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17.09.2021
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Dispo umschulden nach dem Urlaub

Dieses Jahr klappte es endlich wieder: Viele Menschen konnten in den heißersehnten Urlaub fliegen – oder auch fahren, denn das Campinggeschäft stieg in den vergangenen zwei Jahren rasant an und so etliche haben sich ihren VW-Bus zum Reisemobil umgebaut, wenn das Geld nicht für ein Wohnmobil oder den Wohnwagen reichte. Andere ergriffen die Chance und entflohen dem deutschen Allerlei recht rasant mittels Last-Minute-Angeboten oder Spontanbuchungen. Nicht selten musste der Dispokredit nun für die Reise herhalten. Nach dem Urlaub gilt nun: Der Dispo muss weg und eine Umschuldung genutzt werden. Wie das geht und was zu beachten ist, verrät dieser Artikel.

Wenn es um Urlaub geht, sind wir offenbar bereit, durchaus Finanzierungen aufzunehmen.
Wenn es um Urlaub geht, sind wir offenbar bereit, durchaus Finanzierungen aufzunehmen.

Höhere Reiseausgaben auf Pump

Wie das Marktforschungsinstitut Travel Data + Analytics herausfand, reisten die Deutschen in diesem Jahr deutlich freudiger als 2020. Das ist verständlich, denn das damalige Unbekannte war nun schlichtweg bekannt und irgendwie auch einschätzbar. Interessant ist der finanzielle Aspekt, den auch der Kreditvermittler smava herausgab:

  • Sparsam - 22,2 Millionen Deutsche gaben an, in diesem Jahr weniger für den Urlaub auszugeben. Das macht einen Anteil von 32 Prozent aus.
  • Ähnlich - mit 30,9 Prozent gaben Bürger ungefähr das aus, was sie meist in den Urlaub investieren.
  • Auffällig - rund 32,4 Prozent der Reisenden gaben mehr für den Urlaub aus als gewöhnlich. Viele machten dies, um sich dieses Jahr etwas zu gönnen oder aber, um sich vom Lockdown zu erholen. Inwieweit die erhöhten Ausgaben auch damit zusammenhängen, dass das letzte Jahr gefühlt aufgeholt werden musste, bleibt offen. Allerdings: Dieser Aspekt könnte auch in den Punkt ›sich etwas gönnen‹ reinfallen.

Fakt ist aber auch, dass insgesamt mehr Urlauber für den Urlaub in die Miesen gingen. 4,6 Prozent der Deutschen überzogen das Konto oder werden es noch für den Urlaub überziehen. Teilweise sogar mit über 1.500 Euro.

Genau dies ist der teure Aspekt des Urlaubs. Denn der Dispokredit ist der teuerste Kredit überhaupt, wenngleich er so einfach zu nutzen ist. Nicht erst im Urlaub sollte ein Plan geschmiedet werden, den Dispo später auszulösen.

Warum sich eine Umschuldung lohnt

Durchschnittlich liegen die Kreditzinsen für den Dispokredit bei rund 10 Prozent. Sicherlich gibt es günstigere Dispoeinräumungen seitens der Bank, allerdings gibt es auch deutliche teurere. Auf wenige Tage im Jahr fällt die Disponutzung nicht auf, anders sieht es bei einer längeren Nutzungsdauer aus:

  • Kosten – wer über eine längere Zeit oder gar dauerhaft im Dispo ist, der zahlt hohe Kosten. Das Fiese ist, dass sie gar nicht auffallen, denn sie werden schlichtweg quartalsweise mit den Kontoführungsgebühren abgerechnet. Kaum ein Bankkunde schaut dort genauer drauf.
  • Versteckte Kosten – sie liegen nicht in der Hand der Bank, dafür aber in der eigenen Handlung. Ist das Konto erst einmal im Minus, so werden auch schnell noch hundert Euro mehr ausgegeben.
  • Dispofalle – schon ist die Dispofalle sehr nah. Mit ihr wird der Zustand beschrieben, dass das Konto dauerhaft vollständig im Minus ist oder durch Geldeingänge nur kurzfristig ausgeglichen wird. Oft bewegt sich der Kontostand immer tiefer ins Minus, bis der Dispo erweitert werden muss. Wird er überzogen, so kann die Bank den Dispo direkt mit einer kurzen Frist kündigen – der Bankkunde muss nun den offenen Betrag innerhalb weniger Tage vollständig ausgleichen.

