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15.11.2019
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Raus aus der Routine, raus aus dem Pendelstress!

Gemeinsam mit dem Technologie Campus Grafenau erprobt die Gemeinde Spiegelau im Rahmen des Modellprojektes „Digitales Dorf“ das Konzept des Coworking. Was in Städten schon funktioniert, kann auch für ländliche Regionen großes Potential haben.

Anfang Januar 2020 eröffnet in den Räumlichkeiten des KuBiS („Kultur und Bildung in Spiegelau“) in Spiegelau das „Coworking Dahoam 4.0“. Für alle Interessierten besteht die Chance auszuprobieren, ob die Arbeitsform des Coworking etwas für sie sein könnte – und das in einer sechsmonatigen Testphase völlig kostenlos.

Unter einem Coworking Space werden eingerichtete Arbeitsplätze und zugehörige Infrastruktur (Drucker, Besprechungsräume, etc.) verstanden. Diese können Privatpersonen oder Firmen regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum anmieten. Während Coworking Spaces in Städten meist von digitale Nomaden, Freiberuflern und StartUps genutzt werden, bietet es für den ländlichen Raum vor allem für Pendler gute Alternativen. Immerhin verlassen täglich rund 11.000 Pendler den Landkreis Freyung-Grafenau, davon viele in Richtung Passau oder sogar München. Digitalisierung macht es nun möglich, dass viele Arbeiten von nahezu überall aus erledigt werden können. Waren wir es bislang gewöhnt, dass wir zur Arbeit fahren, kommt nun die Arbeit zu uns. Warum also nicht dort arbeiten, wo andere Urlaub machen? Im Bayerischen Wald!

Bürgermeister Karlheinz Roth heißt alle zukünftigen Coworkerinnen und Coworker in Spiegelau willkommen.Bürgermeister Karlheinz Roth heißt alle zukünftigen Coworkerinnen und Coworker in Spiegelau willkommen.


Die Nutzung der Coworking-Räumlichkeiten ist gerade für jene Menschen interessant, die nicht täglich zwischen Wohn- und Arbeitsort pendeln wollen, sich aber im isolierten oder vielleicht unruhigen Homeoffice nicht wohl fühlen. Anstatt täglich weite Pendelstrecken zum Arbeitsort in die größeren Ballungszentren zurückzulegen, arbeiten diese in Absprache mit dem Arbeitgeber in den Coworking-Räumlichkeiten in Spiegelau. Dort genießen sie die Vorzüge eines modern ausgestatteten Arbeitsplatzes mit schnellem Internet, gutem Kaffee und Wald und Wiese direkt vor der Haustür. Neben weniger Pendelei finden Arbeitnehmer dort eine angenehme Arbeitsatmosphäre und inspirierende Gesellschaft – nicht nur die Geburtstagstorte in der Teeküche, sondern auch neue Ideen und Anregungen.

Für Arbeitgeber ergibt sich der Vorteil, dass für ihre Mitarbeiter im Coworking Space fokussiertes Arbeiten ohne Ablenkung möglich ist. Zudem schaffen moderne Arbeitsbedingungen in Zeiten des Fachkräftemangels gezielt Anreize für hochqualifiziertes Personal und erhöhen so die Unternehmensattraktivität.

Aus gesellschaftspolitischer Sicht trägt ein Coworking Space zur Verkehrsreduzierung in den Ballungszentren und zu CO2-Einsparung durch reduzierte Pendelverkehre bei. Und wird die mittägliche Leberkässemmel dann beispielsweise beim Spiegelauer Metzger gekauft, verlagert sich auch die Wertschöpfung in den ländlichen Raum. Weniger pendeln bedeutet zudem mehr freie Zeit, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit mehr Lebensqualität.

Testen den neuen Coworking Space in Spiegelau (v. r. n. l.): Campusleitung Prof. Dr. Diane Ahrens, Leiterin des KuBiS Spiegelau Julia Gangkofner, Hanna Schürzinger und Rainer Bomeisl vom TC GrafenauTesten den neuen Coworking Space in Spiegelau (v. r. n. l.): Campusleitung Prof. Dr. Diane Ahrens, Leiterin des KuBiS Spiegelau Julia Gangkofner, Hanna Schürzinger und Rainer Bomeisl vom TC Grafenau


Mit dem Pilotprojekt in Spiegelau erprobt der Technologie Campus Grafenau, welche Chancen die Arbeitsform des Coworking für die Region bieten kann. Gleichermaßen soll das Projekt Signalwirkung haben. Es soll gezeigt werden, dass hier ein Beitrag geleistet wird, um der Region durch Erhaltung und Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze eine neue Perspektive als lebens- und liebenswerter Arbeits- und Wohnort zu geben. Für die Testphase von sechs Monaten sucht der Campus Versuchspersonen. Es soll ausgelotet werden, wie groß die Akzeptanz von Coworking in der Region ist und welche Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, um die spezifischen Bedürfnisse der NutzerInnen zu erfüllen. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll das Angebot dementsprechend angepasst und bei Bedarf ausgebaut werden.

Ab Januar 2020 stehen die Türen des „Coworking Dahoam 4.0“ allen offen, die sich an die neue Form des Arbeitens heranwagen und so zu einem Vorreiter und Gestalter der Zukunft des ländlichen Raums werden wollen. Sowohl Arbeitnehmer aus der Region als auch Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern wohnortnahes Arbeiten ermögliche möchten, können sich direkt an Hanna Schürzinger vom Technologie Campus Grafenau wenden (E-Mail: hanna.schuerzinger@th-deg.de, Tel: 08552 975620-26).


- sb


Technologie Campus GrafenauFachhochschule | Grafenau

Quellenangaben

Technologie Campus Grafenau



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