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23.06.2019
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Pilz hielt sich 34 Jahre lang versteckt

Was eine naturnahe Landschaft ist und was nicht, darüber gehen die Meinungen oft auseinander. Dabei kann man sich in dieser Frage ganz auf die Natur selbst verlassen, denn ein naturnahes Ökosystem zeichnet sich meist durch ihre Naturnähezeiger aus: Das sind Tiere, Pflanzen oder Pilze, deren Existenz auf eine besonders ursprüngliche und unberührte Umgebung angewiesen ist. Zur letzteren Kategorie gehört nach Expertenmeinung auch der Flaumhaar-Trichterling, der in Bayern mittlerweile kaum noch anzutreffen ist.

Ein solcher Trichterling wurde nun nach 34 Jahren erstmals wieder im Nationalpark entdeckt. Im Rahmen des Interreg-Projektes Funga des Böhmerwaldes fand jüngst ein Workshop mit Pilzexperten aus Bayern, Österreich und Tschechien statt. In der Nähe von Zwieslerwaldhaus stieß man dabei an einem morschen Buchenstumpf zufällig auf die extrem rar gewordene Art. Der kleine, beige gefärbte Pilz wirkt unscheinbar, ist aber eine der selteneren Pilzarten in Deutschland. Mit dem aktuellen Nachweis sind insgesamt nur fünf Fundorte in Bayern bekannt, drei davon im Bayerischen Wald.

Dieser unscheinbare Pilz wurde 34 Jahre lang nicht im Gebiet des Nationalparks gesichtet: Der Flaumhaar-Trichterling. Nun gab’s einen Wiederfund bei Zwieslerwaldhaus.Dieser unscheinbare Pilz wurde 34 Jahre lang nicht im Gebiet des Nationalparks gesichtet: Der Flaumhaar-Trichterling. Nun gab’s einen Wiederfund bei Zwieslerwaldhaus.


Zuletzt wurde der Pilz am 8. Oktober 1985 aufp dem Hochschachten gesichtet. Umso erfreuter ist man im Nationalpark nun, dass durch diesen aktuellen Fund des Flaumhaar-Trichterlings ein weiterer Beweis für hohen Naturschutzwert des wilden und unberührten Schutzgebietes erbracht ist.


- sb |


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldBehörden | Grafenau

Quellenangaben

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald



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