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03.06.2020
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Stadtgeschichten: Wie entstand die Stadt Regen?

Regen – als Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Niederbayern bekannt – liegt am Schwarzen Regen und hat durch den Fluss auch seinen Namen erhalten. Die Gründung der Stadt ist wahrscheinlich auf Ende des 11. Jahrhunderts zurückzuführen und ist von der Propstei Rinchnach angestoßen worden. Eine Propstei bezeichnet ein Kloster, in Rinchnach handelte es sich um ein Kloster der Benediktiner. Eine erste Erwähnung des Ortes Regen findet man in einem päpstlichen Schutzbrief vom 30. März 1148 von Papst Eugen III. an das Kloster in Niederalteich.

Regen entwickelte sich schnell weiter. 1207 bekam die Stadt bereits eine Holzbrücke, sehr viel später zwischen 1902 und 1905 wurde statt der Holzbrücke die heutige Ludwigsbrücke gebaut. Im Jahre 1254 wurde Regen zu einem Klostermarkt, da es immer noch zu Rinchnach gehörte. Nicht mal zwanzig Jahre später, im Jahr 1270,  wurde aus dem Klostermarkt durch ein Tauschgeschäft von Herzog Heinrich XIII. ein herzoglicher Markt. Diese Umstellung dauerte aber bis 1468 an.

Die heutige LudwigsbrückeDie heutige Ludwigsbrücke


Allerdings machte die Stadt trotz ihrer relativ schnellen Entwicklung auch ein paar schwierige Zeiten durch. Dazu gehörte der Dreißigjährige Krieg, während diesem Regen dreimal von den Schweden geplündert und niedergebrannt wurde. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gab es allerdings Ochsen- und Warenmärkte, die zur Entwicklung der Stadt beitrugen. 1827 konnte schließlich das erste Schulhaus erbaut werden und im Jahre 1852 folgte eine Mädchenschule. 25 Jahre später wurde die Eisenbahnlinie von Plattling nach Bayerisch Eisenstein gegründet und schloss damit den Bahnhof Regen an das Netzwerk an. Im Jahre 1932 wurde dann Regen endlich offiziell zur Stadt erklärt.

Während dem zweiten Weltkrieg wurden in der Stadt allerdings drei Brücken gesprengt und den zerstörerischen Kämpfen fielen 33 deutsche Soldaten und 17 Zivilisten zum Opfer. 36 Häuser wurden teilweise oder ganz zerstört und fast 80 Familien wurden obdachlos. Die Kreis-Militärregierung, gebildet durch die Amerikaner, richteten ihren Sitz in Zwiesel ein und verlegten auch das Landratsamt dorthin. Danach folgte ein Streit um das Landratsamt, in dem die Regierung Niederbayerns dreimal die Rückverlegung nach Regen verlangte. Zum Ziel gelangten sie aber erst, nachdem Landrat Werner Haas und 49 Männer in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Landratsamt im Jahr 1948 zurückholten.

StadtansichtStadtansicht


Das heutige Regen ist sowohl für Touristen als auch für Einwohner sehr geeignet, um sich etwas zu erholen, denn die Stadt wurde 2004 ein staatlich anerkannter Luftkurort. Bekannt ist die Stadt auch über ihre Grenzen hinweg für das Pichelsteinerfest, das das größte Fest im Bayerischen Wald ist und seit 1874 besteht.

Wer sich übrigens für das Wappen der Stadt interessiert: Es wurde 1448 von Herzog Albrecht III. verliehen und zeigt eine weiße Lilie und darüber einen Regenbogen in einem blauen Feld. Der Regenbogen steht ganz einfach für den Ortsnamen und die Lilie ist das Ortszeichen der Stadt und besteht seit dem 17. Jahrhundert.


- sh


Stadt RegenRegen



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