passau (ILS) die Rettungskräfte zu einem Einsatz mit dem Transportinkubator rufen – „Man kann sagen: Es ist ein transportabler Brutkasten. Ein kleiner beheizter Raum, montiert auf einer Rettungstrage mit einer enormen medizintechnischen Ausstattung“, zeigt Werner Kloiber, Leiter des Malteser-Rettungsdienstes, das Gerät, dass sich im Normalfall stets einsatzbereit auf der Intensivstation der Kinderklinik Dritter Orden Passau befindet. Der Inkubator steht für den Transport von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen bereit und verfügt über zahlreiche technische Feinheiten und Funktionen: „Wir können hier die Temperatur steuern, das Gasgemisch in der Umgebung des Neugeborenen ändern, also beispielsweise die Sauerstoffkonzentration erhöhen“, gibt Kloiber eine Einweisung. Zudem verfüge der Inkubator über ein Beatmungsgerät, Spritzenpumpen und einen speziellen Monitor zur Überwachung der Herztätigkeit – und das alles für unterwegs! „Der Transport von den Allerkleinsten stellt unser Team immer vor ganz besondere Herausforderungen – da ist die Anspannung meist sehr groß“, erzählt Werner Kloiber. „Sie müssen sich vorstellen: Das Gehirn von Frühgeborenen ist noch nicht ausgereift. Jede Erschütterung ist hier gefährlich. Außerdem liegen die winzigen Babys ja nicht festgegurtet im Inkubator – hier ist wirklich größte Vorsicht geboten.“
Seit knapp fünf Jahren ist der 49-Jährige Leiter für den gesamten Rettungsdienstbereich der Malteser – also die Landkreise Freyung-Grafenau, Passau sowie die kreisfreie Stadt Passau. „Wir haben ein großes Einsatzgebiet, aber können dies gut abdecken, auch weil wir hervorragend mit dem BRK zusammenarbeiten – teilweise auch Standorte gemeinsam bedienen“, so Werner Kloiber. Geht ein Notruf für den Transportinkubator ein, dann werde dieser von den Rettungskräften bedient, die am schnellsten vor Ort sein können, egal ob BRK oder Malteser – „sämtliche Fahrzeuge sind ja mit GPS ausgestattet und können überall geortet werden.“

Werner Kloiber (Leiter des Malteser-Rettungsdienstes) zeigt den Transportinkubator auf der Intensivstation in der Kinderklinik Dritter Orden Passau – mit Kinderkrankenschwester Julia Löw (l.) und Dr. Nele Schultheis.Werner Kloiber (Leiter des Malteser-Rettungsdienstes) zeigt den Transportinkubator auf der Intensivstation in der Kinderklinik Dritter Orden Passau – mit Kinderkrankenschwester Julia Löw (l.) und Dr. Nele Schultheis.


Früher galt es die Frühgeborenen in weiterführende Spezialkliniken oder eben von ihrem zu Hause und anderen Kliniken in der Region in die Kinderklinik zu transportieren. Wo früher noch zwei bis fünf Einsätze pro Woche zu fahren waren, ist die Zahl heute stark zurückgegangen. „Das liegt im Wesentlichen an der Spezialisierung der Kinderklinik auf die Früh- und Neugeborenenversorgung, Ausbau der Spezialabteilungen wie Kinderchirurgie und Kinderkardiologie. Die Kinder können nun auf höchstem Niveau in Passau vor Ort betreut werden und die gefährlichen Fahrten in entfernte Kliniken entfallen damit. Aber es liegt auch an der Bedeutung der Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren. Wenn heute etwas nicht zu 100-Prozent passt, kommen die Frauen vorsorglich ins Klinikum“, so Kloiber weiter. Eines habe sich jedoch über die letzten vier Jahrzehnte nie geändert: „Die Anspannung ist immer da!“ Werner Kloiber erinnert sich noch an einen Einsatz mit dem Transportinkubator im angrenzenden Schärding in Oberösterreich. „Wir mussten hier ein Neugeborenes in die Kinderklinik nach Passau bringen und bei unserem Eintreffen hatte das Kind eine Herzfrequenz von deutlich über 200 Schlägen pro Minute – das werde ich nie vergessen.“ Auch Frühchen hat Werner Kloiber schon gefahren – „teilweise nicht größer als eine Hand voll!“
Am 2. Dezember 1979 kam der Transportinkubator zum ersten Mal zum Einsatz – „damals war das noch ein Ohio. Das sagen wir heute noch zu dem Gerät“, schmunzelt Kloiber während er sich zurückerinnert. Es ist das einzige Gerät seiner Art für den gesamten Rettungsdienstbereich – und das bereits seit 40 Jahren – ebenso lange dauert bereits die Zusammenarbeit zwischen den Rettungsdiensten und der Kinderklinik an. „Wir sind froh und dankbar für das gute und partnerschaftliche Miteinander mit unseren Rettungsdiensten“, so Reinhard Schmidt, Geschäftsführer der Kinderklinik Dritter Orden Passau. Und auch Kloiber bestätigt das fast schon freundschaftliche Verhältnis: „Es ist ein tolles Miteinander, im Sinne der Patienten und der Menschen in der Region. Wir sind stolz, dass wir mit der Kinderklinik so gut zusammenarbeiten dürfen.“


- sb


Kliniken Dritter Orden gGmbHPassau

Quellenangaben

Kliniken Dritter Orden gGmbH
Foto: Stefanie Starke



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