Kein Bock auf Wahl? Der Löwe hat gebrüllt! Starkbierfest Großarmschlag im Zeichen von Kommunalpolitik und Dorfratsch

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02.03.2026
Grafenau, Großarmschlag
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Fast wäre das Starkbierfest in Großarmschlag in den leeren Sudkessel gefallen. Der Ritzinger, langjähriger IM-Löwenbier stieg wegen einer unerklärlichen 2026er Skandal-Demenz aus und der Bruder Markus fand seine Kutte beinahe nicht, weil die Klosterwäscherei annahm, dass es dann vielleicht eh keine eilige schmutzige Wäsche zu waschen gäbe. Aber die Feuerwehr als Ausrichter des jährlichen verbalen Ohrlöffellangziehens im Stich lassen, das ging ja auch nicht. Also kam es, wie es kommen muss: Wer es verdient hatte, bekam wieder sein Fett weg.

 

Ein Mann im Mönchsgewand mit langem Bart spricht in ein Mikrofon und hält die Hand an seine Kutte.
Bruder Markus holte den rechten Haken heraus. Für den verbalen Rundumschlag und um die Mass mit dem Löwen zu ergreifen.

 

Dass kurz vor der Kommunalwahl an der aktuellen Politlandschaft keiner vorbeikommt, das war klar. Im Sinne (k)einer allgemein gleichen Wahlbeeinflussung bemühte sich Bruder Markus aber aufrichtig, jeden Kandidaten um das Bürgermeisteramt möglichst gleichmäßig abzuwatschen. Die Kurzform: Dem gelben Muhanad mit einem Sieben-Punkte Plan in KI-Anmutung sei sein Halb-Meter-Bundestagsgrinsen schon vorab vergangen. Die neuen Plakate hätten ja schon gar nicht mehr den Erlöser-Charme; vielleicht, weil er als überforscher Rat schon einmal zu oft derb ausgebremst wurde? Dafür wirkt der schwarze Jonas extra fresh; vielleicht schon zu frisch? Es gehe schon das Wort vom Kinderkanzler für Grafenau um. Wenn er aber als Vorbilder Schönberg ohne Wirtshaus, Neuschönau ohne Volksfest und Spiegelau mit gleich zahlreichen Friedlhäusern als Zielvorgabe nenne, was soll das denn werden? Der rote Armin muss nicht extra unter Druck gesetzt werden; der hat ja eh die Liste mit den meisten Kandidatinnen samt der eigenen Frau hinter sich. Ein Matriarchat für Grafenau? Und der orange-türkise Alex ist selbst immer noch so frisch am Regieren, dass er erst des Glump verräumen müsste, das er mit großen Projekten in erster Amtszeit angerichtet hat. Soll er also dazu per Wahl nochmals dazu verdonnert werden?

 

Wichtig ist da natürlich beim strategischen Denken und Wählen, was dahinter noch als Mannschaft aufläuft. Und da fiel dem Prediger auf, dass es um viel Erfahrung gehe. Um sehr viel Erfahrung. Oder dass die Bewerber durchschnittlich so wirken, als wäre die Anmeldeliste vom Seniorenstift dazwischengeraten. Die Rentler hätten zwar Zeit für Mandat. Ausgeruht vom Arztwartezimmer zur Sitzung gehen, das konserviert immerhin die Entscheidungskraft. Insgesamt war dem ganzen Wahlkrampf dann sogar eine positive Tendenz abzuringen: Die Liste der Wahlwerbegeschenke von Kulinarik bis Labello seien ja gut in die Lebensplanung integrierbar und wenn sich die Listen noch etwas besser abstimmen würden, dann fehlte zu Sonnenbrille, Creme und Schirmkappe nur noch die passende Badehose für das komplette Urlaubsoutfit. Vielleicht in allen politischen Farben als Koalition der unerschrockenen Wähler-Kreuz-Ritter? Plus ein wenig Grün. Die NaturjüngerInnen wären mit ihren Mini-Plakaten allerdings neben den gigantischen Bauzaunbannern fast untergegangen.

 

Mehrere Personen stehen in einem Feuerwehrraum zusammen, stoßen mit Maßkrügen an und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund sind Feuerwehruniformen und Ausrüstung zu sehen.
Die Röcklin, der Markus, der dorfeigene Biergermeister Max Riedl, der zweite Feuerwehrvereinsvorstand Schreiner Manuel und Alexander Ritzinger als Löwenbocklieferant stießen auf ein zünftiges Abwatschen an.

