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14.03.2021
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„Das Betriebesterben hat schon begonnen“

Manfred Eibl ist besorgt, besorgt um die wirtschaftliche Situation der Betriebe im Bayerischen Wald. Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler hat der Tourismusgemeinde Bodenmais an diesem Mittwoch einen Besuch abgestattet, um sich vor Ort im Sportgeschäft Koller und im Hotel Adam Bräu ein Bild von der aktuellen Lage zu machen. Das Bild, das er vorfand, ist dramatisch: „Wie mir die Familie Koller berichtet hat, machen sie 90 Prozent ihres Umsatzes mit Gästen. Ohne Urlauber geht einfach nichts“, erklärt er.

Diese Aussage unterstreicht Marco Felgenhauer, Geschäftsführer der Bodenmais Tourismus & Marketing GmbH: „In Urlaubsorten wie Bodenmais hängt alles direkt oder indirekt zusammen: Hotellerie, Gastronomie, Freizeit, Einzelhandel und natürlich auch das Handwerk, das zu einem großen Teil von Aufträgen unserer Tourismusbetriebe abhängt. Jeder profitiert von jedem“, betont er. Felgenhauer und Eibl sind sich einig: Die Region kann es sich nicht leisten, noch weitere zwei, drei Monate auf Urlaubsgäste zu verzichten. Sowie die beiden sehen das viele Unternehmer und Entscheider in ganz Ostbayern, wie die Aktion „Ostbayern sieht schwarz“ in den vergangenen Tagen gezeigt hat.

BTM-Chef Marco Felgenhauer
BTM-Chef Marco Felgenhauer


Tourismuschef Felgenhauer betont: „Wir sind stolz auf unsere familien- und eigentümergeführten Betriebe. Doch gerade diese Unternehmensstruktur macht es schwierig, die eigenen, privaten Kosten mit Hilfen abgedeckt zu bekommen. Aber gerade diese Betriebe sorgen für Arbeitsplätze, die es bei uns in der Region sonst nicht gibt. Von den zahlreichen Privatvermietern, die mit ein paar Ferienwohnungen ein Zubrot für die Rente verdienen, ganz zu schweigen. Hier muss es dringend Nachbesserungen geben, sonst ziehen wir hier im Vergleich zu den großen Hotelketten den Kürzeren.“

Hoteliers: „Wir fühlen uns verloren und alleingelassen“

Bei Susanne und Franz Adam sitzt der Frust ebenfalls tief. Das Ehepaar betreibt gemeinsam mit ihren Kindern das Hotel Adam Bräu in Bodenmais sowie zwei Diskotheken und den Erlebnispark Geiersthal mit Kart- und Bowlingbahn. „Wir leben in absoluter Perspektivlosigkeit. Außerdem haben wir die Novemberhilfen noch nicht erhalten“, klagt Franz Adam. Die Bearbeitung des Antrags sei „eine Sisyphusarbeit“. Seine Frau Susanne kann nachts kaum noch schlafen: „Wir fühlen uns verloren und alleingelassen. Die Corona-Maßnahmen ziehen uns den Boden unter den Füßen weg. Wir mussten bereits einen Kredit aufnehmen und wir wissen nicht, wie es finanziell weitergeht.“ Zu den finanziellen Nöten kommen auch noch die Existenzsorgen vieler Mitarbeiter. Hotelier Adam betont, dass Gastronomie und Hotellerie keine Pandemietreiber seien: „Wir haben hervorragende Hygienekonzepte - und das möchten wir zeigen!“

MdL Manfred Eibl im Gespräch mit Franz Adam.
MdL Manfred Eibl im Gespräch mit Franz Adam.

„Müssen weg von der Fixierung auf die Inzidenz“

Adam und MdL Eibl sind sich einig: Das starre Festhalten an den Inzidenzwerten würde die Tourismusbranche bis in den Herbst hinein im Lockdown halten. Eibl fordert deshalb: „Wir müssen von der Fixierung auf die Inzidenz wegkommen, sonst bekommen wir riesige Probleme. Das Betriebesterben hat ja bereits begonnen. Wir brauchen eine bessere und klarere Impfstrategie. Und kurzfristig müssen wir ein ausgeklügeltes Schnelltest-Konzept auf die Beine stellen.“ Ihm schweben dabei dezentrale Schnelltest-Zentren vor, beispielsweise in Räumlichkeiten der jeweiligen Gemeinde, die von der Kommune in Zusammenarbeit mit örtlichen Gesundheitsdienstleister wie dem Bayerischen Roten Kreuz betrieben werden könnten. „Dort könnten sich die Leute schnell und unkompliziert testen lassen, bei negativem Ergebnis einen Bescheid erhalten und diesen dann im Geschäft, im Hotel oder im Restaurant vorzeigen“, erklärt er. Dem Abgeordneten zufolge lägen „Hunderte Millionen an Schnelltest auf Halde“.

In diesem Zusammenhang kritisiert Freie-Wähler-Politiker Eibl jedoch den Koalitionspartner CSU: „In der Bayerischen Staatskanzlei ist nach wie vor die Inzidenz das Maß der Dinge. Diese Engstirnigkeit ist nicht mehr nachzuvollziehen.“


- SB


Markt BodenmaisBodenmais

Quellenangaben

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bodenmais
Fotos: Wolf/BTM

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