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28.09.2022
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Brückenland zu Besuch im Ilzer Land

Die „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE) steht für die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen mehreren Gemeinden. Doch auch der Erfahrungsaustausch zwischen den unterschiedlichen ILE-Regionen ist von großer Bedeutung. Viele ILEn im ländlichen Raum stehen nämlich vor denselben Herausforderungen, wie beispielsweise aussterbende Ortskerne oder der demografische Wandel – so auch die beiden ILEn „Brückenland Bayern-Böhmen“ und „Ilzer Land“. Um sich einen Eindruck über die einzelnen Projekte im Ilzer Land zu verschaffen, war die in der Oberpfalz gelegene ILE Brückenland vor Kurzem zu Besuch im Ilzer Land.

Startpunkt der Exkursion war das Gemeindehaus in Eppenschlag, wo die Besucher/-innen von Peter Schmid, 1. Bürgermeister der Gemeinde Eppenschlag, Corina Molz, Geschäftsleiterin der ILE Ilzer Land, sowie Ron Metzner, ILE-Betreuer des Amts für Ländliche Entwicklung Niederbayern, begrüßt wurden. Bürgermeister Schmid gab einen Einblick in die Entstehung und das Nutzungskonzept des Gemeindehauses, in das „Genussdorf Eppenschlag“ und in viele weitere Themen. „Nicht nur verwalten, sondern auch gestalten“ lautet die Devise des 1. Bürgermeisters von Eppenschlag. Im Anschluss daran durften die Teilnehmer/-innen das Gemeindehaus bei einer Führung besichtigen.

Begeistert vom Tatendrang und Engagement des Bürgermeisters Peter Schmid ging die Exkursion weiter nach Grafenau, wo die Besucher/-innen von Werner Weny, 1. Vorsitzender des Ilzer Landes, Alexander Mayer, 1. Bürgermeister der Stadt Grafenau, und Susanne Hartinger, Projektkoordinatorin für Innenentwicklung im Ilzer Land, empfangen wurden. Es folgte ein kurzer Stadtrundgang, bei dem unter anderem die Kirche, der Technologie Campus Grafenau, die Außenstelle des Finanzamts München sowie der Stadtplatz besichtigt wurden. Insbesondere am Beispiel des Technologie Campus, der in einem Leerstand entstanden ist, konnte den Exkursionsteilnehmern/-innen verdeutlicht werden, welch hohen Stellenwert das Thema Innenentwicklung in der ILE Ilzer Land hat. Sie erhielten dadurch außerdem einen Einblick, wie das Ilzer Land mit der Regierung von Niederbayern sowie dem Amt für Ländliche Entwicklung Hand in Hand zusammenarbeitet und was in der Region bereits erreicht werden konnte. Zum Schluss präsentierte Bürgermeister Mayer den Anwesenden den neuen Outdoor Touch Kiosk am Stadtplatz in Grafenau, der über das Regionalbudget der ILE Ilzer Land gefördert wurde. Neben Informationen zur Stadt können hier beispielsweise auch Informationen zur Gastronomie oder zu den Geschäften abgerufen werden.

