zurück zur Übersicht

05.08.2021
1176 Klicks
Posts |

Wild kann mehr als Rehragout

Im Herbst wird’s wild in Niederbayern – vier Abende, vier Wirtshäuser, vier ganz besondere Menüs. Das ist „Wald.Wild.Wirtshaus.“, die etwas andere kulinarische Eventreihe zum Thema Wild. Gemeinsam mit vier unterschiedlichen Köchinnen und Köchen geht es auf eine regionale Genussreise quer durch den Bayerischen Wald. Im Rahmen eines Pressefrühstücks im Schloss Wolfstein in Freyung wurde am Mittwoch die Veranstaltungsreihe vorgestellt.

Pressefrühstück im SchlossWolfstein in Freyung -Teilnehmer v.l: Lukas Dillinger (Genussmanager), Dr. Olaf Heinrich (Bezirkstagspräsident), Richard Schmalzl (Jäger), Rita Röhrl (Landrätin Lkr. Regen), Sebastian Gruber (Landrat FRG), Simon Nestmeier (Regiothek) und Michael Kreiner (ALE Landau).

 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich freute sich über dieses „tolle Projekt“, das Jäger, Köche und Konsumenten miteinander vernetzt. Die Genussregion Niederbayern wurde im letzten Jahr auf den Weg gebracht und ist ein Gemeinschaftsprojekt des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern und des Bezirks Niederbayern. „Wir haben die Initiative des ALE gerne unterstützt, weil wir großes Interesse daran haben, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken“, so Heinrich. Der Bezirk leiste durch die „Regio 2030“ auch seinen eigenen Beitrag, indem bis zum Jahr 2030 in den eigenen Kantinen auf 30 Prozent regionale und 30 Prozent biologische Lebensmittel umgestellt werde. Außerdem stellte er heraus, dass der Wandel hin zu mehr regionalem Konsum nur gelingen könne, wenn auch die Verbraucher ihre Verantwortung aktiv wahrnehmen. „Das geht viel schneller als über Gesetze und Verordnungen von oben.“

Damit diese „Pionierarbeit“, wie sie Heinrich nannte, möglichst rasch an Fahrt aufnimmt, konzentriere man sich anfangs auf die Landkreise, in denen das ALE über die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) schon flächendeckend vertreten sei – dies hob Michael Kreiner, stellvertretender Leiter des ALE in Landau hervor. Während heuer Wildfleisch im Mittelpunkt stehe, soll 2022 der niederbayerische Fisch ins Zentrum rücken. Projektleiter Lukas Dillinger will mit Eventreihen, die nach und nach in allen Landkreisen des Regierungsbezirks stattfinden, das Bewusstsein für Regionalkonsum in die Köpfe der Menschen bringen. „Wir wollen mit diesem Format die kulinarische Vielfalt Niederbayerns entdecken.“

 

Erstmals wird dabei auch die Genussregion für die Menschen sichtbar. Darüber freute sich der Landrat von Freyung-Grafenau, Sebastian Gruber, der es auch begrüßte, dass mit „Wald. Wild. Wirtshaus.“ gleichzeitig die Vielfalt an Wirtshäusern in den Fokus rückt. „Wir sind die waldreichste Region in Deutschland und sind stolz auf unser Ökosystem.Wir haben auch eine Verantwortung für unsere Heimat. Und was gäbe es Besseres, als das den Menschen über ‚Essen und Trinken‘ nahezubringen?“ Er dankte den Verantwortlichen, dass sie die Genussregion von vorneherein auf Bezirksebene angesetzt haben, um eine größere Reichweite zu haben. Für die Regener Landrätin Rita Röhrl ist klar, dass dieses Projekt auf lange Zeit angesetzt ist, denn es wird dauern bis sich Bewusstsein verändert. „Aber es ist allerhöchste Eisenbahn. Andere Länder sind uns dabei weit voraus“, so Röhrl, die auf Österreich blickte, wo die Spezialitäten jeder Region seit Jahren erfolgreich vermarktet werden.

