zurück zur Übersicht
24.02.2019
716 Klicks
teilen

EFNS-Kabarett mit Prof. Dr. Michael Suda

„Guten Tag, Jenseitswald“, eilfertig nickt der Försterbestatter in die Leitung. „Oh, mein herzliches Beileid!“ Er lauscht. „Ja, gut, was war er denn so für'n Typ? Schießen Sie los“. Das Publikum lacht. „Ach, das wissen Sie nicht? Er hat nicht viel mit Ihnen geredet?“ Lautes Gelächter. „Ja, das ist ziemlich typisch.“

Rund 200 Mitglieder der europäischen Forstfamilie hatten sich am Mittwochabend in der ArberLandHalle Bayerisch Eisenstein eingefunden, um Prof. Dr. Michael Suda bei seiner kabarettistischen Einkreisung der Försterseele beizuwohnen. Nach der „Schinderei“ des ersten EFNS-Wettkampftages, welche allerorts noch lächelnd moniert wurde, freuten sich die Teilnehmer auf diesen kulturellen Höhepunkt der Veranstaltungsreihe. Nachdem man  Bürgermeister Charly Bauer zu einem Försterwitz genötigt hatte, begann das Programm:

Hier schlüpfte Suda, als Inhaber des Lehrstuhls für Wald- und Umweltpolitik an der TU München nicht ganz unerfahren im Umgang mit der „Grünen Spezies“, in verschiedene Rollen: Nach dem Bestatter trat der schüchterne Geschichtsdozent auf. Er verfolgte den historisch gewachsenen Blick auf den Försterstand von „Ich kann hetzen, jagen / und kann Leute plagen“ bis zur Familienserie „Forsthaus Falkenau“. Sein Kollege, ein Soziologe, kam dann auf die divergenten Ansprüche aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Verbänden im Hier und Jetzt zu sprechen. Diese resultierten in dem Wortungebilde „ökonologische Schnutzfunktion”. Der Förster selbst, eisern dem „Gesetz des Örtlichen“ folgend, winkt hier nur ab: „Ich gehe in den Wald!“

Es kamen weiterhin zu Wort: Die heulende Bracke Waldi, ein Messeverkäufer von “Deer & mir” mit vollautomatischem „Vollförster“, Eventmanager Pit Forster, der den Wald als „Generator of Unforgettable Moments“ verkaufte, ein indischer Guru, dessen orchestriertes Mantra aus „Nachhaltigkeit“, „Multifunktionalität“ und „Wald-Forst-Holz“ die Halle füllte und schließlich der Münchner Forstarzt. Neben Bürstenwuchs, männlicher Schütte, Schirmschlaganfällen und Anglizysten mit Dialekt, so meinte er, litten seine Patienten häufig an einem Bonsaikomplex. „Dabei haben sie diesen doch überhaupt nicht nötig“, lamentierte er. Das abschließende Credo: „Mit dem Wald verändert ihr die Welt“ wärmte die Gemüter der Anwesenden und machte Lust auf die kommenden beiden Eventtage.

 


- dt


ARBERLAND REGio GmbHRegen

Quellenangaben

Miriam Lange, Arberland Regio



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Lob für den MesseauftrittRegen „Das Arberland präsentiert sich wieder hervorragend“, sagte der stellvertretende Landrat Willi Killinger nach dem Besuch der Grünen Woche in Berlin. Killinger war in Vertretung der Landrätin Rita Röhrl in die Bundeshauptstadt gereist um sich zu informieren.Mehr Anzeigen 24.01.2019Regionales Handwerk: Martin Engl, SattlerRegen Einerseits leiden viele Handwerksbetriebe in der Region unter einem beachtlichen Fachkräftemangel. Und andererseits kann man feststellen, dass immer Menschen sich wieder den traditionellen alten Handwerksberufen verschreiben.Mehr Anzeigen 20.12.2018So klappt die Integration schon im KindergartenRegen Die Integration von Kindern aus verschiedensten Ländern und Kulturen stellt die Fachkräfte der Kindertageseinrichtungen immer wieder vor neue Herausforderungen, wie Michaela Müller, Fachberaterin im Landkreis Regen, aus Besuchen in den Kitas, weiß.Mehr Anzeigen 14.12.2018„Kulinarisches Schaufenster“ im Schmankerlreiseführer „100 Genussorte in Bayern“Regen Am Freitag hat Staatsministerin Michaela Kaniber den neuen Reiseführer „100 Genussorte in Bayern“ vorgestellt. Mit dabei im Katalog der blauweißen Leckereien sind auch die Landkreis-Städte Regen und Viechtach sowie Zwiesel mit seinem „Kulinarischen Schaufenster - Schmankerl aus der Region“.Mehr Anzeigen 06.12.2018Muthmann-Wahlkampfversprechen eingelöst – 8 000 Euro sind verteiltRegen Landtagsabgeordneter Alexander Muthmann (FDP) hat die Wahlkampf-Aktion „Spenden statt Postwurfsendungen“ abgeschlossen. Die letzten Schecks erhielten das Tierheim Regen und der Verein „Hilfe für syrische Flüchtlinge in Niederbayern“.Mehr Anzeigen 15.11.2018Spenden statt Postwurfsendung: MdL Muthmann überreicht Spenden-SchecksRegen Die ersten zwei von insgesamt acht Tausendern bekamen bei einem Termin im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum der Hospizverein Zwiesel-Regen und die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Regen für das Projekt „Frau Musica kennt kein Alter“, das gerade gestartet wurde.Mehr Anzeigen 11.10.2018