Anschließend ging es für die Gäste aus dem Brückenland weiter nach Ringelai, wo nach einem gemeinsamen Mittagessen neben der Grundschule auch das Ärztehaus sowie das in einem Leerstand entstehende „SmartesLand-Zentrum“ besichtigt wurden. Mit dabei waren die neuen Mitarbeiterinnen im „Smart-City“-Projekt Lena Schandra, Michele Bauer, Saskia Sittel und Maria Grübl. Das neue Frauenteam stellte sich im SmartesLand-Zentrum vor und gab einen aktuellen Überblick über das Förderprojekt. Dabei ging die Projektleiterin Lena Schandra darauf ein, dass „Smart City“ auch zum Land passt und nicht nur digitale, sondern auch analoge Ziele verfolgt. Bei „Smart City“ oder für unsere Region auch „SmartesLand“ gehe es nämlich über die Digitalisierung hinaus auch um die Entwicklung der Ortskerne im Ilzer Land – verbunden mit der Stärkung der Daseinsvorsorge sowie der Förderung des gesellschaftlichen Lebens vor Ort. Um dies auch den Bürgern/-innen näherzubringen und sie aktiv miteinzubinden, bedarf es einer regelmäßigen Information und verschiedenster Bürgerbeteiligungsformate – analog und digital. „Die Plattform ‚MITREDEN‘ ist eine digitale Bürgerbeteiligungsplattform für das Ilzer Land und steht allen beteiligten Gemeinden zur Verfügung. So erhalten die Bürger/-innen im Ilzer Land die Möglichkeit, sich neben analogen Möglichkeiten zusätzlich auch digital beteiligen zu können“, ergänzte Sittel, Mitarbeiterin für Bürgerbeteiligung. Die Bürgerbeteiligungsplattform „MITREDEN“ ist allerdings nur eines von vielen Projekten, die im Laufe des Smart-City-Förderzeitraums realisiert werden sollen. „Derzeit befinden wir uns noch in der Strategiephase. Ab dem Jahr 2023 sollen die in der Strategie priorisierten Maßnahmen auch umgesetzt werden“, so Schandra. Dabei gab Schandra einen kurzen Einblick in die Projekte, die im Antrag für die Förderung angedacht waren und zum Teil wie vorgesehen oder in abgewandelter Form verwirklicht werden sollen. Dazu zählen zum Beispiel die hybriden Dorfzentren, die im Falle der ehemaligen Sparkasse Ringelai – baldiges SmartesLand-Zentrum – bereits in Angriff genommen wurden, oder auch die digitalen Anschlagtafeln, für die derzeit die Bestellungen aufgegeben werden. „Doch im Zuge der zahlreichen Bürgerbeteiligungsformate und Gemeindeworkshops sind sehr viele weitere interessante Ideen entstanden, deren Finanzier- und Umsetzbarkeit im Rahmen des Strategieprozesses geprüft werden sollen“, so Schandra. Michele Bauer, Mitarbeiterin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte im Anschluss die bereits laufenden Marketingmaßnahmen, wie beispielsweise in den sozialen Medien und den Gemeindeblättern. Als Letztes stellte sich Maria Grübl, Mitarbeiterin für Finanzen, vor. Ihre Aufgaben im Rahmen des SmartesLand-Projekts betreffen insbesondere die Fördermittelabwicklung.

 

Erfahrungsaustausch, Vernetzung und Anregungen für die eigene ILE-Arbeit – diese Ziele verfolgte die Exkursion der ILE Brückenland ins Ilzer Land, deren Startpunkt in der Gemeinde Eppenschlag war.
Erfahrungsaustausch, Vernetzung und Anregungen für die eigene ILE-Arbeit – diese Ziele verfolgte die Exkursion der ILE Brückenland ins Ilzer Land, deren Startpunkt in der Gemeinde Eppenschlag war.


Endstation der Exkursion war die Bauhütte Perlesreut, die als besonders ortsbildprägendes Gebäude das Aushängeschild für gelungene Baukultur und zugleich Dreh- und Angelpunkt der ILE Ilzer Land ist. Gerhard Poschinger, 1. Bürgermeister des Marktes Perlesreut, wartete bereits auf die Gäste und erläuterte ihnen bei einer Führung die Entstehung und das Nutzungskonzept der Bauhütte. Die Besucher/-innen aus dem Brückenland waren von der vielseitigen Nutzung des Gebäudes begeistert. Zudem beeindruckte sie die besondere Gestaltung der Bauhütte als Ort, an dem regionale Baukultur erlebbar gemacht wird. Nach der Führung durch die Räumlichkeiten stellte die ILE-Geschäftsleiterin Corina Molz noch die Bandbreite an Themen und Projekten im Ilzer Land vor. Vom Themenbereich Soziales über Innenentwicklung und Digitalisierung bis hin zu Wirtschaft, Öko-Modellregion, Energie und auch Klimaschutz – das Ilzer Land ist mittlerweile so breit gefächert wie noch nie. „Die ILE Ilzer Land bearbeitet so viele Themenschwerpunkte und Projekte, dass es den Rahmen der heutigen Veranstaltung sprengen würde, alle zu beschreiben. Daher werde ich lediglich auf die herausragendsten Projekte eingehen. Wir sind sehr gerne dazu bereit, unsere Erfahrungen an andere Regionen weiterzugeben. Bei Fragen stehen wir daher jederzeit zur Verfügung“, so Molz. Beeindruckt von der Vielfalt an Aktivitäten und der Breite der Themenfelder im Ilzer Land machten sich die Gäste wieder auf den Heimweg in die Oberpfalz.


- SB


Ilzer Land e.V.Perlesreut

Quellenangaben

Ilzer Land e.V.

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