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07.12.2018
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Wohnungssuche und Formulare beschäftigen die Helfer

Viechtach. „Der Landkreis Regen ist ihnen für ihren Einsatz sehr dankbar“, sagte Landrätin Röhrl, mit Blick auf die Anwesenden beim Treffen der ehrenamtlichen Asylhelfer im Elisabethenheim in Viechtach. Die Landrätin hatte zu der Zusammenkunft eingeladen, um sich bei den ehrenamtlichen Kräften für ihre Leistungen zu bedanken und über die aktuelle Situation zu diskutieren.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Heimleiter Edwin Schedlbauer und einleitenden Worten der Landrätin hatte Jürgen Probst das Wort. Er ist am Landratsamt Regen Ansprechpartner für die freiwilligen Asylhelfer. Probst stellte fest, dass in den letzten Monaten der Helferkreis wieder größer wurde und „es ohne die freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht mehr gehe.“ Die ehrenamtlich Tätigen seien für die Integration von Asylbewerbern extrem wichtig. Vom Ausfüllen von Anträgen, über lebenspraktische Dinge, wie das Anmieten von Wohnungen, bis hin zur Arbeitsaufnahme, vieles sei nur möglich, weil es Menschen gibt, die helfen. Probst bat die Sprecher der Helfergruppen aus Zwiesel, Frauenau, Regen, Bodenmais und Viechtach über ihre Arbeit und Probleme zu sprechen. „Ein Erfahrungsaustausch ist hier sicherlich hilfreich“, betonte Probst.

In der Gesprächsrunde zeigte sich, dass alle Gruppen vor ähnlichen Herausforderungen stehen. So stellte Dr. Dirk Leonhards aus Zwiesel beispielsweise fest, dass zu wenige Wohnungen vorhanden sind. Auch die Bürokratie beschäftigt die Helfer. Dr. Stefan Wechsler aus Regen berichtete davon, dass vor allem das Ausfüllen der Anträge zum Elterngeld sehr zeitaufwendig ist. Von örtlich bedingten Problemen berichtete Peter Kirmes aus Bodenmais. Dort gibt es seit einigen Wochen ein Übergangswohnheim. Dort werden Flüchtlinge untergebracht, die aus dem sogenannten Resettlementprogramm stammen. In der Bodenmaiser Einrichtung seien in den letzten Wochen mehrere Familien angekommen, wobei es sich hier bereits um anerkannte Flüchtlinge handelt, nicht mehr um Asylbewerber. Deutschland habe sich im Rahmen internationaler Verträge verpflichtet 10000 Menschen über das UNHCR-Programm aufzunehmen. Die Einreise erfolge dabei über das zentrale Grenzdurchgangslager in Friedland. Von dort aus werden die Menschen nach ganz Deutschland, in der Regel in Übergangswohnheime, vermittelt. Die Asylprüfung geschieht bereits im Ausland. So haben die Ankommenden bereits alle Rechte erworben, was bedeutet, sie können eine Wohnung nehmen oder arbeiten. Auch die Kinder sind umgehend schulpflichtig. „All dies sind neue Herausforderungen“, berichtet Kirmes. Auch das Thema Security für die Unterkünfte wurde angesprochen. Hier herrschte Einigkeit, dass der Einsatz eines guten Securitydienstes zumindest in den Abend- und Nachtstunden in den Einrichtungen als positiv zu werten ist.

Die Sprecher der örtlichen Gruppen und die anwesenden Behördenvertreter (v.li.). Peter Kirmis, Edwin Schedlbauer, Gabi Späthe, Karl Zimmermann, Dr. Dirk Leonhards, Landrätin Rita Röhrl, Andreas Vogl (Agentur für Arbeit) und Jürgen Probst.Die Sprecher der örtlichen Gruppen und die anwesenden Behördenvertreter (v.li.). Peter Kirmis, Edwin Schedlbauer, Gabi Späthe, Karl Zimmermann, Dr. Dirk Leonhards, Landrätin Rita Röhrl, Andreas Vogl (Agentur für Arbeit) und Jürgen Probst.


Einig waren sich alle Teilnehmer des Treffens auch darin, dass weitere Helfer notwendig sind. Hier bot Jürgen Probst an, dass sich Personen, die helfen wollen gerne bei ihm melden können. Er würde sie dann an den nächstgelegenen Helferkreis weiterverweisen. Zudem soll es auch künftig weitere Zusammenkünfte geben.

Lob gab es zudem von allen Seiten dafür, dass der Landkreis mit Jürgen Probst einen Ansprechpartner für die ehrenamtlichen Helfer eingestellt hat. Auch Landrätin Röhrl zeigte sich mehr als zufrieden. „Wir hätten keine idealere Besetzung finden können“, sagte Röhrl und dankte ihm für seinen Einsatz. Abschließend betonte sie, dass der Landkreis die ehrenamtliche Arbeit gerne weiter unterstützt, insofern werde es auch weitere Zusammenkünfte der Helfer geben.

 

Helfer gesucht

Im Bereich der ehrenamtlichen Betreuung von Asylbewerbern werden weiterhin freiwillige Helfer gesucht. Die Einsatzmöglichkeiten dabei sind vielfältig und reichen von der Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, über Unterstützung beim Deutschlernen, bis hin zu Patenschaften. Jürgen Probst im Landratsamt Regen unterstützt die Ehrenamtlichen gerne und zeigt auf, welche Möglichkeiten es bei der Unterstützung gibt. Er ist am Landratsamt Regen telefonisch (Tel. 09921/601-373) oder per E-Mail erreichbar (jprobst@lra.landkreis-regen.de).


- sb

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Quellenangaben

Landratsamt Regen



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