Genuss trifft Kultur: Der Passau-Krimi in Grafenau

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16.09.2021
Grafenau
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Autorin Dagmar Isabell Schmidbauer begeisterte in der Grafenauer Buchhandlung nicht nur Krimiliebhaber mit ihren Erzählungen rund ums Schreiben und ihrem Wissen in Sachen Kriminalistik.

„Endlich mal wieder etwas anderes sehen und hören“, war wohl der häufigste Satz, den die beiden Veranstalterinnen Michaela Nohl, Leiterin der Buchhandlung am Stadtplatz, und Marion Waldhauser-Hasbach, Inhaberin des Della Vita in Grafenau, am vergangenen Donnerstag zu hören bekamen.

Gemeint war das „Mörderische Krimistündchen“ mit der Krimiautorin Dagmar Isabell Schmidbauer, die die gut 20 Zuhörerinnen und Zuhörer – unter ihnen auch einige Urlaubsgäste – in die Welt ihrer Passau-Krimis entführte.

Schmidbauer löste mit ihrem Besuch ihr Versprechen ein, sollte die Buchhandlung am Stadtplatz mit neuem Besitzer weitergeführt werden, schenke sie den neuen Betreibern eine Lesung.

Mit ins Team kam Marion Waldhauser-Hasbach, die genau wie Dagmar Isabell Schmidbauer dem Frauennetzwerk Wild und Weiblich angehört, und da war es Ehrensache, sich für eine Veranstaltung zusammenzuschließen und damit die Ressourcen zu bündeln.  

Zwei Stunden lang berichtete, las und erzählte Schmidbauer von und aus ihren Krimis. Sie erzählte, wie sie zum Schreiben kam und wie mit „Marionette des Teufels“ die Reihe ‚Der-Passau-Krimi‘ an den Start ging. In launigem Ton erzählte sie von ihren Besuchen in der Pathologie und ihrer Leidenschaft für Psychologie und Rechtsmedizin. Beides gehöre für sie untrennbar zum Krimischreiben dazu. „Nur wenn ich mich auskenne, kann ich auch spannende und glaubhafte Charaktere schildern“, versicherte sie ihren interessierten Zuhörern.

Nach einem Auszug aus „Der Tote vom Oberhaus“, in dem die Ermittlungen das Team der Passauer Mordkommission auch nach Grafenau führen, ging es nahtlos zu den Recherchen während des Hochwassers 2013 und ihrem schon im Vorfeld geschriebenen und nach der Hochwasserkatastrophe an die Originalpegelstände angepassten Krimi „Und dann kam das Wasser“ über.

„Es ist wie eine Chronik, selbst die Kanzlerin kommt mit dem Hubschrauber, weil es ja wirklich so war“, berichtete Schmidbauer, die sich in den Tagen der Flut alles ganz genau angesehen hat und den fleißigen Helfern so ein Denkmal setzen wollte. In einer weiteren genau recherchierten Szene las sie, wie die alten Fensterscheiben zerspringen und die Donau den Raum mitsamt der ermittelnden Kommissarin flutet. Bei ihren Zuhörer sorgte das schon wegen der eiskalten Donau für Gänsehautfeeling.

In „Todesfalle Campus“ finden die Ermittlungen auf dem schönsten Campus Deutschlands statt, wusste Schmidbauer zu berichten. Zu Fuß sei sie die verwunschenen Buchten am Inn entlanggegangen und habe dabei das Verbrechen geplant, immer mit dem Gefühl, der Mörder könnte jeden Moment erscheinen. „Es ist eben alles auch in Wirklichkeit so, wie ich es beschreibe und könnte tatsächlich passieren.“

von links nach rechts: Michaela Nohl, Dagmar Isabell Schmidbauer und Marion Waldhauser-Hasbach
von links nach rechts: Michaela Nohl, Dagmar Isabell Schmidbauer und Marion Waldhauser-Hasbach


Ein Faktencheck ist für Schmidbauer wichtig. „Ich möchte ja, dass meine Leser sich sicher sein können, dass das, was sie lesen, auch stimmt und sie somit etwas lernen können.“ Die Zuhörer in Grafenau erfuhren zum Beispiel, was der Unterscheid zwischen einer Beziehungstat und einem Serientäter ist und wie sich die Ermittlungen dementsprechend gestalten müssen.

Anhand des fünften Bandes „Goldgier“ der auf dem Innstadt-Friedhof mit einer Umbettung seinen Anfang nimmt, erfuhren die Besucher, wie sich Ideen entwickeln können. „Beim Hausbau erzählte mir mein Gärtner, er habe noch einen Nebenjob und hebe Gräber aus… schon war ein neuer Fall geboren.“ Wie viel Arbeit folgt, um aus einer Idee einen ganzen Fall zu bestreiten, fanden die Zuhörer dann doch sehr bemerkenswert. „Das hätte ich nie gedacht, man macht sich ja gar keine Gedanken darüber, was alles hinter dieser Planung steckt“, bemerkte eine Dame aus dem Publikum.

Zum Schluss wurde es noch einmal sehr spannend. Aus „Tödliche Kunst“, dem neuesten Krimi, der im Museum Moderne Kunst spielt, las die Autorin eine Szene, bei der eine Frau einen jungen und ausgesprochen feschen Künstler tot auffindet. Aus ihrer Schwärmerei für diese Mischung aus Renaissanceprinz und Räuberhauptmann wurde die kühle Schilderung eines am Draht Erhängten. „Dieses Bild hatte ich seit meinem Besuch in der Pathologie im Kopf. Man weiß nicht, warum dieser Mann sich das Leben nahm, ich wollte aber schildern, wie es gewesen sein könnte und habe eine ganze Geschichte drumherum geschrieben.“

Dagmar Isabell Schmidbauer freut sich immer über Anfragen, weil sie diesen Austausch und das Berichten über ihre Arbeit einfach liebt und als Ansporn auch braucht. „Es ist nicht einfach, sich täglich an den Schreibtisch zu setzen und konzentriert zu arbeiten, ohne zu wissen, wer meine Leser sind. Nach dem Besuch in Grafenau sind meine Speicher gefüllt.“ Dazu trägt sicher auch das Buch über Grafenau bei, das sie von Michaela Nohl überreicht bekam.

Mit reichlich Krimiwissen, neuen Büchern und kleinen, feinen Essig- und Öl-Kostproben aus dem Della Vita nahmen die Gäste Abschied und die Initiatorinnen zogen Resümee. „So etwas müssen wir ganz bald wieder machen, das war einfach super.“

Anfragen zur Organisation einer Krimilesung bitte unter fan@der-passau-krimi.de


- SB


Buchhandlung am StadtplatzBuchhandlung am StadtplatzGrafenau

Quellenangaben

Buchhandlung am Stadtplatz

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