Welt-MS-Tag – Über die Krankheit mit den 1000 Gesichtern

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29.05.2021
Deggendorf, Mainkofen
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Am 30. Mai findet der Welt-MS-Tag statt. In Mitteleuropa stellt die Multiple Sklerose die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems dar. In Deutschland leiden ca. 200.000 Patienten an einer MS.

Das Neurologische Zentrum des Bezirksklinikums Mainkofen wurde 2017 erstmals als einzige Klinik in Niederbayern als MS-Zentrum zertifiziert und vor wenigen Wochen erfolgreich re-zertifiziert. Hier erhalten die Betroffenen professionelle Hilfe.

Oberarzt Dr. med. Hans Datzmann und Oberärztin Anna-Katharina Eser des Neurologischen Zentrums beantworten anlässlich des Internationalen Welt-MS-Tages Fragen rund um das Thema Multiple Sklerose.

 

Wie sieht das Krankheitsbild eines MS-Erkrankten aus? Warum spricht man von der Krankheit mit 1000 Gesichtern?

Anna-Katharina Eser: Multiple Sklerose (kurz MS) wird die Krankheit mit den 1000 Gesichtern genannt, weil es kein einheitliches Krankheitsbild und keine typischen Symptome gibt. Die Symptomatik ist abhängig von der Lage des Entzündungsherdes. MS ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die sich auf alle Teile des Zentralen Nervensystems auswirken kann. Gerade deshalb sind die Symptome sehr vielfältig und können sich bei den einzelnen Betroffenen stark unterschiedlich zeigen.

 

Ist die Krankheit heilbar?

Dr. Hans Datzmann: Leider nein. Multiple Sklerose ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die leider noch nicht heilbar ist. Allerdings wurden gerade in den letzten Jahren sehr große medizinische Fortschritte bei der Behandlung der Multiplen Sklerose erzielt. Im besten Fall zeigen sich bei zielgerichteter Therapie keine oder kaum Krankheitszeichen. Von entscheidender Bedeutung für den weiteren Krankheitsverlauf ist eine rechtzeitige Diagnosestellung und Therapieeinleitung.

 

Wie und wann erkranken die meisten Betroffenen?

Anna-Katharina Eser: Bei der Mehrzahl der Patientinnen und Patienten manifestiert sich die Erkrankung zwischen 20 und 40 Jahren, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. In Einzelfällen beginnt die Erkrankung allerdings auch schon in jüngeren Jahren. Bei 0,2 – 0,5 % der Betroffenen beginnt die MS bereits vor dem 10. Lebensjahr und selten ist auch ein Krankheitsbeginn jenseits des 60ten Lebensjahres möglich.

 

Herr Dr. Datzmann, Sie sprachen von großen medizinischen Fortschritten bei der Behandlung der Multiplen Sklerose. Bedeutet MS ein Leben im Rollstuhl führen zu müssen?

Dr. Datzmann: Mit zielgerichteter Diagnostik und Therapie nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen können wir das Leiden der Betroffenen stark lindern, im besten Fall zeigen sich keine Zeichen von Krankheitsaktivitäten mehr. Generell gibt es bei der MS drei verschiedene Therapie-Optionen: Die Therapie der einzelnen Symptome, die Therapie des akuten Erkrankungsschubes und die verlaufsmodifizierende Therapie. Bei der Wahl der richtigen Therapie sind eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen wie Alter, Geschlecht, Familienplanung, Begleiterkrankungen, Vor-Therapien, Krankheitsverlauf und –dynamik. Zunehmend gelingt es, wirksame Therapien zu entwickeln, mit denen wir wesentlich gezielter auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten eingehen können. Für die Betroffenen bedeutet die Diagnose MS heutzutage nicht mehr zwangsläufig ein Leben im Rollstuhl führen zu müssen.

Anna-Katharina Eser und Dr. Hans Datzmann
Anna-Katharina Eser und Dr. Hans Datzmann

 

Wie geht man im Alltag und im Beruf am besten damit um?

Dr. Hans Datzmann: Die Diagnose MS ist für viele erst einmal ein Schock. Die Tatsache, dass die Krankheit unheilbar ist, ist für die Betroffenen schwer zu verdauen. Aber spezialisierte Einrichtungen unterstützen zielgerichtet. Mit der richtigen Therapie können wir die MS gut behandeln. Ein multiprofessionelles Team aus Fachärzten und speziell geschulten Therapeuten hilft den Betroffenen und begleitet diese. Wir am MS-Zentrum in Mainkofen unterstützen unsere Patientinnen und Patienten, damit diese im Alltag und Beruf mit der Krankheit zu leben lernen.

 

Ihre Einrichtung ist ein zertifiziertes MS-Zentrum und wurde gerade erfolgreich rezertifiziert. Was bedeutet das genau?

Anna-Katharina Eser: Ja, unser Neurologisches Zentrum wurde im März 2017 erstmals als MS-Zentrum durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zertifiziert, übrigens als einzige Klinik in Niederbayern.

Die DMSG will Erkrankten mit klar definierten Richtlinien für eine fachgerechte Patientenversorgung Orientierung geben und prüft die Einhaltung festgelegter Kriterien in regelmäßig durchgeführten Qualitätsaudits alle zwei Jahre. Der Kriterienkatalog wurde von international führenden, unabhängigen MS-Experten erarbeitet. Die Auszeichnung steht für eine qualitativ hochwertige, von Leitlinien gestützte Behandlung durch auf MS spezialisierte Neurologen und Fachkräfte. Auch in unserer Spezialambulanz des Neurologischen Zentrums können bestimmte medikamentöse MS-Therapien verabreicht werden.

 

Frau Eser, ein Wort zum Schluss. Was wollen Sie den MS-Erkrankten noch mitteilen?

Eine Botschaft zum internationalen Welt-MS-Tag ist mir wichtig: Wir haben heute viele Möglichkeiten, den MS Erkrankten zu helfen und ihren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Die medizinischen Fortschritte der letzten Jahre in diesem Bereich machen Hoffnung.


- SB


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Quellenangaben

Bezirksklinikum Mainkofen

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