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21.03.2021
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Ganzheitliches Konzept für die bayerische Tourismusbranche gefordert

Mit Inkrafttreten der 12. Bayer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist kontaktfreier Sport unter Beachtung der Kontaktbeschränkung mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie einer haushaltsfremden Person auch in Gebieten mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 100 wieder zulässig. Da von dieser Regelung auch der Golfsport betroffen ist, könnte nun auch der Betrieb in Europas größtem Golf-Resort in Bad Griesbach wieder aufgenommen werden. In Kombination mit der weiter bestehenden Schließung von Hotels sowie allen weiteren touristisch bedeutsamen Einrichtungen hilft dieser erste Öffnungsschritt im Bereich des Golfsports der Region jedoch nur bedingt. Selbiges wäre auch bei einer Öffnung der Thermen ohne eine gleichzeitige Öffnung u. a. der Hotellerie der Fall. MdL Walter Taubeneder fordert daher ein ganzheitliches Konzept für die bayerische Tourismusbranche und will einerseits eine Abkehr von der reinen Betrachtung von Inzidenzwerten bei der Festsetzung von Lockerungsschritten erreichen sowie andererseits für eine zeitnahe Öffnung der medizinisch-therapeutischen Einrichtungen und des für die Region und die Menschen gleichermaßen bedeutsamen Gesundheitstourismus werben.

Zielsetzung der gegenwärtigen Restriktionen sei es, einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems - allen voran der Intensivstationen - durch eine hohe Anzahl an COVID-19-Erkrankten vorzubeugen, erläutert MdL Walter Taubeneder bei einem Gespräch mit einigen Bad Griesbacher Hoteliers zur aktuellen Lage. Dabei sei die 7-Tages-Inzidenz zwar zweifelsohne ein bedeutsamer Gradmesser, verfüge in Anbetracht einer steigenden Impfquote im Bereich der besonders vulnerablen Risikogruppen und dem damit sinkenden Anteil von schweren Verläufen jedoch über keine universelle Aussagekraft. Bei der Risikobewertung einzelner Landkreise müssten daher Faktoren wie der Anteil der belegten Intensivbetten oder die Anzahl der in Verbindung mit dem Corona-Virus stehenden Todesfälle stärker berücksichtigt werden, ist der Abgeordnete überzeugt. Zudem müsste im Zuge von Öffnungsstrategien auch den jeweiligen Rahmenbedingungen stärkere Bedeutung zugemessen werden. So würde die Hotellerie ebenso wie u. a. die Gastronomie und der Einzelhandel über etablierte und funktionsfähige Schutz- und Hygienekonzepte verfügen, die eine Öffnung bspw. im Landkreis Passau trotz hoher Inzidenzwerte vertretbar erscheinen lassen.

In Richtung der Bayerischen Staatsregierung monierte Andreas Gerleigner, Geschäftsführer des Quellness Golf Resorts, allen voran, dass es bis dato keinerlei Vorgaben seitens der Politik gebe, unter welchen Auflagen Hotels wieder öffnen dürften. Die Hoteliers seien bereit, die bestehenden Hygienekonzepte nachzuschärfen und bspw. mit engmaschigen Testkonzepten Sicherheit zu schaffen. Hierbei fehle es jedoch an Erwartungen und Maßgaben, inwiefern eine zusätzliche Teststrategie einen Beitrag leisten könne, um den Hotels eine zeitnahe Öffnungsperspektive zu bieten, wie Gerleigner beklagt. „Es kann doch nicht sein, dass in großer Zahl wieder touristische Reisen u. a. nach Mallorca angeboten und durchgeführt werden, während die Staatsregierung im Inland noch nicht einmal kommuniziert hat, unter welchen Vorgaben Öffnungen denkbar sein könnten“, kritisiert auch Hotelier Alois Hartl die aktuelle Situation.

Hierbei könne man auch an der Verhältnismäßigkeit zweifeln, wie Bad Griesbachs Bürgermeister Jürgen Fundke anmerkt: „Die Thermen und die Golfplätze stellen die zentralen Attraktionen in unserer Region dar. Als touristische Destination sind wir daher in erster Linie Dienstleister für Gesundheits- und Erholungssuchende. Mir ist unverständlich, weshalb wir dieser bedeutsamen Aufgabe nicht nachkommen dürfen, während Auslandsreisen im Bereich des Spaß- und Erlebnistourismus wieder zugelassen werden.“ Das Rottaler Bäderdreieck biete mit der heilenden Wirkung seines Thermalwassers wertvolle gesundheitlich-therapeutische Angebote, die in Zeiten des Lockdowns weitestgehend ausgesetzt sind. Hierbei müsse man auch die gesundheitlichen Schäden im Blick behalten, die eine anhaltende Schließung der Thermen und der an diese angekoppelten Einrichtungen mit sich bringe, ergänzt Dieter Weinzierl, Tourismusdirektor der Stadt Bad Griesbach.

