zurück zur Übersicht

02.02.2022
1016 Klicks
teilen

Erfolgreiche Zertifizierung der Stroke Unit des Bezirksklinikums Mainkofen

Vor kurzem wurde die Stroke Unit am Bezirksklinikum Mainkofen erneut erfolgreich zertifiziert. Schlaganfallpatienten im Akutstadium steht somit eine moderne Versorgungseinheit mit einem erfahrenen, bestens trainierten Team und modernstem Equipment im Rahmen der apparativen Sofort-Diagnostik am Neurologischen Zentrum zur Verfügung. Stroke Units sind Spezialeinheiten zur Schlaganfallbehandlung, die besondere Qualitätskriterien erfüllen müssen, wie modernste diagnostische Ausstattung, die Befähigung zur Thrombolyse und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

„Wir freuen uns natürlich sehr über die erneute Zertifizierung“, sagt OA Dr. Wiesmayer, Leiter der Stroke Unit. „Wir haben hart dafür gearbeitet und im Vorfeld alle unsere Standards der Schlaganfallbehandlung nochmal gemäß neuesten Studienergebnissen und den aktuellen Leitlinien auf den Prüfstand gestellt“.

Eine wichtige Neuerung in den Leitlinien für Schlaganfallpatienten ist, dass eine systemische Thrombolysetherapie zur Auflösung von Blutgerinnseln bei Schlaganfallsymptomen innerhalb eines 4,5 Stunden Zeitfensters unabhängig vom Schweregrad erfolgen soll. Dies gilt sowohl für leicht betroffene Patienten, als auch für Patienten mit klinisch schwerem Schlaganfallsyndrom. Das Ausmaß einer potenziellen Behinderung soll laut Leitliniengruppe nicht mit der initialen Schwere des Schlaganfalls auf der sogenannten NIH-Stroke Skala gleichgesetzt werden. „Gerade bei Sprachstörungen greift diese Änderung und berücksichtigt die große psychosoziale Belastung von Patienten mit bleibender Sprachstörung.“, erklärt Dr. Wiesmayer.

Die Stroke Unit des Bezirksklinikums Mainkofen zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Patienten durch ein interdisziplinäres Team betreut werden. Auf der Schlaganfall-Station arbeiten darum Neurologen mit einer zusätzlichen intensivmedizinischen Ausbildung und speziell qualifizierte Pflegefachkräfte Hand in Hand mit Physio-, Logo- und Ergotherapeuten.

Time is Brain, weil beim Schlaganfall jede Sekunde zählt

„Es zählt tatsächlich jede Minute, die von der Aufnahme des Betroffenen bis zum Beginn einer eventuellen Intervention, gewonnen wird.“, betont der erfahrene Oberarzt. „Wir haben ein jahrelang auf der Stroke Unit tätiges, erfahrenes Team und trainieren die Abläufe immer wieder, so dass wir bei der „Door to Needle“-Zeit, also der Zeit vom Eintreffen des Patienten bis zur Thrombolyse im Schnitt bei ca. 20 Minuten und oft auch darunter liegen. Das kann sich wirklich sehen lassen und verhilft unseren Patienten oft zu einem guten Outcome. Unser Ziel ist es, dass unsere Patienten später unter keinen bleibenden Einschränkungen zu leiden haben oder diese so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb ist die rasche Versorgung der Patienten ab dem Eintreffen auf unserer Stroke Unit oberstes Gebot.“

Leider ist der Gewinn von Minuten nach der Aufnahme des Betroffenen auf der Stroke Unit sehr begrenzt, wenn in der so genannten prähospitalen Phase, also der Zeit vom ersten Auftreten des Schlaganfalls bis zum abgesetzten Notruf unter der Nummer 112  zu viel Zeit verstreicht. Oftmals sind hier nicht verlorene Minuten, sondern Stunden und schlimmstenfalls auch ein oder zwei Tage Zeitverlust zu beklagen, was wiederum die Chancen auf ein gutes Outcome schwinden lässt. Leider, denn je früher die Therapieeinleitung nach einem Schlaganfall beginnt, umso besser sind die Prognosen für den weiteren Verlauf. Über die Zukunft des betroffenen Patienten entscheiden somit die Schnelligkeit von Notruf, Notarzt und auch die Infrastruktur der Klinik. Oberarzt Dr. Walter Wiesmayer fährt selbst seit über 10 Jahren Notarzteinsätze und erlebt in der Praxis leider allzu oft, dass wertvolle Zeit verstreicht.

