Im Freilichtmuseum Finsterau ist die neue Sonderausstellung Jetzt gehts dahi: Sterben, Tod und Trauer. In Niederbayern und anderswo eröffnet worden. Statt dunkler Schwere und erwartbarer Düsternis empfängt die Ausstellung ihre Besucher mit Pastelltönen und einer überraschenden Leichtigkeit im Umgang mit einem Thema, das viele als bedrückend empfinden.
Genau dieser offene Zugang macht die Ausstellung besonders. Besucher kommen spontan miteinander ins Gespräch, tauschen persönliche Erfahrungen aus und verlassen die Räume mit neuen Eindrücken. Die Ausstellung zeigt damit, dass der Tod nicht nur Schmerz und Verlust bedeutet, sondern auch Menschen miteinander verbindet.
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich würdigte bei der Eröffnung die Arbeit des Ausstellungsteams um Kuratorin Lisa Späthe und Projektleiter Konrad Obermeier. Es brauche viel Mut und Offenheit, sich einem solchen Thema zu widmen. Ziel sei eine ehrliche und authentische Auseinandersetzung gewesen, die neue Perspektiven eröffnet. Dieses Vorhaben sei dem Team hervorragend gelungen.
Auch der wissenschaftliche Leiter der beiden niederbayerischen Freilichtmuseen, Dr. Clemens Knobling, hob den besonderen Charakter der Ausstellung hervor. Trauernde seien oft einsam, weil ihr Umfeld mit der Größe der Emotionen überfordert sei. Gleichzeitig betreffe der Tod jeden Menschen und habe dadurch etwas Verbindendes. Genau dieser Gedanke stehe im Zentrum der Ausstellung.

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich v.r. dankte Kuratorin Lisa Späthe, dem Präsidenten der Leir Foundation Markus Fuchs und Projektleiter Konrad Obermeier.
Inhaltlich setzt die Sonderausstellung auf eine große Vielfalt. Zahlreiche Interviewpartner aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen zu Wort. Traditionen aus anderen Kulturen werden ebenso gezeigt wie historische und moderne Ausstellungsstücke. Thematisiert werden körperliche Veränderungen nach dem Tod genauso wie die gemeinschaftsstiftende und mitunter heilsame Wirkung eines Leichenschmauses.
Eine besondere Rolle spielt außerdem die Kunst. Die Leir Foundation unterstützte das Projekt mit Leihgaben internationaler Künstler und trug damit wesentlich dazu bei, die Ausstellung um zusätzliche Blickwinkel zu bereichern.

Freilichtmuseum Finsterau
Kulturreferat - Bezirk Niederbayern