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25.05.2022 13:00 Uhr
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Der Bayerische Wald-Verein wird jünger und hat viel vor

Führungswechsel: Sebastian Gruber ist neuer Präsident, Markus Kerner geschäftsführender Vorsitzender – Kulturpreis geht an Josef Roider

 

Lohberg/Landkreis Cham. Am Wochenende fand in Lohberg der Bayerwald-Tag statt. Bei der Mitgliederversammlung des Bayerischen Wald-Vereins e.V. standen heuer nach drei Jahren wieder Neuwahlen an. Der bisherige Präsident und frühere Landwirtschaftsminister Helmut Brunner kandidierte nicht mehr, genauso wie der geschäftsführende Vorsitzende Georg Pletl, der seit 13 Jahren die Geschicke des Vereins mit seinen 58 Sektionen und weit über 18.000 Mitgliedern gelenkt hatte. 

 

Einstimmig wurde zum neuen Präsidenten Sebastian Gruber gewählt, zugleich Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau und Sprecher der niederbayerischen Landräte – er war bereits zuvor als dritter Vorsitzender in die Vorstandschaft eingebunden. Der bisherige zweite Vorsitzende, Markus Kerner (Blaibach), übernimmt ab sofort die Funktion des geschäftsführenden Vorsitzenden. Ebenso einstimmig votierten die Vertreter der Sektionen im vollen Dorfstadl in Lohberg für Dr. Hans-Jürgen Schröder (Frauenau) und Heiner Kilger (Mauth) als Stellvertreter. 

Helmut Brunner freute sich bei seiner Abschiedsrede, dass mit seinem erst 40 Jahre alten Nachfolger der Bayerische Wald-Verein an der Spitze deutlich jünger werde und damit auch ein Zeichen setze. Denn der Begriff „Heimat“ erlebe derzeit eine Renaissance. Die Aufgaben des 1883 gegründeten Vereins, der einen Großteil der heutigen Wanderwege erstmarkierte, die Berghütten im Bayerischen Wald errichtete und seither unterhält und sich seit jeher für den Schutz der Heimat und den Erhalt von Kultur und Natur stark mache, seien aktueller denn je. 

Sebastian Gruber (3.v.l.) und Markus Kerner (3.v.r.) führen als Präsident und geschäftsführender Vorsitzender ab sofort den Bayerischen Wald-Verein, mit im Bild (v.l.): Kassier Georg Stadler, 3. Vorsitzender Heiner Kilger, 2. Vorsitzender Dr. Hans-Jürgen Schröder, Dieter Lahme als Vorsitzender der gastgebenden Sektion Lohberg und Schriftführerin Hilde Kreuzer

 

„Die Stimme des Bayerischen Wald-Vereins hat Gewicht“

Der neue Präsident Sebastian Gruber stellte in seiner Antrittsrede die gesellschaftliche Bedeutung des thematisch breit aufgestellten und in mehreren Landkreisen vertretenen Organisation heraus und betonte: „Die Stimme des Bayerischen Wald-Vereins hat Gewicht.“ Diese Stimme in der Öffentlichkeit wieder wahrnehmbarer zu machen, ist eines seiner Ziele der nächsten Jahre. Hinzukommen „fordernde und intensive“ Projekte – etwa die App „WanderKultur“, eine Art digitaler, kulturhistorischer Wanderführer, der vom vielfältigen Wissen der Vereinsmitglieder gespeist wird. Dafür hatte man am Freitag im Bayerischen Heimatministerium aus den Händen von Finanzminister Albert Füracker einen Förderbescheid in Höhe von 268.875 Euro entgegennehmen können. Auch im Rahmen der Bayerischen Landesgartenschau in Freyung 2023 präsentiert sich der Verein in all seinen Facetten, indem die unterschiedlichen Sektionen und Ausschüsse für ein buntes Programm sorgen sollen. 

 

Verdienste um Volksmusikforschung gewürdigt

Am Sonntag stand dann die Kultur im Mittelpunkt. Josef Roider aus Katzbach bei Cham wurde dabei mit dem Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins ausgezeichnet, mit dem der Verein seit 1970 besonders verdienstvolle Persönlichkeiten würdigt. Roider hat sich seit 40 Jahren der Volksmusikforschung im Bayerischen Wald verschrieben und dazu unermüdlich Material gesammelt. Daraus entstand ein in Fachkreisen hoch geschätztes Standardwerk, das vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege in München herausgegeben wurde: „Musik, Tanz und Bräuche im Bayerischen Wald“. „Josef Roider forscht nicht nur mit unvorstellbarer Akribie – das Buch weist auf 576 Seiten mehr als 2000 Fußnoten auf – sondern gibt sein Wissen auch bereitwillig an Interessierte weiter“, hob Laudator Roland Pongratz hervor. Den anschließenden Festvortrag hielt der Ausgezeichnete gleich selbst und erläuterte den Gästen am Beispiel von Blaskapellen die Entwicklung in der Volksmusik seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Josef Roider wurde mit dem Kulturpreis 2022 ausgezeichnet, überreicht von 2. Vorsitzendem Dr. Hans-Jürgen Schröder (v.l.), geschäftsführendem Vorsitzenden Markus Kerner und Laudator Roland Pongratz. 

 

 


- JS


Bayerischer Wald-VereinSchönberg

Quellenangaben

Manuela Lang, Schriftleiterin des Bayerischen Wald-Vereins

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