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16.02.2018
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Schon wieder Vermisstensuche für die Bergwacht

Am Faschingssonntag wurde der diensthabende Einsatzleiter des Einsatzleitbereichs Nationalpark, Mathias Simmet, um 9.15 Uhr durch die Integrierte Leitstelle Passau kontaktiert.

Ein Passant hatte auf dem Parkplatz Wistlberg bei deutlichen Minusgraden eine schlafende Person entdeckt und diese angesprochen. Daraufhin lief der vermutlich stark alkoholisierte, verwirrt erscheinende und vor allem nur leicht bekleidete junge Mann in Richtung Langlaufloipe des Grenzüberganges Buchenwald, was den „Finder“ zur Kontaktaufnahme mit der Polizei veranlasste. Diese setzte dann ihrerseits die Rettungskette in Gang.

Simmet alarmierte unverzüglich über die Rettungsleitstelle die Bergwacht Grafenau, Passau und Waldkirchen nach, um ausreichend Motorschlitten und ATVs für die Suche zur Verfügung zu haben.

Bei seiner Ankunft am Treffpunkt Rettungswache Finsterau waren neben der Polizei bereits die Kameraden der Bergwacht Wolfstein und die Feuerwehren Mauth und Finsterau vor Ort.

Zunächst fuhr eine Mannschaft der Bereitschaft Wolfstein mit dem ATV die erste Rundloipe Richtung Parkplatz Wistlberg (Buchenwaldloipe) ab; dabei fanden sie frische Fußspuren im Schnee in den Wald hinein. Bereits nach ca. 100 Metern führten die Spuren aber wieder zurück zur Loipe.

Eine zweite Mannschaft suchte mit dem Motorschlitten eine weitere Rundloipe (Finsterauer Loipe) ab, befragt auch mehrere Langläufer, doch vom Gesuchten hat keiner etwas gesehen.

Dann traf die Meldung ein, dass ein junger Mann aus Finsterau nach einem Faschingsball nicht nach Hause gekommen war. Die Polizei ging diesem Hinweis unverzüglich nach, traf den Betreffenden jedoch zu Hause an.

Die Suche musste daher fortgesetzt werden, die Loipen wurden erneut kontrolliert und Langläufer befragt, wiederum ohne Ergebnis.

Zwischenzeitlich war durch die Polizei auch die Bergwacht in Tschechien informiert worden, es kam aber die Rückmeldung, dass im Hotel Buchwald keine Gäste abgängig seien.

Die Suche musste ausgedehnt werden.

Doch unmittelbar bevor der Einsatzleiter der Bergwacht, Mathias Simmet, das weitere Procedere festlegen konnte, kam gegen 11.00 Uhr ein neuer Hinweis; ein Helfer hatte auf dem Weg zu eben diesem Einsatz einen Mann gesehen, auf den die Beschreibungen passen, ein Feuerwehrmann hat dann die Idee, um wen es sich handeln könnte.

Die Polizei ging diesem Hinweis sofort nach und die gesamte Mannschaft wartete gespannt auf die Rückmeldung.

In der Zwischenzeit traf das vom Einsatzleiter im Vorfeld sicherheitshalber angeforderte Technikfahrzeug der Bergwacht Bayerwald mit Standort Cham ein, das sich zum Alarmierungszeitpunkt samt Bergwachtmannschaft zur Ausbildung in Regensburg befand; ab jetzt konnte man die Suche auch durch eine Drohne unterstützen.

Und dann die erlösende Nachricht durch die Polizei; der Gesuchte konnte zu Hause angetroffen und vom Melder mit Hilfe eines Fotos eindeutig identifiziert werden.

So nahm der Einsatz zur Erleichterung aller ein gutes Ende.

Der in Vilshofen wartende Polizeihubschrauber Edelweiß 1, der zum Alarmierungszeitpunkt aus Wetter- und Sichtgründen nicht im Einsatzgebiet landen konnte, flog nach München zurück, der in Finsterau für den Helikopter bereitstehende Tankanhänger konnte die Heimfahrt nach Ruhmannsfelden antreten und die 42 ehrenamtlichen Bergretter aus Grafenau, Passau, Cham und Waldkirchen sowie die mit 24 Helfern und fünf Fahrzeugen anwesenden Feuerwehren Mauth und Finsterau kehrten ebenso wie die sechs Mann vom Rettungsdienst wieder zu ihren Stützpunkten zurück.


- SB

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Bergwacht GrafenauGrafenau

Quellenangaben

Bergwacht Grafenau