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11.09.2018
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Regionale Kunst und Handwerk: Kreativgarten Tobias Lagerbauer

Kreatives aus Edelstahl mit Glas und Stein schaffen – diesen künstlerischen Anspruch hat sich der 32-jährige Tobias Lagerbauer aus Klingenbrunn gesetzt. In seinem Kreativgarten kann man die vielen Unikate des Handwerkers und Künstlers bestaunen. Und auch einen Blick in die Werkstatt werfen. Im Interview mit WAIDLER.COM spricht er über sein spannendes Kunsthandwerk.

 

Herr Lagerbauer, Sie produzieren Kreatives aus Edelstahl mit Glas und Stein. Wie kommt diese Mischung aus Rohstoffen zustande?

Ich bin gelernter Metallbauer, habe später meinen Maschinenbaumeister gemacht. Ich fertige kundenspezifische Auftragsarbeiten, also etwa Geländer aus Edelstahl oder Stahl-Treppen. Ich suchte mir dann ein zweites Standbein. Einerseits sind die Aufträge als Metallbauer im Winter rar gesät, andererseits wollte ich meiner künstlerischen Ader Tribut zollen. Und so habe ich den mir schon vertrauten Rohstoff Edelstahl mit Produkten aus der Region kombiniert: mit Glas und Stein. Alle Komponenten sind für den Außenbereich geeignet, das war mir wichtig. Edelstahl ist der Grundträger, die Stütze. Glas gibt den Exponaten Farbe und Emotion. Und ich kann jetzt Produkte auch vorproduzieren und lagern.


 Tobias Lagerbauer mit seinem Vater in der Werkstatt in Klingenbrunn

 

 

Für welche Zielgruppen produzieren Sie bzw. für welche Bereiche?

Ich unterscheide vier Anwendungsbereiche. Das sind zunächst Stücke für die Hauswanddekoration, beispielsweise Sonnen oder Schmetterlinge. Zweitens die Steingartendeko: Schnecken, Geckos, Tausendfüßler, Hühner. Der dritte Bereich umfasst die Dekoration für Blumengärten, also etwa Pusteblumen aus Edelstahl und Glas, Schmetterlinge auf Stelen. Und schließlich Produkte für die Wassergartendeko wie beispielsweise Störche, Forellen oder Schilfrohrkolben.

 Hauswanddeko

 

 

Wer sind Ihre Kunden, vor allem Touristen?

Das Kundenprofil oder besser gesagt der Kreis an Interessenten ist vielschichtig. Meinen Kreativgarten mit den zahlreichen Exponaten besuchen natürlich auch Touristen, die im Bayerischen Wald Urlaub machen. Es kommen aber auch viele Einheimische und Ausflügler, ungefähr 10. bis 12.000 Besucher pro Jahr. Oft melden sich Vereine an, die dann mit dem Bus vorfahren. Viele interessieren sich einfach auch für das Thema Gartengestaltung. Ich habe in diesen Bereich in den letzten Jahren viel Energie investiert, in die Planung, das Anlegen der Gartenteiche. Eine pittoreske Umgebung für meine Exponate zu kreieren. Ich produziere und verkaufe auch an den Handel. Und das Online-Geschäft nimmt stetig zu. Manchmal erhalte ich auch Anfragen über Facebook oder Whatsapp. Da schicke ich dann Bilder zurück. Und wenn ein Teil gefällt, geht es per Post an den Kunden.

 

Metallbauer haben Sie gelernt, die Fertigkeiten des Glashandwerks fliegen einem auch nicht zu?

Ganz und gar nicht. Das waren zwei harte Jahre voller Versuch und Fehler. Ich bin Autodidakt, habe mir alles selbst erarbeitet. Aber es gibt da, bis aufs Glas schmelzen, schon Parallelen zur Arbeit mit Edelstahl. So sind die Maschinen zur Bearbeitung der Rohstoffe im Grundsatz identisch.

Herstellung eines Exponats im Fusingverfahren

 

Beim Glas verwendet man beispielsweise einen Schleifstein und Diamantbohrer, beim Edelstahl einen Diamantschneider und eine Lochsäge. Ich habe mir alle wichtigen Maschinen zugelegt und vor kurzem auch in einen neuen Glasofen investiert.

 

Vielen Dank für das Gespräch.


- sh

Kreativgarten Tobias LagerbauerSpiegelau

Quellenangaben

Fotos / Text: Dr. Stephen Hahn



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