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25.09.2022
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Glück verdoppelt sich, wenn wir es teilen

Sie hat in ihrem Leben viele Stationen durchlaufen. Modeschule, Kinderzentrum, Studium, Seniorenbegleitung, Geschäftsführerin und jetzt Direktorin. In der Caritas ist sie angekommen. Familie und Beruf vereinbaren, die Stimme erheben für Menschen, die keine Stimme haben, als Führungskraft gestalten. Dabei sich selber und dem eigenen Anspruch treu bleiben. Beim „Talk in Max“ hat die Passauer Diözesan-Caritasdirektorin, Mag.a (FH) Andrea Anderlik, MSc, einen ganz persönlichen authentischen Einblick in ihr Leben gegeben. „Du bist, die Du bist“, könnte man zusammenfassen.

Einen bunten Regenschirm spannte Moderator Martin Clemens, Referent der Berufungspastoral im Bistum Passau, für sie auf. Symbol für den Rettungsschirm, den Andrea Anderlik von den politisch Verantwortlichen für die Menschen und die Caritas-Einrichtungen angesichts der derzeitigen Energiekrise und Kostensteigerungen gefordert hat. Als Caritasvorstand weiß sie sich verpflichtet, damit Menschen in Not nicht vergessen werden. „Not sehen und Handeln“ gilt für sie. Daran hat sich nichts geändert, als sie Anfang März von der Caritas Oberösterreich zur Caritas in Passau wechselte.

Einen Schutzschirm für Menschen in Not fordert die Diözesan-Caritasdirektorin Andrea Anderlik.
Einen Schutzschirm für Menschen in Not fordert die Diözesan-Caritasdirektorin Andrea Anderlik.


Ja, sie ist inzwischen angekommen. „Dabei ist diese neue Position, wie so vieles in meinem Leben auf mich zugekommen“. Sie wurde angefragt und hat sich mit der Bewerbung auf einen neuen Lebensabschnitt eingelassen. Das war schon so, als sie nach der Modeschule und der Arbeit in einem Brautmodensalon und im Sportmode-Handel in den Sozial-Bereich wechselte. Dabei spielte das zweite Grundmotiv, ihre Familie, eine Rolle. Über die Kinderbetreuung kam sie ins Eltern-Kinderzentrum Linz Land. Ihre beiden Kinder, Familie und Geschäftsführung galt es unter einen Hut zu bringen. Dazu berufsbegleitend ein Sozialmanagement-Studium. Das hieß klares Zeitmanagement und die Hilfe ihrer Familie und Verständnis; bis heute. „Ob Arbeit oder Freizeit“ sagt sie, „es ist immer Lebenszeit und deshalb muss es stimmig sein“.

Dazu gehört auch, dass sie bis heute gerne schneidert und für sich selbst Kleidung entwirft. Ihre Ziele verfolgt sie mit Ehrgeiz, strukturiert. „Nur so können wir Zeit effektiv nutzen“. Das ist ihr wichtig, wenn sie von Work-Life-Balance spricht.

Genauso das Miteinander in Familie und Beruf. „Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn wir es teilen“, lautet ein Credo der 48jährigen. Mit Wertschätzung und Achtsamkeit möchte sie auch den fast 4000 Mitarbeiter*innen in der Caritas begegnen. Ein Zeichen dafür: ihre Bürotür steht offen. „Andere einbeziehen, gemeinsam nach Lösungen suchen“, so versteht sie ihre Führungsverantwortung. So hat sie es in den Senioreneinrichtungen der Caritas Oberösterreich gehalten, schließlich als Geschäftsführerin und Vorständin. „Du brauchst eine offene und transparente Kommunikation“. Sie setzt dabei auch auf den kollegialen Umgang in der Führungsebene.  

Small-Talk in St. Max. Andrea Anderlik mit Martin Clemens (Mi.) und Prof. Dr. Bernhard Bleyer. Er leitet den Masterstudiengang „Caritaswissenschaft und werteorientiertes Management“ an der Universität Passau und ist Mitglied im Caritas-Aufsichtsrat.
Small-Talk in St. Max. Andrea Anderlik mit Martin Clemens (Mi.) und Prof. Dr. Bernhard Bleyer. Er leitet den Masterstudiengang „Caritaswissenschaft und werteorientiertes Management“ an der Universität Passau und ist Mitglied im Caritas-Aufsichtsrat.


Dass Frauen Familie und Beruf vereinbaren können, dass sie berufliche Aufstiegschancen haben, gibt sie aus eigener Erfahrung weiter. Sonst wäre sie auch nicht die erste Caritasdirektorin in Passau geworden. Ihr Mann und die inzwischen erwachsenen Kinder kommen ihr entgegen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Denn ihr Mann pendelt zum Teil von Linz nach Passau – „mit dem Rennrad“, wie sie anfügt. Und umgekehrt pendelt Andrea Anderlik am Wochenende in die Heimat nach Linz. Die Familie spielt eine entscheidende Rolle für sie. In der Familie ist auch ihr Glaube grundgelegt worden. Die Eltern, der Großvater mit seinem kleinen Hausaltar, haben sie geprägt. So ist sie über die Jugendarbeit großgeworden, hat später Erstkommunion,- Firm- und Jugendgruppen geleitet. Sich von Gott getragen wissen, das ist für Andrea Anderlik so ein drittes Lebensmotiv. Diese innere Überzeugung weiterzutragen in der Caritas, gehört für sie dazu. Das würde sie auch als Berufung verstehen.

Klar, die momentanen Herausforderungen für sie sind groß. Die Corona-Krise überwinden, die Energie-Krise und Kostenexplosion meistern, dem Fachkräftemangel entgegensteuern. Für letzteres will sie mit einem Maßnahmenbündel Akzente setzen, dass die Arbeit bei der Caritas attraktiv ist und viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Sie selber ist dafür ja ein Beispiel. Für die ersten beiden Themen fordert sie einen Rettungsschirm, den Moderator Martin Clemens schon aufgespannt hatte.

Und sie hat noch ein Herzensprojekt: die Integration beeinträchtigter älterer Personen in einer Senioreneinrichtung um sie über eine Reha-Maßnahme wieder fit zu machen für Zuhause. „Dafür wäre ich Feuer und Flamme; vielleicht nicht übermorgen, aber im Hinterkopf behalte ich das!“. Wer der Caritasdirektorin beim „Talk in Max“ – musikalisch umrahmt von der Musikgruppe „Fresh“ – begegnete, durfte erleben: Andrea Anderlik ist die, die sie ist. Angekommen in der Caritas Passau mit Leidenschaft und Herz.


- SB


Caritasverband für die Diözese Passau e. V.Passau

Quellenangaben

Caritasverband für die Diözese Passau e.V.
Text: Wolfgang Duschl

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