 

Nach der Wahl ist ja möglichst vor der konstruktiven Zusammenarbeit. Vorbehaltlich der Stichwahl natürlich. Da wird Hauen und Stechen vermutlich noch einmal aufleben. Aber so schlecht sind Wahlversammlungen in Wirtshäusern nun auch wieder nicht. Immerhin fördert es die Wirtschaft und der Besucher kann Bürger-Interesse vorspiegeln, um vom gestrengen Weibe zum geliebten Bier zu kommen. Nach sechs Halben ist es eh fast wurscht, was der da vorne Unverständliches auftischt.

 

Im Rahmen der globalen Politik sei Grafenau zudem nur eine kleine Nummer. Wenn der wodkagestählte Russ dann kommt …? Dann werden ihn zwar nicht die zwangsgemusterten Jungspunde aufzuhalten vermögen, die vom Handydatteln blind, vom Fastfood gwampert und von Muttis Schonprogramm krumm gewachsen sind - aber die Elsenthaler Leite wird dann voraussichtlich eh wieder mal gesperrt sein. Kein Durchkommen also. Außerdem merken die schon bei Berlin, Dresden und Düsseldorf, dass es in Deutschland gar nicht so schön ist wie nach Bildern aus Bayern vermutet. Oder sie verzweifeln an der hundertsten Autobahnbaustelle. Rückwärts Marsch! Die Region tue auch ihr Bestes dafür, dass die Infrastruktur verteidigungsfähig umgestaltet wird. Kein Verkehrsfluss in Reismühle. Kein Kreisel. Wo bleibt die KI-Ampel? Wenn der Biber darunter noch weiter gräbt, dann geht es eh nur noch per Boot zum Aldi-Einkauf. Aber Großarmschlag werde dafür selbst immer autonomer. Die Ghostwriterin des gestrengen Asketen Markus bekäme ihre Hirnnahrung vielleicht bald aus einem Mayer-Schweinshaxn-Automaten möglichst gleich gegenüber. Beim Schwoagl-Fußboden-Fachmarkt wird der Jubiläumswagen wieder aufgebaut, der eine ganze Disco mit seinen Blinklichtern ersetzt. Die Feuerwehr beschränkt sich auf ortsnahe Einsätze, wo man statt nach dem ersten Sirenengeheul auch erst nach einer ausgedehnten WhattsApp-Diskussion zu Schwere und Bedarf noch hinfahren kann. Die RMC-Skifahrer bleiben am Platz, weil dann die häufigen Bieslpausen regional und nah eingeplant werden können. Die Frauenbundfrauen könnten nicht mehr so exzessiv weiberroasen und frauenbundausfliegen. Dann würde das vielleicht auch mal was mit der Beachparty am Froschweiher samt Kaplan im knappen Borat-Mankini. Und für die Maibaumstehler aus Grüb und Großarmschlag läge die Herausforderung immer grad ums Eck. Nachdem vor Jahrzehnten eine Fehde sich an einem grob gebrochenen Gesetz und verweigerter Auslöse entzündet hatte, gab es die Revanche endlich anno 2025. Spähtrupps wurden in das Dorf Grüb entsandt, strategische Pläne ersonnen, ein Groß-Silier-Tag abgewartet, damit der mächtige Sicherungs-Bulldog im Einsatz und der oberste Wächter ermattet und leichtsinnig war: Zugriff geglückt! Wenn der Baum-TÜV dereinst abläuft, könnte eine entnommene Baumscheibe noch zur Schützenscheibe werden, die mit dem Portrait vom schläfrigen Georg B. auf Ewigkeiten die Geschichte des Eibnschlager Triumpfs erzählt.

 

Mehrere Personen stehen in einem Feuerwehrhaus um ein Holzfass. Ein Mann schlägt mit einem Holzhammer auf den Zapfhahn, während eine Frau daneben mithilft. Im Hintergrund sind Gäste und Feuerwehruniformen zu sehen.
2 x gezielte Schläge führten über eine erste Bierfontäne zum flüssigen Glück und im Bild montiert direkt daneben zu einem Freibierdirndl.

 

So war ein Jahreskapitel wieder vollendet und geschlossen. Es wird voraussichtlich doch wieder nichts helfen, in einer Mischung aus Mass und Mäßigung mit Markus mahnend pro(s)testiert zu haben. Eine freundliche Aufforderung gab es noch an den verschlossenen informellen Mitarbeiter mit Hopfenbezug. Wenn er 2027 nicht wieder redet, dann wird die Leiterin der Abteilung dörfliche Aufklärung, also seine Frau, als Quelle angezapft. Da gäbe es vielleicht sogar noch heißere News. Sonst droht die Gefahr, dass die bisherige Drei-faltigkeit über die Zwei-felhaftigkeit noch in die Ein-fältigkeit abrutscht. Gott bewahre Großarmschlag!

 


- KM


GroßarmschlagGroßarmschlagGroßarmschlag

Quellenangaben

Hermann Haydn

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