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22.12.2021
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12 besondere Platzerl

Ludwig Gutsmiedl war in diesem Jahr wieder fleißig unterwegs. Seit Jahren durchstreift er den Bayerischen Wald, immer auf der Suche nach besonderen Orten und faszinierenden Geschichten. Diese veröffentlicht er jedes Jahr in seinem Geschichten-Kalender. Im Dezember ist bereits seine 4. Auflage erschienen.

Auch in diesem Jahr sind es wieder 12 faszinierende und teils auch mystische Plätze. Diese werden zusätzlich Monat für Monat auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Wir schauen uns heute zwei dieser Orte aus dem letzten Kalender genauer an:

Die romantische Burgruine Diessenstein an der Ilz:

Nachdem man dem ausgeschilderten Wanderweg folgt, stößt man im dichten Wald auf die Reste der einst bedeutenden Burganlage Diessenstein. Die Burg wurde während des Österreichischen Erbfolgekrieges im Juli 1742 durch den gefürchteten Pandurenoberst Freiherrn von der Trenck zerstört.

Vermutlich wurde sie im 12. Jahrhundert von den Edlen von Hals erbaut, um die Ilzübergänge an der Diessensteinmühle und des Furth-Rettenbachs als auch die nahegelegene Grenze zum Hochstift Passau zu überwachen und zu sichern.

Die Burg steht auf einem kleinen Gipfelareal, hoch über der Ilz, welche unten tosend und brausend vorbeizieht. Sie verlieh dem Berg und somit auch der Burg ihren Namen.

„Diessen“ bedeutet so viel wie „tosend umrauschter Stein“.

Die Burgruine, heute im Privatbesitzt, ist immer eine Entdeckungstour wert.


Die Burgruine Diessenstein an der Ilz
Die Burgruine Diessenstein an der Ilz

Die Kapelle „Brudersbrunn“:

Zur Kapelle Brudersbrunn bei Grafenau führen zwei Wege hoch, einmal über Schlag Richtung Aussichtsstein, oder über Frauenberg am Kreuzweg entlang zum Gipfel. Die Kapelle wurde 1842 an der Stelle erbaut, wo schon früher immer wieder kleine Gotteshäuser standen, die von der Kirche wegen der umstrittenen Wallfahrt zerstört wurden. Es gibt zwei Erklärungen für den Namen „Brudersbrunn“. Die eine sagt, dass vor vielen Jahren hier eine große dreistämmige Tanne stand, die aufgrund ihres Aussehens den Namen „Brudersbaum“ erhielt und gleich neben der Quelle „Brudersbrunnen“ stand. Die zweite Deutung ist sicher romantischer und auch beliebter, sie nennt sich die Sage von den drei Brüdern: Vor vielen Jahren mussten drei Brüder in den Krieg. Über die Jahre verloren sie sich aus den Augen, doch nach einer Ewigkeit trafen sie sich hier zufällig an diesem Platz wieder, als sie Rast machten und an der Quelle ihren Durst stillten. Die Freude über das glückliche Wiedersehen war riesengroß, und sie gelobten, hier eine Kapelle zu errichten, die Kapelle am Brudersbrunn, die der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht ist. Im Jahre 1952 kam noch eine zweite, kleine Gedenkkapelle hinzu. Seit über 140 Jahren kümmert sich nun der Ritterwaldverein Grafenau um die Brudersbrunnkapelle. Die letzte große Sanierung fand im Jahre 2017 statt und wurde mit einem Gedenkgottesdienst mit Altarweihe gefeiert. Ein Highlight war sicher auch, als 2010 bei der Kapelle die Geschichte der drei Brüder als Freilichtspiel vom Grafenauer Theaterverein uraufgeführt wurde.

Die Kapelle Brudersbrunn bei Grafenau
Die Kapelle Brudersbrunn bei Grafenau

Zu erwerben gibt es den Kalender direkt über seine Internetseite www.mei-hoamat.de, auf der auch weitere spannende Orte aus den letzten Jahren zu sehen sind.

Einen kleinen Ausblick, welche Orte im neuen Kalender noch zu sehen sind, gewährt uns Ludwig noch. Die Frauenberger Kapelle unter dem Dreisessel, die Schrottenbaummühle an der Ilz und ein uralter Sakralstein bei Saldenburg sind Teil der Geschichten, auf die die Leser sich im neuen Jahr freuen können.


- FA


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