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08.04.2021
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Rettungszäune für Amphibien

Nationalpark ermöglicht Kröten, Fröschen und Molchen gefahrenlose Straßenquerung

Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche machen sich bald wieder auf Wanderschaft. Damit sie auf ihren beliebten Routen unbeschadet über die Straßen zu ihren Laichgewässern kommen, werden im Nationalpark Bayerischer Wald an kritischen Stellen Amphibienschutzzäune aufgestellt.

An drei Orten sind die zirka 40 Zentimeter hohen Zäune jährlich zu sehen – und zwar bei Zwieslerwaldhaus, bei Spiegelau/Neuhütte und bei der Bergerbrücke zwischen St. Oswald und Altschönau. Zweimal täglich kontrollieren dann vor allem junge Mitarbeiter auf Zeit, etwa Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr oder Praktikanten, die Eimer und bringen die Amphibien über die Straße zu ihren Laichgewässern. Um keine tödlichen Infektionen, die durch Pilze oder Viren ausgelöst werden, zu übertragen, spielt Hygiene beim Transport der Tiere eine wichtige Rolle. Das Tragen von Handschuhen und das regelmäßige Reinigen der Eimer ist Pflicht.

 

Ein 40 Zentimeter hoher Fangzaun wurde von Nationalparkmitarbeitern unter anderem zwischen St. Oswald und Altschönau aufgebaut.
Ein 40 Zentimeter hoher Fangzaun wurde von Nationalparkmitarbeitern unter anderem zwischen St. Oswald und Altschönau aufgebaut.

 

Im vergangenen Jahr konnten durch die Schutzmaßnahmen insgesamt 501 Erdkröten, 55 Grasfrösche und 178 Bergmolche bei ihrer Wanderung geholfen werden. „An manchen Bereichen müssen wir die Tiere nicht nur zu ihren Laichplätzen bringen, sondern auch wieder zurück. Gerade bei der Bergerbrücke nehmen wir die Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche zweimal in die Hand“, erklärt Jochen Linner, der im Nationalpark unter anderem für Artenschutz zuständig ist. Deshalb werden die Zäune oft auch erst Anfang bis Mitte Mai abgebaut.

Neben den Fangzäunen weist Linner noch auf eine weitere Maßnahme hin, und zwar die grün-weißen Krötenwarnschilder, die entlang der Nationalparkbasisstraße in mehreren Bereichen aufgestellt wurden. „Wir wollen die Autofahrer dafür sensibilisieren, in diesen Bereichen langsamer zu fahren.“ In der Einmündung zu Waldhäuser gibt es das Warnschild schon seit einigen Jahren. „Hier werden nur noch wenige Tiere überfahren “, erklärt Linner, der weiterhin an die Rücksicht der Autofahrer appelliert.


- AB


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Foto: Gregor Wolf / Nationalpark Bayerischer Wald

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