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16.11.2018
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Das Leben auf einer mittelalterlichen Burg

Auf die Spuren des mittelalterlichen Lebens begaben sich die drei siebten Klassen des Gymnasiums Freyung im Rahmen des Geschichtsunterrichts, um einmal das Leben auf einer mittelalterlichen Burg zu erkunden. Ich war als Schülerzeitungs-Reporter mit meiner Kamera und meinem Notizbuch dabei, um ausführlich darüber berichten zu können. Mit dabei waren auch die Geschichtslehrerinnen Ulrike Philipp-Rauscher, Heike Früchtl und Tanja Wagner.

Wir fuhren von Freyung aus mit dem Bus nach Kašperské Hory (dt.: Bergreichenstein) zur Burg Karlsberg. Nach einer guten Stunden Fahrt kamen wir an. Leider hatten wir aber kein gutes Wetter erwischt: Als wir aus dem Bus ausstiegen, regnete es ziemlich und der Wind pfiff uns um die Ohren; so zogen wir notgedrungen gleich unsere Mützen und Handschuhe über. Denn zuerst mussten wir nämlich noch einen guten Kilometer bis zur Burg hochwandern.

Es war wirklich ein beeindruckender Anblick, als wir die Burg vom Weg aus das erste Mal sahen! Burg Karlsberg ist nämlich eine Höhenburg und zudem die am zweithöchsten gelegene Burg in Tschechien.

Bevor wir die Burg betraten, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe, der ich angehörte, fing mit der Besichtigung der Burg an. Die zweite Gruppe ging auf eine Aussichtsplattform in der Nähe der Burg, das sog. Ödschlössel. Danach konnte sich Gruppe zwei noch im Burghof austoben und wurde vom Verwalter der Burg mit heißem Früchtetee versorgt.

Nun aber mal zur Burgführung: Zuerst gingen wir ins Erdgeschoss des Burggrafengebäudes: Dort waren Bilder der Burg aus früheren Zeiten ausgestellt und man konnte auch Knochen von Tieren sehen, die die Menschen auf der Burg vermutlich gegessen haben.

Im ersten Stockwerk des Burggrafengebäudes durften wir Karl IV. kennenlernen, der die Burg ab dem Jahr 1360 erbauen ließ. Der Bau dauerte bis 1365. Wir konnten die Gründungsurkunde betrachten, die auf Lateinisch geschrieben war. Auch Schreibwerkzeug wie Federn und Vorfahren der Stifte lagen in der Ausstellungsvitrine.

Im nächsten Stockwerk des Burggrafengebäudes wurde uns ein Gipsmodell der Burg präsentiert, und unser Führer hat uns auch sehr viel über die Entstehung der Burg erzählt. Die Besonderheit an dieser Burg ist, dass sie zwei Bergfriede – das ist der höchste Turm – hat.

Dann gingen wir vom Burggrafengebäude in einen dieser Bergfriede, wo wir wieder ein Stockwerk höher ein karg eingerichtetes Zimmer betraten Dort wurde uns in einer kleinen Animation vorgestellt, wie es in einem mittelalterlichen Schlafzimmer ausgehen hat. Uns wurde auch gezeigt, wie einmal ein großer Brand in der Burg gewütet hat. Man konnte in der Animation beobachten, wie das Schlafzimmer abbrannte.

In der fünften Etage wurden uns verschiedene Bauwerkzeuge vorgestellt. Auch einen mittelalterlichen Kran konnten wir uns genau anschauen.

In der sechsten und letzten Etage hielten wir uns nicht lange auf, da dieser Raum die Turmspitze war und es dort keine Fenster gibt. Da war es ganz schön kalt und windig drin! Bestimmt hätte man von dort oben eine schöne Aussicht, aber wir sahen nur Nebel, Wolken und Regen.

Wir waren also nicht traurig, als es nach diesem kalten Raum wieder nach unten ging. Dort hatte der Führer noch eine Überraschung für uns: Er brachte uns zurück ins Burggrafengebäude und zeigte uns in einer aufwändigen Animation, wie die Menschen früher auf der Burg lebten, was die Burgfräulein in ihrer Freizeit taten, wie die jungen Ritter trainierten und wie man damals gejagt hat.

Danach war die Burgführung leider auch schon wieder vorbei und wir tauschten die Gruppen. Nun durften wir zur Aussichtsplattform gehen und anschließend voller neuer Eindrücke die Heimreise antreten.


- sb


Gymnasium FreyungFreyung

Quellenangaben

Gymnasium Freyung
Text: Jacob Friede (Schülerzeitung Freinger Zwitscher-Blatt)
Fotos: Jacob Friede, Tanja Wagner



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