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27.07.2019
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Umwelttag am Johannes Gutenberg Gymnasium

Am Johannes Gutenberg Gymnasium Waldkirchen wird debattiert statt demonstriert. Ein Aktionstag gab den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit sich im schulischen Rahmen mit dem Thema Klimaschutz zu befassen. Auf Anregung von Schulleiterin Josefa Stamm hatten sich die Schülerinnen und Schüler entschieden anstatt einer eine Fridays-for-Future-Demonstration einen Aktionstag zum Thema Klimaschutz durchzuführen. Bürgermeister Heinz Pollak sprach sich bei der Eröffnung des Umwelttages für aktives Handeln, anstatt Demonstrationen aus. „Die wirtschaftliche Entwicklung einiger weniger Länder, zu denen auch Deutschland gehört, verursacht globale Probleme: die Abholzung von Urwäldern, Plastik in den Meeren und natürlich der Klimawandel. Wir haben nur diese eine Erde und müssen deshalb auch verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen. Deshalb finde ich es besonders toll, dass man sich am Gymnasium Waldkirchen so für die Umwelt einsetzt.“
Schulleiterin Josefa Stamm berichtet zur Eröffnung des Umwelttages wie dieser entstanden ist. Die beiden Schülerinnen Dorothea Aschenbrenner und Linda Baier waren zu ihr gekommen und wollten kurz vor dem Europawahlsonntag eine Fridays-for-Future-Demonstration durchführen. „Ich fand das Engagement der Schülerinnen bemerkenswert, schlug aber vor, statt einem Streik etwas anderes zu machen und so war die Idee des heute stattfindenden Umwelttags geboren.“ Mit Dr. Nadiane Kreipl war schnell eine engagierte Lehrerin gefunden, die das Projekt mit den beiden Schülerinnen anpacken wollte. Zur Unterstützung wurde noch Klimaschutzmanagerin Verena Holzbauer vom Landratsamt hinzugezogen. Ergebnis ist ein abwechslungsreicher Aktionstag für die neunten und zehnten Klassen des Gymnasiums. Dabei hatten alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit die derzeit im Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend gastierende Ausstellung „Rette die Welt …zumindest ein bisschen“ zu besuchen, wo das Thema Ressourcenschutz auf anschauliche Weise dargestellt wird. Ob virtueller Wasserverbrauch, Lebensmittelverschwendung oder Verpackungsmüll, alle Themen der Ausstellung sind wichtige Bausteine zum Klimaschutz. Eine Schülerin berichtet: „Erst dachten wir eine Ausstellung sei recht trocken. Aber durch kleine Projektarbeiten vor Ort hat es richtig Spaß gemacht und wir konnten viel Neues mitnehmen.“ Zeitgleich wurden im Filmsaal des Gymnasiums Kurzfilme zum Einstieg in die Thematik vorgeführt. Den spannendsten Teil des Umwelttages stellten aber Workshops und Gespräche mit verschiedenen Experten dar.

Von links: Keywan Pour-Sartip, Klimaschutzmanagerin Verena Holzbauer, OStRin Dr. Nadiane Kreipl, Linda Baier, OStDin Josefa Stamm, Dorothea Aschenbrenner, Bürgermeister Heinz Pollak und Erwin Pauli
Von links: Keywan Pour-Sartip, Klimaschutzmanagerin Verena Holzbauer, OStRin Dr. Nadiane Kreipl, Linda Baier, OStDin Josefa Stamm, Dorothea Aschenbrenner, Bürgermeister Heinz Pollak und Erwin Pauli


