zurück zur Übersicht

06.10.2021
1241 Klicks
teilen

Tag der Epilepsie am 5. Oktober

Der Schrecken sitzt oft tief. Ein Mensch „zuckt“ am ganzen Körper, ist nicht mehr bei Bewusstsein und scheint nicht mehr zu atmen. Dann handelt es sich meist um einen epileptischen Anfall. Ca. 5% aller Menschen haben einmal in ihrem Leben einen solche epileptischen Anfall. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens tatsächlich an einer Epilepsie zu erkranken etwas niedriger. „Bei einem ersten epileptischen Anfall sollte man auf jeden Fall den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 anfordern“, so Privatdozent Dr. med. J. Scheßl, Leiter der neurologischen Intensivstation am Bezirksklinikum Mainkofen, da dann eine weitere Abklärung u.a. mittels einer Bildgebung des Kopfes und einem EEG (Hirnstrommessung) erfolgen sollte. „Epilepsien können unterschiedliche Ursachen haben. Es können genetische Veränderungen, verschiedene Stoffwechseldefekte, Hirnfehlbildungen oder -schäden, aber auch Entzündungen oder Verletzungen des Gehirns bis hin zu Hirntumoren und vielen mehr vorliegen“ erklärt Prof. Dr. med. T. Schmidt-Wilcke, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Bezirksklinikum Mainkofen.

Privatdozent PD Dr. Joachim Scheßl, Leiter der Neurologischen Intensivstation spricht anlässlich des Tages der Epilepsie über die Krankheit und die Therapiemöglichkeiten.Privatdozent PD Dr. Joachim Scheßl, Leiter der Neurologischen Intensivstation spricht anlässlich des Tages der Epilepsie über die Krankheit und die Therapiemöglichkeiten.


Epileptische Anfälle dauern in der Regel nicht länger als 2 Minuten. Allerdings kann es zu schwerwiegenden Schäden des Gehirns kommen, wenn der Anfall länger als 5 Minuten andauert. Dann sprechen die Mediziner von einem Status epilepticus, einer der häufigsten, lebensbedrohlichen Notfälle in der Neurologie. „Hier gilt es dann schnell zu handeln. Spezielle Medikamente müssen dann unverzüglich dem Patienten verabreicht werden“, so der Notfallmediziner, Privatdozent Dr. Scheßl, der auch bei der Erstellung der Leitlinie für den Status epilepticus der Deutschen Gesellschaft für Neurologie als Mitglied des Expertengremiums tätig ist.

Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke, Neurologisches Zentrum Mainkofen und sein Team betreuen unter anderem Patienten mit Epilepsie
Chefarzt Prof. Dr. Schmidt-Wilcke, Neurologisches Zentrum Mainkofen und sein Team betreuen unter anderem Patienten mit Epilepsie


Nach dem ersten Anfall kann, aber spätestens nach mehreren Anfällen sollte eine antiepileptische Therapie begonnen werden. Dafür stehen mittlerweile mehr als 20 verschiedene Medikamente zur Verfügung, um eine Anfallsfreiheit herzustellen. Die gute Nachricht für Betroffene ist, dass dies in den meisten Fällen auch gut gelingt.


- SB


Bezirksklinikum MainkofenMainkofen

Quellenangaben

Bezirksklinikum Mainkofen

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.


Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?


Ähnliche Berichte

Schlaganfall-Einheit des Bezirksklinikums Mainkofen zweifach ausgezeichnetDeggendorf (Mainkofen) Seit es in Deutschland Stroke Units gibt, überleben laut der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe fast doppelt so viele Menschen einen Schlaganfall. Die kontinuierliche Verbesserung der Schlaganfall-Versorgung ist das Ziel – auch am Bezirksklinikum Mainkofen.Mehr Anzeigen 31.03.2022Erfolgreiche Zertifizierung der Stroke Unit des Bezirksklinikums MainkofenDeggendorf (Mainkofen) Vor kurzem wurde die Stroke Unit am Bezirksklinikum Mainkofen erneut erfolgreich zertifiziert. Schlaganfallpatienten im Akutstadium steht somit eine moderne Versorgungseinheit mit einem erfahrenen, bestens trainierten Team und modernstem Equipment im Rahmen der apparativen Sofort-Diagnostik am Neurologischen Zentrum zur Verfügung.Mehr Anzeigen 02.02.2022Junge Menschen für das Gesundheitswesen begeisternDeggendorf (Mainkofen) Einfach mal ins Berufsleben schnuppern und den Erfahrungsaustausch mit Leuten aus dem Klinikalltag herstellen: Das war die Zielsetzung von Christian Fenzl, Lehrbeauftragter an der Technischen Hochschule Deggendorf, der für seine Studentinnen und Studenten kurz vor Weihnachten einen virtuellen Praxistag unter dem Motto "Unternehmensführung und Organisation im Gesundheitswesen" initiierte und als virtuellen Veranstaltungsort ins Bezirksklinikum Mainkofen einlud.Mehr Anzeigen 13.01.2022GESCHAFFT: Examensübergabe an der Pflegeschule des Bezirksklinikums MainkofenDeggendorf (Mainkofen) Beschwingt mit Beatles Klängen eröffneten im Jugendstilsaal des Bezirksklinikums Mainkofen Fritz Mühlbauer und Yannik Münster von der städtischen Musikschule Plattling die Abschiedsfeier für den Kurs 28 der Berufsfachschule für Pflege.Mehr Anzeigen 31.07.2021Priv.-Doz. Dr. med. Joachim Scheßl übernimmt die Leitung der neurologischen Intensivstation am Bezirksklinikum MainkofenDeggendorf (Mainkofen) Mit Privatdozent Dr. Joachim Scheßl konnte das Bezirksklinikum Mainkofen innerhalb kürzester Zeit einen weiteren renommierten Facharzt für das Neurologische Zentrum gewinnen.Mehr Anzeigen 25.03.2021Neurologisches Zentrum am Bezirksklinikum Mainkofen unter neuer LeitungDeggendorf (Mainkofen) Das Neurologische Zentrum des Bezirksklinikums Mainkofen steht seit Anfang Dezember unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke, der damit den bisherigen Chefarzt Prof. Dr. Erwin Kunesch ablöst, welcher aus altersbedingten Gründen ausscheidet.Mehr Anzeigen 07.12.2020