(von links): Oberarzt PD Dr. Scheßl, Stefanie Eckl, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Klinikdirektor Uwe Böttcher, Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke, QR-Koordinator Kurt Kroner, Jasmin Berger, Pflege-Stationsleitung und Oberarzt Dr. Walter Wiesmayer freuen sich über die Auszeichnung, die dem Team der Stroke Unit eine hohe Versorgungsqualität bescheinigt.
(von links): Oberarzt PD Dr. Scheßl, Stefanie Eckl, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Klinikdirektor Uwe Böttcher, Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke, QR-Koordinator Kurt Kroner, Jasmin Berger, Pflege-Stationsleitung und Oberarzt Dr. Walter Wiesmayer freuen sich über die Auszeichnung, die dem Team der Stroke Unit eine hohe Versorgungsqualität bescheinigt.


„Darum wollen wir gerade auch im Bereich der Schlaganfallfrüherkennung den Hebel ansetzen. Ziel ist, dass der Notruf 112 bei Verdacht auf einen Schlaganfall deutlich früher abgesetzt wird. Durch Aufklärung und die Beratung, wie man einen Schlaganfall erkennt, beispielsweise mit dem „Fast-Test“ (Face-Arm-Speech-Time-Test), wollen wir die Bevölkerung zum raschen Handeln befähigen. Dieser Test wird explizit in den neuen Leitlinien zur Anwendung empfohlen. Er gibt auch Laien die Sicherheit, Symptome eines Schlaganfalls zu erkennen und in der Folge sofort die Notrufnummer 112 zu wählen.“, so Dr. Wiesmayer.

„Das Behandlungsteam unserer zertifizierten Stroke Unit leistet hervorragende Arbeit und auch in die technische Ausstattung wurde viel investiert. Unser Neurologisches Zentrum unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke bietet ein umfangreiches Leistungsspektrum bei allen neurologischen Erkrankungen auf höchstem Niveau,“ ergänzt Klinikdirektor Uwe Böttcher. Sein Dank gilt dem gesamten Team von Stroke Unit und Intensivstation mit den beiden Oberärzten PD Dr. Scheßl und Dr. Wiesmayer, den bestens qualifizierten Pflegekräften, den Therapeuten der Logo-, Ergo- und Physiotherapie sowie Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke für Ihren Einsatz zum Wohle der Patienten.


- SB


Bezirksklinikum MainkofenMainkofen

Quellenangaben

Bezirksklinikum Mainkofen

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.


Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?


Ähnliche Berichte

Psychiatrische Ambulanzen des Bezirksklinikums Mainkofen erneut erfolgreich zertifiziertDeggendorf Die Ambulanzen für psychische Gesundheit in Mainkofen, Passau, Grafenau und Pfarrkirchen sind Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Niederbayern, die ein stets qualitativ hochwertiges wohnortnahes Therapieangebot für Menschen mit schweren oder chronischen psychischen Erkrankungen anbieten.Mehr Anzeigen 28.09.2022Voll im Leben: Welt-MS-Tag am 30. Mai 2022Deggendorf (Mainkofen) Am 30. Mai wird die Aufmerksamkeit auf die weltweit 2,8 Millionen Menschen gelenkt, die mit dieser Autoimmunerkrankung leben müssen. Die Multiple Sklerose ist eine chronische neurologische Erkrankung des zentralen Nervensystems.Mehr Anzeigen 27.05.2022 10:50 UhrSchlaganfall-Einheit des Bezirksklinikums Mainkofen zweifach ausgezeichnetDeggendorf (Mainkofen) Seit es in Deutschland Stroke Units gibt, überleben laut der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe fast doppelt so viele Menschen einen Schlaganfall. Die kontinuierliche Verbesserung der Schlaganfall-Versorgung ist das Ziel – auch am Bezirksklinikum Mainkofen.Mehr Anzeigen 31.03.2022„Schick´dich!“, weil bei einem Schlaganfall jede Sekunde zähltDeggendorf (Mainkofen) Bei einem akuten Schlaganfall kommen in Deutschland jährlich ca. 250.000 Menschen aus ihrem gewohnten täglichen Leben plötzlich in eine körperlich und geistig hochdramatische Ausnahmesituation. „Dann sind diese Menschen dringend auf kompetente Hilfe angewiesen,“ sagt Dr. Walter Wiesmayer, erfahrener Oberarzt auf der Stroke-Unit des Neurologischen Zentrums am Bezirksklinikum MainkofenMehr Anzeigen 31.10.2021Welt-MS-Tag – Über die Krankheit mit den 1000 GesichternDeggendorf (Mainkofen) Am 30. Mai findet der Welt-MS-Tag statt. In Mitteleuropa stellt die Multiple Sklerose die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems dar. In Deutschland leiden ca. 200.000 Patienten an einer MS.Mehr Anzeigen 29.05.2021Neurologisches Zentrum am Bezirksklinikum Mainkofen unter neuer LeitungDeggendorf (Mainkofen) Das Neurologische Zentrum des Bezirksklinikums Mainkofen steht seit Anfang Dezember unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke, der damit den bisherigen Chefarzt Prof. Dr. Erwin Kunesch ablöst, welcher aus altersbedingten Gründen ausscheidet.Mehr Anzeigen 07.12.2020