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30.07.2020
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Stadtgeschichten: Die Entstehung von Zwiesel

Zwiesel ist in unserer Region vor allem für Glaskunst, das Grenzlandfest oder auch die schöne Umgebung drumherum bekannt. Die Ortschaft gehört zum Landkreis Regen und ist ein staatlich anerkannter Luftkurort. Doch seit wann gibt es die Stadt Zwiesel überhaupt und wie ist sie entstanden?

 

Glaskapelle Zwiesel

Glaskapelle in Zwiesel

 

Der Name stammt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Gabel“. Da hier großer und kleiner Regen zusammenfließen, beruht der Name wahrscheinlich auf dieser geografischen Tatsache. Ein genaues Gründungsjahr der Stadt lässt sich zwar nicht feststellen, allerdings wurde der Ort bereits 1254 erstmals durch den Abt Hermann von Niederaltaich erwähnt. Die Entstehungsgeschichte lässt sich vermutlich auf Säumer zurückführen, die auch im damaligen „Zwisel“ während ihrer Handelszüge Rast eingelegt hatten.

 

Zu dieser früheren Zeit kann leider wenig gesagt werden, aber im Jahr 1312 wurde das damalige Zwiesel zum ersten Mal als Markt erwähnt. Zu den Grundherren gehörten in dieser Reihenfolge das Kloster Niederaltaich, die Freiherren von Degenberg sowie die Wittelsbacher. Während dem Markt Zwiesel zwischen 1342 und 1345 Steuerfreiheit und kostenlose Waldnutzungsrechte durch Kaiser Ludwig von Bayern gewährt wurden, ist dies sehr viel später im Jahre 1808 aufgehoben wurden. 1560 erhielt die Ortschaft sein heutiges Wappen durch Herzog Albrecht. Die Spitze des Wappens soll augenscheinlich auf den Zusammenfluss der beiden Flüsse anspielen, während der Reichsadler und die 21 Rauten auf Kaiser Ludwig von Bayern hindeuten. Die Bedeutung des Ritters ist nicht vollständig geklärt.

 

Blick auf Zwiesel

Blick auf die Stadtkirche

 

Genau wie bereits in den anderen Stadtgeschichten erwähnt, blieb auch Zwiesel nicht vor Katastrophen verschont. Es gab Überfälle durch die Hussiten, Schweden und Panduren sowie die Pest und Pocken, die die Menschen dahinrafften. Trotzdem blieb Zwiesel ein wichtiger Handelsort für die Säumer und entwickelte sich zu einem Standort für böhmischen Hopfen. Darüber hinaus durfte jeder Bürger, der nicht Metzger war, selbst Bier brauen und ausschenken. Diese Ursprünge des Bierbrauens blieben bis heute etwas erhalten, da Zwiesel eine bekannte Dampfbierbrauerei besitzt.

 

1701 wurden bereits 97 Häuser gezählt. Ab 1789 wurde nach Gründung des Forstamtes dann Holz eine wichtige Ressource für die Wirtschaft und im Jahre 1904 wurde der damalige Markt dann endlich zur Stadt ernannt. Zwiesel entwickelte sich dadurch zu einem herausragenden Standort für Kultur, Bildung und Wirtschaft. Trotzdem gab es zahlreiche Marktbrände im 17. Jahrhundert, danach litt die Stadt 1929 unter einer schweren Unwetterkatastrophe, durch die zahlreiche Schäden entstanden sind. Der zweite Weltkrieg forderte ebenfalls seinen Tribut. Bei einer Bombardierung durch die Alliierten fanden viele Menschen den Tod.

 

Allerdings ist die Stadt bis heute durch zahlreiche Gemeindegebietsreformen gewachsen und führte den Bau einer Umgehungsstraße im Jahr 1985 durch. Durch die Gründung der Krystallglasfabrik Theresienthal sowie der Glashütte Annathal im 19. Jahrhundert entwickelte sich Zwiesel sogar zu einem wichtigen Ort für die Glasherstellung und –kunst. Heutzutage zeichnet sich Zwiesel durch eine interessante Stadtgeschichte, eine tolle Lage im bayerischen Wald und zahlreichen wirtschaftlichen und kulturellen Vorteilen aus und ist sowohl für Einheimische als auch für Besucher ein lebenswerter Schauplatz.

 

Glasnacht 2018

Glasnacht 2018


- sh


Stadt ZwieselLindberg



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