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21.04.2015
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RegioMahl: Grafmühle

„Vom Korn zum Laib“: Es ist eine runde Sache, die sich da in der Grafmühle nahe Thyrnau abspielt. Angefangen bei den eingesetzten Rohstoffen, über deren Weiterverarbeitung und die Produktion von qualitativ erstklassigen Nahrungsmitteln bis zu deren Verkauf und dem persönlichen Kontakt zu den Kunden. Ein bemerkenswerter Kreislauf der Lebensmittelerzeugung und –vermarktung, den es lohnt, im Detail zu beleuchten.

 

Bereits seit 15 Jahren kann man im Mühlenladen Brot- und Backwaren sowie Mehl aus eigener Herstellung erwerben. Darüber hinaus auch weitere Lebensmittel wie etwa Müsli, Eier, Nudeln, Aufstriche – alles natürlich Bio-zertifiziert. 2012 haben Michaela und Josef Bauer ihren Betrieb umgestellt und sich dem Biokreis angeschlossen. „Das war ein langer und kein einfacher Entscheidungs- und Entwicklungsprozess“, berichten der Bäcker und Müller Josef Bauer sowie seine Frau Michaela unisono. „Als ich vor über 25 Jahren meine Bäckerlehre absolvierte, stand die ehrliche Handwerksarbeit im Vordergrund. Das wollte ich in meinem eigenen Betrieb immer fortsetzen“, schwärmt Josef Bauer. Beiden merkt man an, dass ihre Tätigkeiten für sie Berufung sind. Dass sie sich ihren eigenen Weg, ihren individuellen natürlichen Kreislauf vom Getreidekorn bis zum Brotlaib schwer, aber sehr durchdacht und strukturiert erarbeitet haben.

Josef Bauer Josef Bauer und sein Holzofen aus dem Jahr 1926

 

Das beginnt schon mit den eingesetzten Rohstoffen. Bio-Getreide, regional eingekauft, wird in der Mühle zu Mehl weiterverarbeitet. Selbstverständlich kommen in der Grafmühle – und hier zeigt sich ein wesentlicher Mehrwert der eigenen Mühle - auch keine technischen Enzyme zum Einsatz, die die Klebefähigkeit des Mehles verbessern sollen. Wasser und Sonne liefern ressourcenschonende Energie. In der Backstube werden naturbelassene Brotsorten (Roggen, Weizen, Dinkel) u. a. in einem mit Holz befeuerten Ofen aus dem Jahr 1926 sowie Semmeln, Brezen und süßes Gebäck gebacken. Alle Brot- und Backwaren gehen frisch und auf kürzestem Wege in den benachbarten Mühlenladen.

Mühlenladen

Michaela Bauer im Mühlenladen


Wenn man dort einkauft, kann man durch die Fenster in die Backstube blicken.
Größtmögliche Transparenz bei der Lebensmittelerzeugung sorgt für Vertrauen und
Sicherheit auf Seiten der Konsumenten. Mit allen Sinnen kann man hier den Einkauf genießen und die Entstehung der Nahrungsmittel nachvollziehen: „Vom Korn zum Laib“. „Der große Luxus unseres Mühlenladens ist der Kontakt zum Kunden. Wir stehen für absolute Transparenz, das Prinzip der gläsernen Backstube hat sich bewährt. Der Chef ist sichtbar, ansprechbar. Gerade in Zeiten steigender Lebensmittelunverträglichkeiten, hat er heute fast die Rolle eines Ernährungsberaters inne.“, berichtet Michaela Bauer. Und so bewirtschaften Josef und Michaela Bauer nicht nur die Mühle einer ehemaligen Grafschaft, die Grafmühle, sie sind auch im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nahe. Auch auf verschiedenen Wochenmärkten in der Region. Und wer will, kann sich einen Kaffee schmecken lassen in einem der traditionsreichen Zimmer: Seit 1713 ist die Mühle bereits im Besitz der Familie Bauer.

 Walzstuhle

 Getreide-Walzstuhl in der Grafmühle


- sh



Quellenangaben

Fotos: Stephen Hahn



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