Nationalpark startet Maßnahmen zum Amphibienschutz

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12.03.2026
Grafenau
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Damit Kröten, Frösche und Molche auch in diesem Jahr sicher zu ihren Laichgewässern gelangen, hat der Nationalpark Bayerischer Wald mit den jährlichen Maßnahmen zum Amphibienschutz begonnen. Der Startschuss fiel in der Bergerau zwischen St. Oswald und Altschönau. An bekannten Hotspots der Laichwanderung werden erneut insgesamt rund vier Kilometer Schutzzäune errichtet, um die Tiere vor dem Straßenverkehr zu bewahren.

 

Helmut Hackl aus dem Bereich Arten und Biotopschutz der Nationalparkverwaltung erklärt, dass für den Aufbau nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung steht. Zwar liege teilweise noch Schnee, doch sobald wieder Regen einsetze, beginne die Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern. Deshalb seien derzeit viele Mitarbeiter im Einsatz, um die Zäune möglichst schnell aufzubauen.

 

Mehrere Personen in orangefarbener Arbeitskleidung stehen an einer Straße neben einem Amphibienschutzzaun. Im Hintergrund sind Wald, Wiese und noch einzelne Schneereste zu sehen.
Beim Start der diesjährigen Amphibienschutzmaßnahmen des Nationalparks in der Bergerau dankte Nationalparkleiterin Ursula Schuster (Bildmitte) den engagierten Helfern.

 

Neben der Bergerau werden auch entlang der Nationalparkstraße, etwa am Knottenbach, an der Schleiff sowie im Reschbachtal bei Mauth, Amphibienschutzzäune errichtet. Auch im Gebiet um den Großen Falkenstein entstehen Schutzanlagen, unter anderem an der Deffernikbrücke und in Zwieslerwaldhaus. Für die Arbeiten werden auf den betroffenen Straßenabschnitten vorübergehend Baustellen mit Verkehrsampeln eingerichtet.

 

Verena Riedinger, die in der Nationalparkverwaltung für Naturschutzmaßnahmen zuständig ist, bittet um Verständnis für mögliche kurzzeitige Verkehrsbehinderungen. Nach dem Aufbau der Zäune müssten diese täglich kontrolliert werden. Ihr Dank gelte daher den vielen Freiwilligen, Praktikanten und Nationalparkmitarbeitern, die sich über Wochen hinweg engagieren.

 

Eine kurvige Straße verläuft durch ein Waldgebiet. Entlang des Fahrbahnrandes stehen Warnkegel und ein grüner Amphibienschutzzaun.
An Hotspots der Amphibien-Laichzüge werden im Nationalpark insgesamt rund vier Kilometer Schutzzäune errichtet.

 

Hinter den Schutzzäunen werden insgesamt rund 160 Eimer eingegraben. Dort landen die Amphibien bei ihrer Wanderung entlang der Barrieren und werden anschließend von Helfern sicher über die Straße getragen. Nach Angaben der Nationalparkverwaltung werden auf diese Weise jedes Jahr zahlreiche Tiere gerettet, die sonst dem Straßenverkehr zum Opfer fallen könnten.

 

Auch Nationalparkleiterin Ursula Schuster war zum Auftakt der Maßnahmen vor Ort und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz. Sie betonte, dass sich der Nationalpark seit vielen Jahren intensiv für den Schutz heimischer Amphibien einsetzt. Neben den mobilen Schutzzäunen sollen im Zuge der Sanierung der Nationalparkstraße durch das Staatliche Bauamt Passau künftig auch feste Querungshilfen entstehen, etwa ab Mai zwischen Guglöd und Spiegelau. Kröten, Frösche und Molche sollen dort künftig auch ohne menschliche Hilfe sicher zwischen Winterquartier und Laichgewässer wechseln können.


- KM


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldNationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalpark Bayerischer Wald, Foto: Julia Reihofer, Foto: Moritz Roth

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