Allerdings hat der Dispokredit auch positive Faktoren: Er ist nicht an Fristen gebunden. Die Umschuldung ist somit sehr einfach, denn ein Geldeingang jeglicher Art gleicht den Dispo direkt aus. So können Verbraucher den teuren Kredit einfach online ablösen. Die Kreditkosten sind weitaus geringer als die Kosten des Dispo, zugleich ist die Umschuldung in dem Augenblick geschehen, wenn das Kreditgeld auf dem Konto gebucht wurde.

Was ist bei der Kreditaufnahme generell zu beachten?

Mittlerweile gibt es nicht nur viele Kreditvergleichsseiten, sie bieten zudem eine beträchtliche Anzahl an Verwendungszwecken. Ein Kredit zum Dispoausgleich ist oft günstiger als reine Ratenkredite ohne Zweckbindung. Doch auf was ist zu achten?

  • Zinsen – beim Vergleich werden die Zinskosten direkt in den Vergleich einbezogen. Allerdings ist hier darauf zu achten, dass es sich bei dem Angebot um ein repräsentatives Beispiel handelt. Dieses muss auf zwei Drittel der Kreditnehmer hinsichtlich seiner Konditionen zutreffen. Das schließt jedoch nicht aus, dass der Kreditgeber nicht zu dieser Mehrheit gehört. Daher sollte auch die Zinsspanne beachtet werden. Sie zeigt, wie niedrig die Zinsen im günstigsten Fall, aber auch wie hoch sie im schlechtesten Fall sind.
  • Laufzeit – grundsätzlich wird gesagt, dass eine lange Laufzeit Geld kostet. Allerdings sinken die Bearbeitungskosten, da sie auf mehr Monate aufgeteilt werden. Letztendlich dürfen hinsichtlich der Laufzeit nicht die Kosten im Mittelpunkt stehen, sondern die sichere Ratenzahlung. Kein Kredit darf so knapp bemessen sein, dass die monatlichen Raten nicht zu einhundert Prozent gesichert sind. Zu schnell gelangen Kreditnehmer nämlich wieder in den Dispo, um ihre Raten zu tilgen.
  • Sicherheiten – gerade Ratenpausen sind bei längerfristigen Krediten vorteilhaft. Sie erlauben es, nach einer kurzen Mitteilung für einige Monate die Ratenzahlung auszusetzen. Kurzfristige finanzielle Schwierigkeiten lassen sich so auffangen, der Kredit verlängert sich allerdings.

Wer möglichst schnell den Ausgleich des Dispos wünscht oder benötigt, der sollte nach Digitalkrediten schauen. Sie werden rein digital beantragt und bearbeitet, was die Zeitspanne zwischen Antrag und Auszahlung massiv verkürzt. Geht alles gut, kann das Geld schon binnen 48 Stunden auf dem eigenen Konto eingehen.

Wer den Dispokredit für den eigenen Urlaub genutzt hat, sollte über eine Umschuldung nachdenken.
Wer den Dispokredit für den eigenen Urlaub genutzt hat, sollte über eine Umschuldung nachdenken.

Fazit – der Dispo ist für den Notfall da

Muss das Auto noch am Monatsende in die Werkstatt, ist die Disponutzung durchaus in Ordnung. Für die Finanzierung von eher lebensunwichtigen Ausgaben ist der Dispo eigentlich nicht gedacht, denn dafür ist er wesentlich zu teuer. Wer hingegen einmal drin ist, der ist gut beraten, den Dispo schnell auszugleichen. Umschuldungskredite für die Dispoablöse sind eine optimale Lösung, da die Kosten wesentlich niedriger sind als die jährlichen Dispogebühren. Zugleich bietet die Ablöse die Chance, endlich wieder in den grünen Bereich zu kommen und der Dispofalle zu entgehen. Übrigens gibt es auch Abrufkredite, die anstelle eines Dispokredits genutzt werden können. Dabei handelt es sich um einen Kredit auf einem eigenen Konto, der ganz oder teilweise abgerufen werden kann. Da diesbezüglich einige Schritte notwendig sind, werden sich manche Ausgaben doch noch überlegt und in den nächsten Monat verschoben.


- sb |



Quellenangaben

Bild 1: Vicko Mozara | unsplash.com
Bild 2: Markus Spiske | unsplash.com

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