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09.06.2017
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Heimat-Musik: D'Sturmberger Feiertagsmusi

Gerald Braumandl und seine fünf Sturmberger Feiertagsmusi-Kanten stehen auf internationalen Sound ohne Schlagzeug, dafür bevorzugt mit Blasinstrumenten und Gitarre. Unplugged, aber mit Horn. Damit begeben sie sich auf eine Alpentour inklusive einiger Abstecher ins Flachland. Neugierig geworden? Dann sind Sie beim launigen Interview mit den Musikern auf WAIDLER.COM genau richtig.

 

D’Sturmberger Feiertagsmusi – was hat es mit dem Namen auf sich?

Der Name geht auf den Gründungsort zurück: auf Braumandls Küchentisch im Passauer Sturmbergweg. Der Rest ist irgendwann Stadtgeschichte – hoffen wir zumindest.

 

(Foto: Valentin Brandes)

 

In Eurer Besetzung dominieren Blasinstrumente. Was macht den Reiz dieser Instrumente aus, was lässt sich mit ihnen ausdrücken, wie wirken sie in Kombination mit Steirischer und Gitarre?

Für uns macht vor allem die Robustheit den Reiz der Blasinstrumente aus. Man kann zum Beispiel ein Hirschgeweih draufplumpsen lassen – und sie verziehen keine Miene. Bei einer Geige wäre so was undenkbar. Ein weiterer Vorteil: Man muss Blasinstrumente nur selten stimmen. Einmal Anfang Januar eingenordet, reicht das für den Rest des Jahres. Instrumente wie Harfe oder Hackbrett kommen für uns deshalb überhaupt nicht in Frage. Vor lauter Stimmen hätten wir gar keine Zeit mehr zum Biertrinken. In Kombination mit Steirischer oder Gitarre wirken Blasinstrumente noch strahlender. Sie kommen dann besonders schön zur Geltung. Stimmungsmäßig ist mit ihnen alles möglich: von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, von zart bis hart. Nichts Menschliches ist ihnen fremd – uns übrigens auch nicht.

 

(Foto: Valentin Brandes)

 

Volksmusik erlebt ja gerade einen Aufschwung. Profiliert sich volkstümliche Musik auf dem Rücken der Volksmusik, der traditionellen Volksmusikgruppen? Seid Ihr da Puristen, Fundamentalisten, geht Ihr auf die Barrikaden oder ist Euch das relativ wurscht und Ihr macht einfach Euer Ding?

Auf unserem Rücken profiliert sich niemand. Das tut sich keiner an. Der Unterschied zwischen volkstümlicher Musik und Volksmusik besteht im Grunde darin, dass die einen oft viel Geld verdienen und die anderen eher nicht. Das ist aber nicht weiter tragisch. Wenn Reichtum unser Ziel gewesen wäre, hätten wir es wie Carsten Maschmeyer angestellt – er hat sich unsere Musik übrigens schon einmal live anhören müssen. Zu unserer Gesinnung: Wir sind weder Puristen noch Fundamentalisten, sondern Internationalisten. „Musikstile aller Länder, vereinigt Euch!“ – das ist der erste Satz unseres ungeschriebenen Manifests. Was d‘Sturmberger Feiertagsmusi ausmacht, sind in erster Linie Kontraste: Nach einem Boarischen kommt ein Tango. Auf einen Chorinho folgt ein Chanson. An einen Walzer fügt sich ein 7/8-Stück. Und auch unter uns Musikern bestimmen Gegensätze das Bild: Da sitzt der Zuagroaste neben dem Urbayer, der Kinderlose neben dem vierfachen Familienvater, der Vegetarier neben dem Fleischfresser und der Glatzkopf neben dem Langhaarigen ... Kurzum: Dieter Bohlen hätte uns nicht besser casten können.

 

(Foto: Gerald Braumandl)

 

Fiebert man eigentlich bei jedem Auftritt, bei jedem Lied noch mit und saugt die Stimmung in sich auf? Oder wird das mit der Zeit Routine?

Wir sind bei jedem Auftritt aufs Neue gespannt, ob die Zuhörer am Ende des Konzerts noch vollzählig sind, ob uns der Ansatz währenddessen verlassen hat und die im Publikum verteilten Perkussionsinstrumente wieder alle zurückgegeben wurden.

 

Vielen Dank für das Gespräch.


- sh



Quellenangaben

Vorschaubild: Valentin Brandes



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