Großübung der Polizei im Gymnasium Freyung – Einsatzkräfte trainieren für den Ernstfall

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06.01.2026
Freyung
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Mit den Worten „Übung macht den Meister“ kündigte die Polizeiinspektion Freyung im alten Jahr noch eine Übung im Gymnasium Freyung an. Diese fand nun am Freitag, 02.01.2026 statt.

 

Nach dem Grund für die Übung gefragt, gibt Ingrid Grötzinger, Leiterin der Polizeiinspektion Freyung bereitwillig Auskunft: „Es gibt keinen speziellen Einsatzanlass. Allerdings wollen wir für den Ernstfall gerüstet sein und es wäre falsch, Fortbildungsmaßnahmen nur auf das alltägliche Dienstgeschäft zu beschränken.“ Als Ernstfall bezeichnet sie Einsätze, bei denen eine Vielzahl von Einsatzkräften zum Tragen kommen, egal ob von Polizei oder Feuerwehr oder Rettungsdienst. „In den vergangenen Jahren hatten wir leider einige Gelegenheiten, schwere Flugunfälle abzuarbeiten.“ In der Herangehensweise an solche Unglücksfälle habe man schon Erfahrung sammeln können. „Jetzt sind lebensbedrohliche Einsatzlagen in unserem Fokus“ teilt Grötzinger mit und hat ihrem Führungsteam den Auftrag für die Durchführung der Übung im Gymnasium Freyung erteilt. Einen ganz besonderen Dank schickt sie dabei gleich an den neuen Schulleiter des Gymnasiums, Oberstudienrat Christian Weishäupl samt seinem Sicherheitsbeauftragten Matthias Gottschalk und Hausmeister Fritz Petzi. „Herr Weishäupl hat uns bereitwillig sein Gebäude zur Verfügung gestellt und war sehr daran interessiert, dass die Räume für einen Ernstfall auf Herz und Nieren überprüft werden“ freut sich Grötzinger.

 

Mehrere Polizisten und ein Übungsleiter mit roter Weste mit der Aufschrift
Leitungsbesprechung während der Polizei-Großübung im Gymnasium Freyung.

 

Als Übungsleiter fungiert an diesem Tag der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizei Freyung, Bernd Deutscher. „An der Übung sind rund 30 Einsatzkräfte der Polizei Freyung, Waldkirchen und der Grenzpolizeigruppe Freyung beteiligt. Gemessen daran, dass der normale Dienstbetrieb währenddessen weiterlaufen muss, eine sehr große Anzahl an Einsatzkräften!“ Da Angriffe auf größere Menschengruppen schon des Öfteren in Schulen stattgefunden haben, habe man sich das Gymnasium Freyung ausgesucht. „Generell sind die Maßnahmen aber auf jedes andere große Gebäude übertragbar“ erklärt Deutscher die Wahl des Übungsobjekts.

 

Die Übungsplanung oblag Lukas Manzenberger, der derzeit die Funktion eines Dienstgruppenleiters bei der Polizei Freyung innehat. Dieser holte sich umgehend die Unterstützung der polizeilichen Einsatztrainer aus Passau ins Boot. „Wichtig ist es, die Bewertung und Übungsdurchführung an diesem Tag in erfahrene Hände zu legen. Hier sind wir mit unseren Einsatztrainern sehr gut beraten!“

 

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung in die Thematik und das Gebäude geht es dann für die erste Übungsgruppe los. In mehreren Teams durchforsten sie das Gebäude nach dem Täter, der von den Einsatztrainern dargestellt wird. Die Teams werden ebenfalls von einem Trainer begleitet, um sie in ihrem taktischen Vorgehen zu unterstützen und gegebenenfalls zu beraten. Immer mal wieder knallt es im Gebäude. „Der Einsatz von Übungsmunition macht es realistischer und gibt den Einsatzkräften natürlich auch eine Richtung in ihrem Vorgehen vor“, erklärt der Leiter der Einsatztrainer Robert Bauer. Er ist an diesem Tag neben der Beratung und Durchführung auch für die „special Effects“ zuständig. Durch die Glaswand im Treppenhaus sieht man immer wieder die Polizeikräfte mit ihrer Schutzausrüstung und ihren Übungswaffen im Anschlag laufen.

 

Realistische Trainingsszenarien in den Fluren des Gymnasiums Freyung.
Polizeifahrzeuge vor dem Gymnasium Freyung während der Großübung.

 

Die Schlagzahl wird mit jedem Übungsdurchgang erhöht. Dabei schwitzen nicht nur die Einsatzkräfte in ihren Ausrüstungen. Auch die jeweiligen Führungspersonen brauchen höchste Konzentration, um ihre Teams und damit das Einsatzgeschehen im Blick zu behalten. Das verlangt den eingesetzten Beamtinnen und Beamten einiges ab. Dabei geht es nicht immer darum, einen Täter zu stellen. Auch die einfache Absuche nach einer verdächtigen Wahrnehmung wird wie ein Ernstfall behandelt. Der Sicherheitsbeauftragte Matthias Gottschalk hat so eine Übung noch nie in der Praxis erlebt. „Das ist schon sehr spannend!“

 

Warum darf die Öffentlichkeit eigentlich nicht zusehen? „Wir üben hier nach taktischen Konzepten, die wir natürlich nicht jedermann offenlegen können, sonst würden sie nicht mehr greifen“ gibt Ingrid Grötzinger zu bedenken. Am meisten ist ihr jedoch daran gelegen, dass ihre Einsatzkräfte ohne Störungen von außen trainieren und sich somit auf voll und ganz auf das Übungsgeschehen konzentrieren können.

 

Ein Übungsleiter mit Weste
Realistische Trainingsszenarien in den Fluren des Gymnasiums Freyung.

 

Mehrere Durchläufe absolvieren die Teams aus Freyung und Waldkirchen, dann ist die Nachbesprechung dran, in der die Vorgehensweisen diskutiert werden. Eine eingehende Besprechung mit der Schulleitung findet dann im Nachgang statt. Für die Einsatzkräfte ist gegen 13.00 Uhr Schluss. Alle sind sich einig, dass diese Übung jeden Aufwand rechtfertigt, denn auch für die Einsatzkräfte war die Spannung beim Durcheilen der Schulgänge greifbar.


- JS


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Quellenangaben

Polizeiinspektion Freyung

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