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18.12.2019
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Stadtgeschichte Grafenau - Gründung und Entwicklung

Grafenau prägt zusammen mit der Stadt Freyung unseren Landkreis Freyung-Grafenau. Aber wusstet ihr denn, dass Grafenau die älteste Stadt im Bayerischen Wald ist? Sie hat nämlich im Jahre 1376 bereits ihre Stadtrechte erhalten. Grafenau ist vor allem für den früheren Salzhandel in Zusammenarbeit mit Böhmen bekannt. Aber ist euch auch bekannt, dass das bekannte Glosafleisch von Einheimischen kreiert wurde?

Heutzutage ist Grafenau ein anerkannter Luftkurort mit über 8000 Einwohnern im Landkreis Freyung-Grafenau. Es liegt auf einer Höhe von 600 bis 700 Metern über NHN.  Zu Grafenau gehören 52 Ortsteile, unter anderem Haus im Wald, Lichteneck und Rosenau. Das Wappen von Grafenau zeigt übrigens einen geteilten Schild. Im oberen Teil sieht man weiße und blaue Rauten, während im unteren Teil ein Bär zu sehen ist, der zwischen Zinnen sitzt. Er steht für die Burg Bärnstein und soll zeigen, wie wehrhaft die kleine Stadt Grafenau ist. Deshalb ist übrigens Grafenau auch als Bärenstadt bekannt.

Grafenau von oben. Grafenau von oben.

 

Aber nun einmal zu den Anfängen: Wie ist Grafenau zu dem Ort geworden, den wir heute kennen?

Den ersten schriftlichen Nachweis zu Grafenau kann man ins Jahr 1255 zurückverfolgen. Genauere Informationen gibt es hier nicht, aber es ist wohl durchaus klar, dass es ein wichtiger Standort für den Salzhandel war, da die Händler hier durchmussten. Deshalb gibt es in Grafenau auch heutzutage noch das Säumerfest, um ihnen und der Reise des weißen Goldes zu gedenken.

Schloss Bärnstein, das auch im Wappen von Grafenau zu finden ist, wurde zwischen 1150 und 1195 errichtet. Später wurde dies auch der Verwaltungssitz, denn das Gebiet Grafenau gehörte ursprünglich den Grafen von Hals. Nachdem dieses Adelsgeschlecht ausgestorben war, ging Grafenau an Landgraf Johann I. von Leuchtenberg. Deshalb heißt das Grafenauer Gymnasium auch heute noch Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium.

1376 erhielt Grafenau dann die Stadtrechte. Durch den Kaiser bekam die Stadt Grafenau als einzige Ausnahme im bayerischen Wald die Erlaubnis, Mauern zu errichten, um ihren Hoheitsbereich abzugrenzen. 1417 erkauften aber die Grafen von Ortenburg die Stadt und nahmen sie für sich ein. Um übrigens einen Überblick über die Größe der Stadt zu haben: Zwischen 1417 und 1438 gab es in Grafenau 47 Häuser. Die Einwohnerzahl stieg stetig. 1830 waren es 700 Menschen, die hier lebten. Im Jahre 1910 waren es dann tatsächlich schon 1344 Einwohner.

Luitpoldbrunnen am Stadtplatz

Luitpoldbrunnen am Stadtplatz.

 

Doch auch Grafenau war vor Katastrophen nicht gefeit. Im 17. Jahrhundert suchte dann auch die Pest das Städtchen heim und dezimierte 1634 und 1649 die Einwohnerschaft. Der dreißigjährige Krieg verursachte allerdings keine Schäden. 1676 zerstörte ein Großbrand Teile der Stadt und 1742 wurde Grafenau durch die Panduren geplündert. Dabei wurde auch das Schloss Bärnstein in die Luft gesprengt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt dann durch die Amerikaner besetzt. Dies verlief aber friedlich, da der damalige Stadtpfarrer Rankl und seine Nichte den Truppen entgegenliefen und ihnen die weiße Flagge zeigten.

Aber danach kamen auch wieder bessere Zeiten. 1965 wurde die Stadt als Luftkurort anerkannt, ab 1970 begannen die Bauarbeiten für dolgenden Wen Kur- und Sportpark, der auch heute noch sehr beliebt für Einheimische und Ausflügler ist.1976 hat Grafenau schlussendlich 600-jähriges Jubiläum gefeiert. Außerdem wurde die Stadt Schärding in Österreich Partnerstadt. Vor 19 Jahren, also im Jahre 2000, feierte die Stadt übrigens das 50. Volksfest, das traditionell immer am ersten Freitag im Juli beginnt und bis zum Mittwoch der darauffolgenden Woche dauert. Genau wie eh und je ist das Volksfest auch heute noch Anlaufort für Groß und Klein.

Es gibt übrigens noch ein paar Gebäude aus früheren Zeiten, zum Beispiel das Schnupftabak- und Stadtmuseum in Grafenau. Hier war früher nämlich ein Spital zu finden. Die Spitalkirche Hl. Dreifaltigkeit ist eine Rokokokirche und wurde zwischen 1742 und 1759 neu erbaut, ihr Kern stammt allerdings aus dem 15. Jahrhundert. Und wenn ihr euch auf dem Stadtplatz einfindet, kennt ihr sicherlich das alte Rathaus mit dem Treppengiebel. Heute ist es der Sitz der Nationalparkverwaltung, allerdings gibt es das Gebäude schon seit 1845.

heutige NationalparkverwaltungDie heutige Nationalparkverwaltung.

 

Wer sich übrigens noch mehr für die Stadtgeschichte interessiert, kann dem Museum gerne mal einen Besuch abstatten oder auch ins Buch „600 Jahre Stadt Grafenau“ von Hermann Neumann reinlesen. Interessante Geschichten findet man hier auf jeden Fall.


- sh


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Quellenangaben

Fotos: Touristinfo Grafenau
Quellen: 600 Jahre Stadt Grafenau - Hermann Neumann, Grafenau auf dem Weg in das dritte Jahrtausend - Dr. Klaus Bauer, Egon Binder, Willi Schindler und Richard Schmalzl.



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