zurück zur Übersicht
23.06.2020
278 Klicks
teilen

Damit es in der Krise mit der Ausbildung weitergeht

Die Corona-Krise ist auch eine Herausforderung für die berufliche Ausbildung. Auf der einen Seite suchen die Unternehmen weiterhin händeringend nach Fachkräftenachwuchs, der wirtschaftliche Einbruch durch Corona hat daran nichts geändert. Auf der anderen Seite wird beispielsweise durch den Ausfall der Ausbildungsmessen die Suche nach neuen Azubis erschwert und gleichzeitig droht die Gefahr, dass aufgrund von Unternehmenspleiten Ausbildungsplätze verloren gehen. Um diesen Problemen zu begegnen, hat die IHK das Angebot ihrer Lehrstellen- und Praktikumsbörse aufgebohrt. Ab sofort kann über die Börse im Internet auch die Azubi-Übernahme abgewickelt werden. Karl Heinz Friedrich, Bereichsleiter Berufliche Bildung bei der IHK Niederbayern, erklärt die neue Funktion: „Unternehmen können in der Lehrstellenbörse einen Haken setzen, wenn sie dazu bereit sind, Azubis zu übernehmen, die ihre Ausbildung in einem anderen Betrieb begonnen haben. Da kann ein Ausbildungsplatzverlust im Zuge der Corona-Krise dahinterstecken, aber auch ein anderer Grund. Die Auszubildenden selbst finden in der Lehrstellenbörse einen prominent platzierten Button für den Fall, dass sie tatsächlich ihren Ausbildungsplatz verloren haben. Darüber werden sie direkt an einen passenden Ansprechpartner bei der IHK vermittelt, der dabei hilft, einen neuen Betrieb zur Fortsetzung der Ausbildung zu finden. Damit ist beiden Seiten geholfen.“

Friedrich nennt daneben als eine weitere Möglichkeit die sogenannte Verbundausbildung. Damit ist gemeint, dass ein Azubi den praktischen Teil seiner Ausbildung auf mehrere Ausbildungsbetriebe aufteilt. „Diese Lösung bietet sich an, wenn nicht alle Ausbildungsinhalte in einem Unternehmen vermittelt werden können, weil beispielsweise die Auftragslage des Betriebs in Pandemie-Zeiten schlecht ist und daher nicht alle Inhalte abgedeckt werden können“, sagt Friedrich. Ergänzt werde die Ausbildung in jedem Fall durch den theoretischen Unterricht an der Berufsschule.

Bereichsleiter Berufliche Bildung, Karl Heinz FriedrichBereichsleiter Berufliche Bildung, Karl Heinz Friedrich


Eine Botschaft ist dem IHK-Experten mit Blick auf den Ausbildungsmarkt wichtig: „Die Ausbildungsbereitschaft der niederbayerischen Betriebe ist ungebrochen. Der Fachkräftemangel bleibt ein gewichtiges Problem für die Wirtschaft, Corona hin oder her. Allein der demografische Wandel sorgt dafür, dass sich die Problematik weiter verschärft – doch die Unternehmen sind auf den Fachkräftenachwuchs aus der beruflichen Schiene dringend angewiesen.“ Das beweisen laut Friedrich allein schon die Zahlen aus der IHK-Lehrstellenbörse: Für das laufende Jahr sind hier aus dem IHK-Bezirk Niederbayern weitere 721 offene Ausbildungsstellen gelistet, für 2021 bereits 109. Das komplette Angebot findet sich online unter: www.ihk-lehrstellenboerse.de Die Apps der Lehrstellenbörse für Android und iOS sind kostenlos in den entsprechenden Appstores verfügbar.


- sb


IHK für Niederbayern in PassauPassau

Quellenangaben

IHK für Niederbayern in Passau



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Der neue Lockdown geht an die Substanz der WirtschaftPassau Überzogen, unverhältnismäßig und in den Details nicht nachvollziehbar – die regionale Wirtschaft übt harte Kritik an den verschärften Corona-Regeln im November.Mehr Anzeigen 02.11.2020Unternehmer fordern klare Corona-Regeln – Hintermann: „Wirtschaftliche Schieflagen vermeiden“Passau Eine erste vorsichtige Zwischenbilanz der Corona-Krise haben die Unternehmer im IHK-Gremium Freyung-Grafenau gezogen. Mit umfassendem Hygienekonzept und ausreichend Abstand trafen sich die Unternehmer um die Gremiumsvorsitzende und IHK-Vizepräsidentin Elisabeth Hintermann vergangene Woche zu einer Sitzung in der IHK-Geschäftsstelle in Passau.Mehr Anzeigen 20.09.2020Corona: Vorsichtiger Optimismus in der niederbayerischen WirtschaftPassau Die Corona-Pandemie hatte im April mit einem weitreichenden Lockdown die Wirtschaft in weiten Teilen aus den Angeln gehoben. „Bei aller gebotenen Vorsicht, die man mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten walten lassen muss, ergeben die aktuellen Konjunkturindikatoren der amtlichen Statistik und verschiedener Wirtschaftsforschungsinstitute sowie unsere Gespräche mit regionalen Unternehmen insgesamt ein positives Signal für eine Erholung der Wirtschaft“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner.Mehr Anzeigen 08.09.2020Anschub für die gesamte WirtschaftPassau Die niederbayerische Wirtschaft begrüßt das geplante milliardenschwere Konjunkturpaket der Großen Koalition. „Wir sind mit den Ergebnissen des Koalitionsausschusses zufrieden. Die Vereinbarungen enthalten viele richtige Impulse zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise", so IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner.Mehr Anzeigen 08.06.2020Nach der Wahl: Was muss die Kommunalpolitik anpacken?Passau Bürgermeister, OBs und Landräte – die neu gewählten Volksvertreter in den niederbayerischen Kommunen hatten keinen leichten Start. Die Corona-Krise dominiert weiterhin das Geschehen.Mehr Anzeigen 18.05.2020Starke Ausbildung, starker StandortFreyung Elf der Prüfungsbesten der IHK-Abschlussprüfungen kommen aus dem Landkreis Freyung-Grafenau. Diese bekamen vergangene Woche ihre Urkunde als Leistungselite überreicht.Mehr Anzeigen 21.04.2018