Zuletzt erklärte Jäger Richard Schmalzl warum es sich lohnt, Wildfleisch zu essen. „Es schmeckt einfach sehr gut und lässt sich kreativ und vielseitig verarbeiten – nicht nur zu Rehragout, wie man es früher gewohnt war, sondern beispielsweise auch als Kurzgebratenes beim Grillen“, so Schmalzl. Außerdem habe Wild wenig Cholesterin, dafür aber wichtige Spurenelemente und ist sehr gesund. Der Stress, dem Schlachtvieh ausgesetzt ist, habe ein Reh nicht, wenn es im Wald geschossen werde. Zudem würde man als Jäger nur schießen, was nachwächst und so auch den Wald an sich im Gleichgewicht halten.

Schmankerl von Wirtschaus Hafner

 

Viele Argumente also für den Konsumenten, Wild zu kaufen und zu essen. All das soll dann auch bei den vier Abenden im Herbst im Mittelpunkt stehen, für die alle Beteiligten bei der Vorstellung am Mittwoch gutes Gelingen wünschten.

Stationen bei der Wirtshaus-Tour sind: das Hafner Wirtshaus in Perlesreut, das brandneue Wirtshaus der Genusskultur in Frauenau, das Bio-Wirtshaus Fliegerbauer in Passau sowie der Wildberghof Buchet im Wild-Genussort Bernried.

 

Mehr Informationen im PDF-Fyler: 

>> PDF zu Wald. Wild. Wirtshaus herunterladen


- SB


Bezirk NiederbayernLandshut

Quellenangaben

Bezirk Niederbayern
Fotos: Fotostudio Eder (Sepp Eder)

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?


Ähnliche Berichte

Der Bayerische Wald als essbare LandschaftLandshut Vier Abende lang stand in den letzten Wochen Wildfleisch im Bayerischen Wald im Zentrum der kulinarischen Aufmerksamkeit. Die Genussregion Niederbayern – ein Gemeinschaftsprojekt des Amts für Ländliche Entwicklung Niederbayern und des Bezirks Niederbayern.Mehr Anzeigen 30.10.2021Im Herbst wird es WildFreyung Im Herbst wird’s wild in Niederbayern – vier Abende, vier Wirtshäuser, vier ganz besondere Menüs. Das ist „Wald. Wild. Wirtshaus.“, die etwas andere kulinarische Eventreihe zum Thema Wild.Mehr Anzeigen 30.08.2021Eine eigene Polizeiakademie für NiederbayernLandshut Die niederbayerische Polizei benötigt eine regionale Ausbildungsstätte für Polizeianwärter. Vertreter der Bezirksgruppe Niederbayern der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich plädierten bei einem Fachgespräch in der Bezirkshauptverwaltung in Landshut für eine rasche konkrete Umsetzung der Beschlüsse der Bayerischen Staatsregierung.Mehr Anzeigen 25.08.2019Zu Gast bei Regierungs- und ParlamentschefsFurth bei Göttweig In einer hochkarätigen Runde mit mehreren Staats- und Regierungschefs und Vertretern der EU hat Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich am Wochenende Deutschland vertreten. Er sprach auf dem Europagipfel auf Stift Göttweig in der niederösterreichischen Wachau zur Rolle Bayerns in Europa. In einer Gesprächsrunde zusammen mit Arno Kompatscher, Landeshauptmann Südtirols, erklärte Heinrich, welche Bedeutung Europa für eine Region spielt, die lange Jahre die Nachbarschaft des Eisernen Vorhangs zu spüren bekam, und was Europa braucht, um weiterhin erfolgreich zu sein.Mehr Anzeigen 19.06.2019Den europäischen Gedanken lebenLandshut Europa kann nur funktionieren, wenn der europäische Gedanke gelebt wird – und das vor allem unter jungen Menschen. Dies war die Kernbotschaft des französischen Generalkonsuls Pierre Lanapats bei einem Gespräch mit dem niederbayerischen Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich in Landshut.Mehr Anzeigen 02.06.2019Bayern singt, tanzt und musiziertMünchen Eine Akademie für die Volksmusik? Gibt es dafür überhaupt Bedarf und wenn ja, warum wurde diese nicht in der Landeshauptstadt gebaut? Antworten auf diese und viele andere Fragen gab es am Mittwoch im Presseclub München, von den Initiatoren von Bayerns erster und bisher bundesweit einziger „Volksmusikakademie“.Mehr Anzeigen 16.04.2019