Vom Straubinger CARMEN e. V. war dafür Keywan Pour-Sartip nach Waldkirchen gekommen, um wichtige
Grundlagen zu vermitteln. Was sind die kritischen Kipppunkte der globalen Erwärmung? Geschmolzenes Eis
etwa, kann weniger Sonnenlicht reflektieren oder wärmere Meere können weniger CO2 aufnehmen. So wird
die Erderwärmung immer weiter beschleunigt. Anschaulich zeigte er den Schülerinnen und Schülern auf, wie
dringend notwendig ein aktives Handeln jedes einzelnen für den Klimaschutz ist. Jacob Klee vom
Nationalpark Bayerischer Wald berichtete in seinem Workshop über die bereits feststellbaren Folgen des
Klimawandels auf die Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark. Dazu gehören auch die bereits heute sichtbare
Mehrung von Starkregenereignissen, Hitzeperioden und Stürmen. Einer davon war Sturm Kolle im Jahr 2017.
Stadtrat Erwin Pauli berichtete von seiner Tätigkeit als Förster und wie man nun den Schäden in den Wäldern
nach diesem Sturm begegnet und welche negativen Folgen, aber auch welche neuen Chancen sich daraus
für die Natur ergeben.
Mit Klimaschutzmanagerin Verena Holzbauer konnten die Schülerinnen und Schüler den Einfluss von
Energieerzeugung und Energieverbrauch auf das Klima entdecken. Sie entwickelten Lösungsansätze, wie sie
im Schulhaus zum Energiesparen beitragen können und lernten, was der Landkreis als Sachaufwandsträger
und damit Verwalter des Schulhauses beisteuert. Dabei konnten sie unter anderem bei einer Tour durch das
Gebäude herausfinden, dass die Schule mit regionalen Hackschnitzel über das Fernwärmenetz regenerativ
beheizt wird. Auch die Initiatorinnen Dorothea Aschenbrenner und Linda Baier leiteten einen Workshop. Der
Titel davon war „Die Macht des Konsumenten“. In einem Quiz konnten die Mitschüler herausfinden, was ihre
Klimalaster sind und durch welche Verhaltensänderungen sie ihren persönlichen CO2-Fußabdruck verringern
können. Das Pendant dazu war der Workshop von Dr. Nadiane Kreipl „Die Macht der Politik“, da neben dem
Handeln einzelner auch ein entsprechender politischer Rahmen für gelungenen Klimaschutz notwendig ist.
Die möglichen politischen Maßnahmen zur Erreichung des erklärten Ziels der Klimaneutralität bis 2050
wurden dabei mit den Schülern diskutiert. Die Schlussfrage dabei lautete "Im Jahr 2030 habe ich mich
rückblickend maximal für den Klimaschutz eingesetzt, indem ich ..." Als Antworten gaben die Schüler unter
anderem an Einwegplastik vermieden zu habe, UmweltingenieurIn geworden zu sein oder sich politisch
engagiert zu haben.

Die beiden Schülerinnen Dorothea Aschenbrenner (links) und Linda Baier hatten den Aktionstag initiiert. Auch sie leiteten einen Workshop. Der Titel lautete „Die Macht des Konsumenten“.
Die beiden Schülerinnen Dorothea Aschenbrenner (links) und Linda Baier hatten den Aktionstag initiiert.
Auch sie leiteten einen Workshop. Der Titel lautete „Die Macht des Konsumenten“.


Eine Vielzahl an zukunftsweisenden Visionen haben die Gymnasiasten vom Umwelttag mit nach Hause
genommen. Wie viele davon 2030 umgesetzt sein werden wird sich zeigen. Die Organisatoren äußerten sich
abschließend positiv zu dem gelungenen Umwelttag. „Die Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert.
Es freut mich immer, wenn Aktionstage wie dieser zustande kommen, da das Thema vor allem die Zukunft
der jungen Generation betrifft und sie befähigt sein müssen mit der Klimaveränderung umzugehen und diese
natürlich bestmöglich abzuschwächen“, erklärt Klimaschutzmanagerin Verena Holzbauer. Auch von Seiten
der Schüler fiel das Feedback positiv aus, da sie aus dem abwechslungsreichen Tag viele neue Impulse für die
Zukunft mitnehmen konnten.


- sb


Landratsamt Freyung-GrafenauFreyung

Quellenangaben

Landratsamt Freyung-Grafenau

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