Zwölf Tafeln im Treppenhaus des Konradinums sorgen derzeit dafür, dass Besucher stehen bleiben und über Rassismus im Alltag nachdenken. Die Ausstellung Rassismus Nicht mit mir des Künstlers Andreas Trpak ist Teil der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 16. bis 29. März stattfinden.
Die Ausstellung greift Situationen auf, die vielen Menschen im Alltag begegnen. Manche wirken zunächst harmlos, sind für Betroffene jedoch verletzend. Typische Sätze wie Du sprichst aber gut Deutsch oder Fragen nach der eigentlichen Herkunft zeigen, wie schnell Menschen auf ihr Anderssein reduziert werden können.
Auch Diskriminierung bei der Wohnungssuche oder rassistische Beleidigungen im Sport werden thematisiert. Die Tafeln machen deutlich, dass Rassismus nicht nur in offenen Angriffen sichtbar wird, sondern häufig in Bemerkungen oder Einstellungen, die auf den ersten Blick unscheinbar erscheinen.
Gerade diese Formen des sogenannten Alltagsrassismus bleiben oft unbeachtet. Für Betroffene bedeuten sie jedoch immer wieder die gleiche Botschaft: Du gehörst nicht wirklich dazu. Die Ausstellung erklärt Hintergründe und lädt dazu ein, die eigene Perspektive zu hinterfragen.
Bewusst wurde das Treppenhaus des Konradinums als Ausstellungsort gewählt. Hier gehen täglich viele Menschen ein und aus. Wer vorbeikommt, wird automatisch mit den Inhalten konfrontiert. Genau das ist gewollt: Die Ausstellung soll zum Nachdenken und zum Gespräch anregen.
Für den Caritasverband für die Diözese Passau e. V. ist das Thema eng mit seinem christlichen Selbstverständnis verbunden. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion, betont Vorständin Andrea Anderlik. Als Caritas trete man klar gegen jede Form von Rassismus ein.
Auch Caritas Vorstand Stefan Seiderer unterstreicht die Verantwortung jedes Einzelnen. Rassismus beginne oft im Kleinen, etwa in Worten, Blicken oder Ausgrenzung. Gerade deshalb dürfe man nicht wegschauen. Als christliche Organisation stehe die Caritas für eine Kultur des Respekts und der Nächstenliebe.

Andreas Trpak hat die Ausstellung „Rassismus? Nicht mit mir.“ konzipiert und realisiert. Sie ist im Treppenhaus des Konradinums in Passau zu sehen und begleitet die Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Die Ausstellung zeigt daher nicht nur Problemlagen, sondern auch Möglichkeiten zu handeln. Sie ermutigt dazu, aufmerksam zu sein, Betroffene zu unterstützen und diskriminierende Aussagen nicht einfach stehen zu lassen. Schon kleine Gesten der Solidarität können zeigen, dass niemand allein ist.
Für Christinnen und Christen hat diese Haltung eine klare Grundlage. Jesus Christus stellte immer wieder Menschen in die Mitte, die von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Seine Botschaft der Nächstenliebe erinnert daran, dass jeder Mensch Geschöpf Gottes ist und dieselbe Würde besitzt.
Die Ausstellung Rassismus Nicht mit mir im Konradinum lädt deshalb dazu ein, genauer hinzuschauen und im Alltag klare Haltung zu zeigen. Denn eine Gesellschaft der Nächstenliebe entsteht dort, wo Menschen nicht schweigen, sondern für die Würde aller eintreten.

Caritasverband für die Diözese Passau e. V.