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12.09.2019
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Zwei anstrengende Nächte für die Bergwacht

Wieder eine Duplizität der Fälle; während Anfang August innerhalb von fünf Tagen jeweils ein 78-jähriger Oberbayer am Rachel die Hilfe der Bergwacht benötigte, war nun zwei Mal „Vermisstensuche“ das Schlagwort für den diese Woche diensthabenden Einsatzleiter des Einsatzleitbereichs, Andi Tallowitz von der Bergwacht Wolfstein.

In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag kam für den Einsatzleitbereich Nationalpark, also die Bergwacht Grafenau und Wolfstein, um 02.20 Uhr durch die Integrierte Leitstelle der Alarm zu einer Vermisstensuche im Raum Freyung, die erst am frühen Morgen zu Ende war.

Am Donnerstagabend trafen sich die Grafenauer Bergretter zur monatlichen Dienstversammlung und diejenigen, die beim Einsatz dabei gewesen waren, hofften, das Schlafdefizit ausgleichen zu können. Doch daraus wurde nichts.

Um 00.57 Uhr schrillte für die Bergretter aus Grafenau und Wolfstein der nächste Alarm zu einer Vermisstensuche.

Ein 69-jähriger Einheimischer war abgängig. Er brach gegen 18.oo Uhr mit seinem Hund zu einem Spaziergang auf, kehrte aber nicht mehr nach Hause zurück. Seine Angehörigen suchten die Gegend bereits mehrere Stunden vergeblich nach ihm ab und fanden dabei zufällig sein Auto am Parkplatz Sagwasser, wobei die Wanderrichtung völlig unklar war. Daraufhin suchten sie zunächst weiter, wandten sie sich dann aber hilfesuchend an die Polizei. Diese alarmierte die Feuerwehren Alt- und Neuschönau sowie die Bergwacht. Einsatzleiter Andi Tallowitz hatte zunächst zehn Bergretter aus Grafenau und Wolfstein zur Verfügung. Wegen der Größe des zu durchsuchenden Gebiets ließ er die Bergwacht Passau-Haidmühle, Waldkirchen und Langfurth durch die Integrierte Leitstelle nachalarmieren, um ausreichend Sucher zur Verfügung zu haben. Auch den Technikbus der Bergwacht mit Standort Furth im Wald forderte er an, da damit Drohnen mit Wärmebildkameras zur Verfügung standen.  Als weitere Unterstützung wurden zwei Hundestaffeln angefordert.

Die Bergretter durchsuchten zusammen mit den Feuerwehrmännern in Gruppen die Gegend, ausgehend vom Parkplatz Sagwasser bis zum Lusen, Richtung Tummelplatz, zum Tierfreigehege, zum Felswandergebiet und fuhren die Nationalparkstraße sowie die umliegenden Forststraßen ab.

Um 03.10 Uhr konnte der Vermisste im Felswandergebiet durch die Bergwacht gefunden werden.

Unmittelbar vorher hatte der erste eingetroffene Suchhund am Auto des Vermissten den Geruch des Besitzers vor die Nase bekommen und sich Richtung Felswandergebiet orientiert. Doch offensichtlich haben auch die Bergwachtler eine „gute Nase“.

Die hereinbrechende Dunkelheit hatte den Hundebesitzer im Wald überrascht und er verlor die Orientierung. Nachdem er beim Versuch, den Rückweg zu finden, beinahe in einen Bach gestürzt und sich dabei auch leicht verletzt hatte, wollte er bis Tagesanbruch an der Stelle verharren und dann erneut versuchen, zum Auto zurückzufinden. Da die Nächte schon recht kühl waren, war der Mann beim Auffinden bereits leicht unterkühlt. Er konnte jedoch zu Fuß zum Parkplatz zurückgebracht und dort dem wartenden Rettungsdienst zum Transport in eine Klinik übergeben werden. Um 04.15 Uhr war der Einsatz beendet.


- sb |


Bergwacht GrafenauBergwacht | Grafenau

Quellenangaben

Bergwacht Grafenau



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