zurück zur Übersicht

16.09.2021
1028 Klicks
Posts |

Baudenkmal mit 320-jähriger Geschichte

1695 wurde der Blockbau der Klingsölde in Altdorf erbaut. Mit seinem Frackdach und dem zweiseitig umlaufenden Schrot (Balkon) gehört das Gebäude zu den eigenwilligsten und selten erhaltenen Beispielen der Bauernhausarchitektur im Landshuter Raum. Dass dieses Baudenkmal erhalten bleibt, ist der gelungenen Instandsetzung von Sebastian Stanglmaier, erster Bürgermeister der Marktgemeinde Altdorf, zu verdanken. Dafür wurde ihm am Sonntag, 12. September, der Denkmalpreis des Bezirks Niederbayern verliehen.

Zur Preisverleihung im Altdorfer Bürgersaal begrüßte Bezirkstagsvizepräsident und Vorsitzender des Kultur-, Jugend- und Sportausschusses Dr. Thomas Pröckl. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich dankte für das außerordentliche denkmalpflegerische Engagement und übergab die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung mit einer Glasskulptur, einem gläsernen Panther. Die stellvertretende Bürgermeisterin Maria Hohenester betonte in ihrem Grußwort, dass die Bauherren Sebastian Stanglmaier und Maximilian Graf mit der Instandsetzung der Klingsölde der Marktgemeinde ein Stück Heimat erhalten hätten.

(v. l.): Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Maximilian Graf und Sebastian Stanglmaier, Bauherren der instandgesetzten Klingsölde, Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, und Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder.

(v. l.): Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Maximilian Graf und Sebastian Stanglmaier, Bauherren der instandgesetzten Klingsölde, Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, und Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder.

2018 hatte Sebastian Stanglmaier das Haus im desolaten Zustand erworben. Der Erhalt des historischen Gebäudes im Ortszentrum war ihm wichtig und so er entschloss sich zu einer umfassenden, denkmalgerechten Instandsetzung. Geplant und betreut wurde der Umbau von Architekturbüro Michael Feil. Umgesetzt wurde die Sanierung von einer Reihe sachkundiger Handwerker mit erheblicher Eigenleistung von Sebastian Stanglmaier und Maximilian Graf sowie mit tatkräftiger Unterstützung vieler Freunde und Familienmitglieder.

„Wer selbst so viel Arbeit in ein Haus investiert, der entwickelt eine besondere emotionale Verbindung zu diesem Gebäude,“ würdigte Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich die aufwändige Instandsetzung von Sebastian Stanglmaier. Bei einem Baudenkmal sei diese Verbindung noch um einiges stärker, denn man spüre überall die lange Geschichte dieser Räume und seiner Bewohner. Und bei 320 Jahren sei diese Geschichte enorm reich und wertvoll. „Das Preisträgerobjekt Klingsölde zeigt, wie langlebig der Baustoff Holz ist – und welch ein Glück für uns, dass wir in Niederbayern enorm viel davon haben. Es ist eine unserer Hauptressourcen, die wir aber immer noch nicht so nutzen, wie es tatsächlich sinnvoll wäre“, so Heinrich weiter. Sebastian Stanglmaier habe genau das getan: Das Bauholz, das zur Reparatur des Blockbaus und der Dachkonstruktion benötigt wurde, stammt aus seinem eigenen Wald.

Die Klingsölde in Altdorf.

Die Klingsölde in Altdorf.

Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder beleuchtete das preisgekrönte Baudenkmal unter dem Motto des diesjährigen Denkmaltags „Sein & Schein“. „Was im Alltag eher nach Täuschung klingt, ist in Architektur und Denkmalpflege gängige handwerkliche Praxis“, so Seefelder. Es ginge um bewusst erzeugte Illusion. „Bei der Klingsölde hätte man – zumindest vor der Sanierung – nicht zwingend auf einen Blockbau schließen können. Hier wurde mit einer verputzen Verschalung ein Mauerwerksbau imitiert.“ Denkmalbewohner müssten sich auf ihr Haus einlassen, seinen Grundriss und seine Bausubstanz respektieren. Dies sei bei der Klingsölde erfüllt worden und so sei der Denkmalpreis 2021 des Bezirks Niederbayern verdient, betonte Seefelder.


- NG


Bezirk NiederbayernLandshut

Quellenangaben

Bezirk Niederbayern

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?


Ähnliche Berichte

Denkmalpreis des Bezirks Niederbayern geht nach KollnburgLandshut Mit dem Denkmalpreis zeichnet der Bezirk Niederbayern seit 2002 Hauseigentümer aus, die bei der Erhaltung ihres Baudenkmales Herausragendes geleistet haben. In diesem Jahr geht der mit 7.500 Euro dotierte Preis an den Künstler Thomas Niggl, der in Kollnburg (Landkreis Regen) das alte Schiessl-Haus mitten im Ort saniert hat.Mehr Anzeigen 12.08.2019Zu Gast bei Regierungs- und ParlamentschefsFurth bei Göttweig In einer hochkarätigen Runde mit mehreren Staats- und Regierungschefs und Vertretern der EU hat Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich am Wochenende Deutschland vertreten. Er sprach auf dem Europagipfel auf Stift Göttweig in der niederösterreichischen Wachau zur Rolle Bayerns in Europa. In einer Gesprächsrunde zusammen mit Arno Kompatscher, Landeshauptmann Südtirols, erklärte Heinrich, welche Bedeutung Europa für eine Region spielt, die lange Jahre die Nachbarschaft des Eisernen Vorhangs zu spüren bekam, und was Europa braucht, um weiterhin erfolgreich zu sein.Mehr Anzeigen 19.06.2019Überraschende BegegnungViechtach „Na, den kenn ich doch“, entfuhr es Bezirkstagspräsident und Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich, als er kürzlich die Fotoausstellung „Setkani - Begegnungen“ auf Großleinwänden in der Viechtacher Innenstadt besichtigte. Journalist und Fotograf Herbert Pöhnl ist seit Jahren mit seinem Partner Edmund Stern dies- und jenseits der Landesgrenze unterwegs, um Menschen und deren grenzüberschreitenden Begegnungen in Bildern festzuhalten.Mehr Anzeigen 16.06.2019Sauberkeit im Wandel der ZeitMauth (Finsterau) Bürsten, Besen und Rasierapparat werden auch heute noch genutzt, andere Utensilien zur Reinigung von Körper, Kleidung oder Haus sind hingegen aus den modernen Haushalten verschwunden. Im Freilichtmuseum in Finsterau kann man seit Freitag viele dieser alten Gegenstände wiederentdecken und sich darüber informieren, wie sich Hygiene und Sauberkeit im Laufe der Zeit verändert haben.Mehr Anzeigen 07.06.2019Den europäischen Gedanken lebenLandshut Europa kann nur funktionieren, wenn der europäische Gedanke gelebt wird – und das vor allem unter jungen Menschen. Dies war die Kernbotschaft des französischen Generalkonsuls Pierre Lanapats bei einem Gespräch mit dem niederbayerischen Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich in Landshut.Mehr Anzeigen 02.06.2019Neue Ansätze in der Kinder- und JugendpsychiatrieLandshut Mehr als 120 Pflegende aus ganz Süddeutschland trafen sich jetzt in Landshut zum überregionalen Austausch und zur fachlichen Fortbildung. Gastgeber des „15. Süddeutschen Fachtags für den Pflege- und Erziehungsdienst der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ war das örtliche Bezirkskrankenhaus.Mehr Anzeigen 31.05.2019