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09.03.2017
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Die Zwieseler Gymnasiumsanierung soll noch heuer starten

Regen. Weitreichende Entscheidungen fällten die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses am Dienstag, 7. März, in der jüngsten Ausschusssitzung. Die Mitglieder gaben unter anderem endgültig grünes Licht für Erweiterung und Generalsanierung des Gymnasiums Zwiesel, zudem berieten sie über die Verlegung der Landwirtschaftsschule Regen. Sie soll im sogenannten Grünen Zentrum untergebracht werden.

Architekt Georg Oswald stellte den Räten die detaillierten Planungen vor. Bis ins Jahr 2021 sollen dort rund 14 Millionen Euro investiert werden. Noch heuer sollen die Baumaßnahmen mit der Erweiterung der Mensa und der Sanierung der Heizung begonnen werden. In den kommenden Jahren soll es Anbauten und zum Teil auch Gebäudeaufstockungen geben, erklärte Oswald. Berücksichtigt wurden dabei die aktuellen Voraussetzungen, so finde ein moderner Unterricht in der Regel in Fachräumen statt. Kämmerer Franz Baierl erklärte, dass man „mit einer Förderung von rund 57 Prozent der förderfähigen Kosten“ rechnen könne, wobei noch kein Förderbescheid vorliegt, insofern könne man nur von dem ausgehen, was bisher besprochen wurde. Dementsprechend rechnet Baierl mit einer Förderung von 6398000 Euro. „Wir werden vielleicht morgen schon die Baugenehmigung bekommen“, sagte Baierl, insofern hofft er, dass man Anfang Juli mit einem Spatenstich loslegen kann. Einstimmig beschlossen die Räte, die Maßnahme auf den Weg zu bringen und die entsprechenden Mittel in den kommenden Haushalten einzuplanen.

Im nächsten Tagesordnungspunkt wurde über die Wärmeerzeugung am Gymnasium Zwiesel beraten. Fachplaner Michael Kopp sprach über die verschiedenen Möglichkeiten, von der eigenen Gasheizung über Biomasseverwertung bishin zur Wärmelieferung. Er verglich dabei die verschiedenen Varianten und brachte auch die Kosten zur Sprache. Eine Biomasseanlage „ist die teuerste Lösung“, sagte er,  dies wäre nur möglich, wenn man via Klimaschutz-Modell-Projekt eine besondere Förderung bekommen würde. Am günstigsten wäre aus Sicht der Planer ein Wärmeliefervertrag. Landrat Adam schilderte, dass bereits Leitungen der Stadtwerke Zwiesel zum Gymnasium führen. Insofern könne man in diesem Fall mit einem Angebot der Stadtwerke rechnen. „Das muss sich für uns aber auch rechnen“, gab Adam vor, die „Quintessenz der Rechnung“ sei, dass am wirtschaftlichsten die Ausschreibung der Wärmeversorgung sei. Die Räte beschlossen einstimmig, dass die Nahwärmeversorgung des Gymnasiums zusammen mit der Glasfachschule ausgeschrieben werden soll. Die Ausschreibung muss öffentlich europaweit erfolgen, erklärte Kämmerer Baierl. In der Ausschreibung legte das Gremium auch eine Obergrenze fest, die auf einem unverbindlichen Angebotspreis der Stadtwerke Zwiesel beruht.

„Wir haben im Bereich der Integrationsarbeit eine zu hundert Prozent geförderte Stelle geschaffen“, sagte Landrat Adam einleitend zum dritten Tagesordnungspunkt, der Vorstellung der neu eingestellten Bildungskoordinatorin Kristina Beckermann. „Ich möchte kurz das Projekt Bildungskoordination für Neuzugewanderte vorstellen“, sagte Beckermann. Dabei stellte sie klar, dass es keine einheitliche Definition von Neuzugewandert gibt. Im weitesten Sinn sei sie für alle Menschen, die neu im Landkreis Regen leben zuständig. Im Alltag werde sie sich sicherlich besonders mit der Bildungskoordination von Flüchtlingen und Migranten beschäftigen. Sie blickte auch in die Statistik, so gibt es im Landkreis Regen derzeit 4176 Ausländer, davon kommen 2374 aus Ländern der EU oder Drittstaaten, wie der Türkei. Der größte Teil der Ausländer ist männlich und über 35 Jahre alt. „Sie werden mit typischen Bildungsangeboten nicht erreicht“, erklärt Beckermann.  Mit ihrer Arbeit will sie Transparenz in der Bildungsarbeit schaffen. Um dies zu erreichen will sie bestehende Netzwerke ausbauen und neue knüpfen. Sie plant auch eine Bildungskonferenz abzuhalten und auch ein Konzept für Migranten am Berufsbildungstag soll erarbeitet werden.

Landrat Adam informierte ferner darüber, dass im zweiten Halbjahr des aktuellen Schuljahres an der Berufsschule wieder eine Berufsintegrationsklasse für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge sowie unbegleitete Minderjährige errichtet wurde.

Danach informierte er über die Neuorganisation des Heimbetriebes für die Schüler der Glasfachschule Zwiesel. Dort erfolgt zum Schuljahreswechsel 2017/18 ein Trägerwechsel. Der neue Träger habe mittlerweile die heimaufsichtliche Genehmigung bei der Regierung beantragt, zudem wurde bereits mit dem alten Träger über eine Personalübernahme gesprochen.

Auch die geplante Dreifachturnhalle am Regener Schulzentrum wurde besprochen. Hier war eigentlich geplant, dass die Stadt Regen die Halle baut und der Landkreis sich dort langfristig für 665000 Euro einmietet. Die Förderstelle verlange ein anderes Vorgehen, demnach müsse der Landkreis Regen bauen und sich die Stadt einmieten. Nachdem die finanzielle Belastung für den Landkreis am Ende aber mit rund 665000 Euro gleichbleibt, gab es von Seiten der Ausschussmitglieder keinen Widerspruch.

Das geplante Grüne Zentrum und die eigentlich angedachte Unterbringung der Landwirtschaftsschule beschäftigte den Ausschuss. Hier berichteten Landrat Adam und Bürgermeisterin Ilse Oswald, dass es vor allem mit der Immobilien Freistaat Bayern  (IMBY) Probleme gibt, die eigentlichen Pläne umzusetzen. „Staatsminister Helmut Brunner steht uns zur Seite, aber die IMBY forderte eigenständige Bauten für sich“, erklärte Adam. Die Räte beschlossen die Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaftsschule, in das geplante Grüne Zentrum zu verlegen, sofern dies möglich und für den Landkreis finanziell tragbar ist. „Wir wären gerne dabei, wenn es einen Synergieeffekt gibt“, betonte Adam, doch derzeit scheint die Entwicklung in eine andere Richtung zu gehen. Alternativ dazu soll geprüft werden, ob die Tierzuchtstiftung ein entsprechendes Gebäude bauen kann. Dort könnte sich der Landkreis als Sachaufwandsträger einmieten und so der Schule Raum bieten. Die Räte waren sich aber einig, dass der Landkreis für die Landwirtschaftsschule kein neues Schulgebäude errichten werde, denn dies sei finanziell nicht tragbar, da die Schule in der Regel nur stundenweise genutzt werde. Hier könne man keinen Vergleich zu anderen Schulen ziehen. Letztendlich werden sich die Räte mit dem Thema in einer späteren Sitzung noch einmal befassen müssen.


- sb

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Landratsamt RegenLandratsamt | Regen

Quellenangaben

Landratsamt Regen



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