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11.08.2021
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Mit Virtual Reality neue Wege in der Schlaganfall-Therapie

Jährlich erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, mit steigender Tendenz. Die Betroffenen leiden danach vielfach unter Langzeitbehinderungen, denen man in der Neurologischen Rehabilitation gezielt entgegenwirkt. Dank Virtual Reality stehen dafür seit kurzem ganz neue, innovative Behandlungsoptionen zur Verfügung. Das Neurologische Zentrum des Bezirksklinikums Mainkofen unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke setzt seit kurzem auf VR-gestützte Therapie und beschreitet neue Wege - als Ergänzung zu den konventionellen Rehabilitationsmaßnahmen und mit spürbar erlebbaren Vorteilen für die Patienten.

von links: Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke stellt Stationsleitung Jasmin Berger, Stellv. Krankenhausdirektor Christian Fenzl und Gerhard Schneider das VR-System vor.von links: Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke stellt Stationsleitung Jasmin Berger, Stellv. Krankenhausdirektor Christian Fenzl und Gerhard Schneider das VR-System vor.


Nach einem Hirninfarkt oder einer Hirnblutung kommt es bei den Betroffenen oftmals zu Lähmungen. In der anschließenden Rehabilitationsphase werden die verlorengegangenen motorischen Fähigkeiten durch eine gezielte Physio- und Ergotherapie wieder trainiert. Gerade in dieser Genesungsphase ist es enorm wichtig, die Betroffenen zur Bewegung zu animieren. Mit Virtual Reality wird aus der täglichen Übung ein Erlebnis. Dadurch erhöht sich die Bereitschaft zu aktivem Handeln, was sich wiederum sehr positiv auf den Behandlungserfolg auswirkt – wie auch wissenschaftliche Studien belegen. „In einer VR-gestützten Behandlung kann der Schwierigkeitsgrad an die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen angepasst werden,“ erläutert Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke. Der Patient taucht nach Aufsetzen der VR-Brille in eine virtuelle Scheinwelt ein. Ist zum Beispiel ein Bein oder Arm nach einem Schlaganfall kaum funktionsfähig, so nimmt der Betroffene dies in der digitalen Welt anders war. Er erlebt eine höhere Beweglichkeit. „In der Praxis beobachten wir dadurch eine sehr hohe Begeisterungsfähigkeit und Motivation unter professioneller Anleitung. Die VR-Therapie ermöglicht so spielerisch, hochfrequent und mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad bereits eingeübte Bewegungsabläufe zu trainieren. Dabei ist die VR-Therapie kein Ersatz für die herkömmlichen Reha-Maßnahmen, sondern wird in das Therapiekonzept integriert. Durch die erhöhte Motivation steigt in der Regel auch die Anstrengungsbereitschaft, was wiederum die Therapieintensität erhöht. Letztendlich ist es unser Ziel, ein möglichst hohes Maß an Unabhängigkeit, Teilhabe und damit einhergehend eine Steigerung der Lebensqualität der Betroffenen zu erreichen,“ so Prof. Dr. Schmidt-Wilcke.

von links: Das Therapie-Team während der Schulung mit dem neuen VR-System.von links: Das Therapie-Team während der Schulung mit dem neuen VR-System.


Begeistert zeigte sich auch Gerhard Schneider von den Möglichkeiten der VR-gestützten Therapie und stellte noch während seiner Amtszeit als Krankenhausdirektor die Weichen für die Neuanschaffung. Mittlerweile ist die Technik implementiert, das Neurologische Team geschult und die ersten Patientinnen und Patienten werden mit der VR-gestützten Therapie in ihrem Rehabilitationsprozess begleitet. Grundsätzlich kann die VR-Therapie nach einer gewissen Anleitung auch im ambulanten Bereich fortgesetzt werden, um die Reha-Erfolge zu sichern und so eine dauerhafte Verbesserung zu erzielen.


- NG


Bezirksklinikum MainkofenMainkofen

Quellenangaben

Bezirksklinikum Mainkofen Birgit Kölbl-Grantner Marketing und Unternehmenskommunikation

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