IHK und HWK: Ergebnisse der Konjunkturumfrage zur wirtschaftlichen Lage in Niederbayern

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17.10.2016
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Weiter Aufschwung, aber auch steigende Unsicherheit

Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst

Ob in der Industrie, im Handel, bei den Dienstleistungen oder im Tourismus: Die niederbayerische Wirtschaft brummt. Das zeigen die Ergebnisse der neuesten Konjunkturumfrage der IHK Niederbayern unter den Mitgliedsunternehmen in der Region. Starke Impulse aus dem Inland und ein solides Exportwachstum führen zu einer verbesserten Wirtschaftslage. Auch der Blick in die Zukunft bleibt zuversichtlich – allerdings zeigen sich erste Spuren einer Verunsicherung. Deswegen klettert der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lage und Erwartungen zusammenfasst, im Herbst zwar nicht weiter nach oben, bleibt aber auf sehr hohem Niveau.
„Über 95 Prozent der niederbayerischen Betriebe beurteilen die aktuelle Lage als gut oder befriedigend – das ist ein neues Rekordniveau“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart. Er nennt auch die Gründe dafür: „Einerseits ist die Kauflaune der Verbraucher ungebrochen, andererseits exportieren unsere Unternehmen mehr, besonders in die EU, die USA und China.“ Die Unternehmen seien voll ausgelastet und berichteten von steigenden Aufträgen. Der Aufschwung werde zudem von staatlichen Ausgaben für die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge gestützt.
„In der aktuellen Lage schlummern allerdings auch Gefahren für das weitere Wachstum“, meint Keilbart. Die Uneinigkeit in der EU, die schwierige Lage der Banken in der Niedrigzinsphase und Turbulenzen an den Finanzmärkten sehen die Betriebe der Umfrage zufolge als die größten Risiken. Verunsicherung infolge des Brexit-Votums, das Thema Türkei und die Terrorgefahr verstärken den Gegenwind. „Folglich ist für die Zukunft nur noch jeder Fünfte optimistisch gestimmt – etwas weniger als zuletzt“, berichtet Keilbart. Während das anstehende Weihnachtsgeschäft und die gute Konsumlaune die Stimmung im Handel heben, blicken Industrie und Tourismus weniger optimistisch in die Zukunft. „Allgemein rechnet aber die Mehrheit mit einer zumindest stabilen Entwicklung der Wirtschaftslage“, erläutert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Als zentrale Herausforderung für alle Betriebe zeigt sich immer mehr die Suche nach geeignetem Personal und qualifizierten Fachkräften – gerade angesichts der derzeit guten konjunkturellen Lage. „Schon fast die Hälfte der befragten Unternehmen hat Schwierigkeiten, offene Stellen längerfristig zu besetzen“, beklagt Keilbart. Vor allem die Wirtschaftszweige Bau, Handel und Gastgewerbe seien stark betroffen.
„Wir wissen also, wo die Betriebe der Schuh drückt“, betont Keilbart. Jetzt sei die Politik gefordert, ein wirtschaftsfreundliches Umfeld zu schaffen, um die Spuren der Verunsicherung zu verwischen. „Europa muss in unruhigen Zeiten wieder stärker zusammenhalten und bei den Themen Flüchtlingen und Brexit einen gemeinsamen Nenner finden“, so Keilbart abschließend.
Der ausführliche Konjunkturbericht mit detaillierten Auswertungen nach Branchen ist im Internet verfügbar unter: www.ihk-niederbayern.de/konjunktur

Sie präsentierten in Passau die Umfrageergebnisse: Christian Stachel, Abteilungsleiter HWK Niederbayern-Oberpfalz, Toni Hinterdobler, HWK-Hauptgeschäftsführer, Walter Keilbart, IHK-Hauptgeschäftsführer und Martin Frank, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern (von links)
Sie präsentierten in Passau die Umfrageergebnisse: Christian Stachel, Abteilungsleiter HWK Niederbayern-Oberpfalz, Toni Hinterdobler, HWK-Hauptgeschäftsführer, Walter Keilbart, IHK-Hauptgeschäftsführer und Martin Frank, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern (von links)

 

Wolkenloses Sommer-Geschäft im Handwerk

Die wirtschaftliche Lage des ostbayerischen Handwerks im 3. Quartal 2016: Gute Auftragspolster stimmen Betriebe weiterhin optimistisch

Über florierende Geschäfte in den vergangenen Sommermonaten durfte sich das ostbayerische Handwerk freuen: Mehr als 91 Prozent der niederbayerischen und Oberpfälzer Betriebe waren von Juli bis September mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Das belegt der aktuelle Konjunkturbericht der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, in dem sie vierteljährlich die wirtschaftliche Stimmung im Handwerk zusammenfasst. „Das Geschäftsklima konnte sich im 3. Quartal 2016 auf dem bereits sehr hohen Niveau noch einmal verbessern“, kommentiert Alexander Stahl, Bereichsleiter der Handwerkskammer. Dabei legte der Geschäftsklima-Index um weitere zwei Prozentpunkte zum Vorquartal zu und ist somit auf 41 Prozentpunkte angestiegen. „Seit den Jahren nach der Wiedervereinigung haben die Betriebe ihre Geschäftslage nicht mehr so positiv bewertet wie gerade.“ Von einem deutlich verbesserten Geschäftsklima berichteten vor allem das Kfz-Gewerbe und die Handwerke für den privaten Bedarf wie Friseure, Textilreiniger oder Fotografen.
Die in den vergangenen Jahren nachlassende Auftragsdynamik über den Sommer hinweg blieb heuer aus. Über 58 Prozent der Betriebe berichteten von einer gleichbleibend guten Auftragslage – vor allem das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. Das Lebensmittelgewerbe konnte diesem Trend nicht folgen und verzeichnete rückläufige Auftragszahlen.
Die Betriebsauslastung blieb im Vergleich zum letzten Quartal auf einem ähnlich hohen Wert: 92 Prozent der Betriebe waren gut bis sehr gut ausgelastet. Dabei berichteten knapp zwei Drittel sogar von einer sehr guten Auslastung – das ist der höchste Wert der letzten Jahre. Über ein Drittel der Befragten hat in den vergangenen drei Monaten investiert, am investitionsfreudigsten waren das Bauhauptgewerbe mit 44 Prozent und das Lebensmittelgewerbe mit 39 Prozent.
Auf die kommenden Monate blickend prognostizieren 18 Prozent der Betriebe rückläufige Auftragseingänge. Dennoch gehen 82 Prozent der Handwerksunternehmer von einer positiven Auftragsdynamik aus. Noch etwas optimistischer sind sie im Hinblick auf die kommende Umsatzentwicklung und die Verkaufspreise. Der Beschäftigtensaldo soll nach den Prognosen der Betriebe in etwa gleich bleiben.
„Aufgrund der stabilen Auftragseingänge auf hohem Niveau, des sehr guten Auftragspolsters und der Betriebsauslastung blicken die Betriebe auch äußerst optimistisch auf die kommenden Monate. Bleiben die Rahmenbedingungen ähnlich positiv, kann das Gesamthandwerk in Ostbayern mit einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2016 abschließen“, erläutert Alexander Stahl. Durch strukturelle Veränderungen, darunter beispielsweise die zunehmende Digitalisierung und die erschwerte Gewinnung von qualifizierten Nachwuchs- und Fachkräften, befinde sich das Handwerk aber in einem größeren Anpassungsprozess. „Damit das Handwerk diesen Herausforderungen begegnen kann, müssen die Betriebe erfolgreich am Markt sein."


- SB


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Quellenangaben

IHK für Niederbayern in Passau

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