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22.01.2021
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Corona trübt die Ausbildungsbilanz, aber IHK steuert gegen

Für die berufliche Ausbildung war 2020 ein schwieriges Jahr – das zeigt der Rückblick der Unternehmen, das zeigt aber auch die Statistik der Ausbildung in den IHK-Berufen. Zum Stand 31. Dezember 2020 waren demnach im IHK-Bezirk Niederbayern 11.513 Auszubildende in den Betrieben aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tourismus beschäftigt, ein erneuter Rückgang von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den 2020 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen musste ein noch deutlicheres Minus hingenommen werden: 4.062 junge Leute hatten 2020 ihre Berufsausbildung gestartet, ein Rückgang von 11,5 Prozent. „Die Corona-Krise hat sich auf die der Ausbildung vorgelagerten Prozesse ausgewirkt. Berufsorientierung, Bewerbungsverfahren, Praktikumsangebote – das alles hat die Pandemie deutlich ausgebremst“, sagt dazu IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner. Der demografische Wandel, der für weniger Schulabgänger sorgt, sowie der Trend zum Hochschulstudium und das mangelnde Bewusstsein über die Vielfalt der Ausbildungsberufe oder die glänzenden Karrierechancen einer beruflichen Aus- und Weiterbildung kommen noch hinzu. Die IHK reagiert darauf mit Online-Projekten zur Berufsorientierung, etwa den vor Kurzem gestarteten Webinaren der „IHK-AusbildungsScouts“. Die Scouts, selbst junge Azubis, geben in Online-Terminen Einblick in ihre Ausbildungsberufe, informieren über Alltag in Betrieb und Berufsschule und zeigen die Perspektiven auf, die sich nach einer Ausbildung bieten. Interessierte Schüler können sich via Rechner oder Smartphone einwählen und ihnen Fragen stellen. „Das neue digitale Format soll den Jugendlichen eine zeitgemäße Unterstützung bei der Berufswahl bieten. Die Teilnahme steht allen offen, es ist keine Anmeldung erforderlich und das Angebot ist kostenlos“, berichtet Schreiner. Informationen und Termine finden sich online unter: www.ihk-ausbildungsscouts.de

Seitens der Betriebe sei trotz der angespannten Lage die Ausbildungsbereitschaft ungebrochen, versichert Schreiner. „Im Krisenjahr 2020 haben die Ausbildungsbetriebe weder flächendeckend ihre Azubis abgebaut, noch haben sie das Angebot der freien Ausbildungsplätze nennenswert zurückgefahren. In einer IHK-Umfrage hatten uns zuletzt 81 Prozent der Betriebe versichert, dass bei ihnen trotz Corona die Ausbildung ganz normal weiterläuft. Das ist keine Selbstverständlichkeit und bedeutet einen großen Kraftakt für die Unternehmen“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Schreiner zufolge bereiten die anhaltende Unsicherheit und die mangelnde Perspektive den Betrieben wie ihren Azubis große Probleme. „Wirtschaft braucht Planungssicherheit. Gerade Personal- und Nachwuchsplanung sind mittel- bis langfristig angelegt. Eine klare und nachvollziehbare Strategie in der Pandemie ist seitens der Politik aber schwer erkennbar. Das drückt nicht nur auf die Stimmung, sondern ist mittlerweile in vielen Unternehmen existenzgefährdend.“

Auch für die Verwaltung und die Abläufe rund um die Ausbildung ist Corona eine Herausforderung, betont Schreiner: „Dass die Zwischen- und Abschlussprüfungen der Ausbildung im Corona-Jahr 2020 erfolgreich durchgeführt werden konnten, ist vor allem dem großen Engagement der ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer zu verdanken.“ Etwa 7.500 Prüfungen hatte die IHK allein im Bereich der Ausbildung im vergangenen Jahr durchgeführt, mit eigenen Hygienekonzepten und unter hohen Standards zum Gesundheitsschutz. So mussten beispielsweise zur Einhaltung der Mindestabstände nicht wie üblich 40, sondern über 100 Prüfungsräume bereitgestellt werden. Im ersten Lockdown mussten zudem rund 3.000 Abschlussprüfungen im IHK-Bezirk abgesagt werden, einem bundesweit abgestimmten Vorgehen folgend. Diese Prüfungen wurden dann im Juni 2020 nachgeholt, was doppelten Planungs- und Organisationsaufwand zur Folge hatte.

 

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- SB


IHK für Niederbayern in PassauPassau

Quellenangaben

IHK für Niederbayern in Passau

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