Im Austausch zur aktuellen Lage in Bad Griesbach, dem Rottaler Bäderdreieck und der Tourismuswirtschaft im Allgemeinen: Tourismusdirektor Dieter Weinzierl, Frank Tamm (Hotel und Privatklinik St. Wolfgang), Gerhard Lidl (Hotel Drei Quellen), MdL Walter Taubeneder, Irene Mayer-Jobst (Hotel Maximilian), Otto Wunsch (Klinik St. Lukas), Andreas Gerleigner (Quellness Golf Resort), Alois Hartl (Hartl Resort) und Bürgermeister Jürgen Fundke fordern ein ganzheitliches Konzept für die bayerische Tourismusbranche.
Im Austausch zur aktuellen Lage in Bad Griesbach, dem Rottaler Bäderdreieck und der Tourismuswirtschaft im Allgemeinen: Tourismusdirektor Dieter Weinzierl, Frank Tamm (Hotel und Privatklinik St. Wolfgang), Gerhard Lidl (Hotel Drei Quellen), MdL Walter Taubeneder, Irene Mayer-Jobst (Hotel Maximilian), Otto Wunsch (Klinik St. Lukas), Andreas Gerleigner (Quellness Golf Resort), Alois Hartl (Hartl Resort) und Bürgermeister Jürgen Fundke fordern ein ganzheitliches Konzept für die bayerische Tourismusbranche.


Nach Monaten des Lockdowns ergeben sich auch für rund 20.000 Beschäftigten, die in der Region mittel- und unmittelbar vom Kurbetrieb und Gesundheitstourismus abhängen, immer größer werdende Problemstellungen. Der anhaltende Zustand eines praktischen Berufsverbots führt bei den Beschäftigten sowohl finanziell als auch psychisch zu zunehmenden Belastungen, wie Otto Wunsch, Geschäftsführer der Klinik St. Lukas, berichtet. „Nicht zuletzt droht auch ein schmerzlicher Verlust von qualifizierten Fachkräften, da sich zahlreiche Mitarbeiter der besonders betroffenen Branchen aus finanziellen Notwendigkeiten heraus beruflich umorientieren“, schildert auch Irene Mayer-Jobst, Direktorin des Hotel Maximilian, eine angespannte Situation. „Auch im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen wir eine klare und von reinen Inzidenzwerten abgekoppelte Öffnungsperspektive für den Bereich der Hotellerie“, so die zentrale Forderung der gesamten Runde. - Und Alois Hartl ergänzt: „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben!“

Auch MdL Walter Taubeneder ist überzeugt, dass es notwendig ist, der bayerischen Tourismusbranche Perspektiven aufzuzeigen. „Die Hotelbetriebe haben ebenso wie Einzelhändler, Gastronomen und Thermalbäder bereits im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt, dass sie keine Treiber der pandemischen Entwicklung sind“, so der Abgeordnete. Das Ansteckungsrisiko sei außerordentlich gering; die Hygienekonzepte effizient, funktionabel und zweckdienlich. Auch aus diesem Grund sei eine zeitnahe und zeitgleiche Öffnung von Beherbergungsbetrieben, Gastronomie und Thermen (jeweils in den Innen- und Außenbereichen) sowie des stationären Einzelhandels nicht nur dringend geboten, sondern auch verantwortbar. Wie MdL Walter Taubeneder betont, ist das gesamte Wirtschaftssystem der Kurorte nur im Zusammenspiel von Thermen und Golfplätzen, Hotellerie und Gastronomie, Einzelhandel und weiteren touristischen Einrichtungen funktional. „Die Öffnung von nur einzelnen Bestandteilen des Gesamtkomplexes wäre weitestgehend wirkungslos“, gibt Taubeneder zu bedenken. Auch deshalb werde er gemeinsam mit zahlreichen Mitstreitern weiter für eine Öffnungs- und Zukunftsperspektive für die Branche und die Region kämpfen.


- SB



Quellenangaben

Abgeordnetenbüro Walter Taubeneder, MdL
Christoph Weishäupl

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