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07.09.2021
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Kontaktbeschränkungen verzerren das Bild – bei Alkohol- und Drogenkonsum

„Während des akuten Pandemiegeschehens gab es kaum Meldungen über exzessive Trinkgelage von Jugendlichen“, weiß Anna Neumair von der Suchtberatungsstelle der Caritas. „Dennoch vermuten wir: Corona hat viele Menschen häufiger zu Suchtmitteln greifen lassen. Eine weitere Schwierigkeit: der Konsum von Drogen hat sich in den privaten Raum verlagert.“ Seit Herbst 2018 wird die Frühintervention für erstauffällige Drogenkonsumenten (FreD) im Caritasverband FRG angeboten. Anna Neumair hat sich dafür eigens als FreD-Coach qualifizieren lassen. Sie wird von ihrer Kollegin Frau Verena Kurz unterstützt. Die Trainings richten sich dabei an Jugendliche (14-21 Jahre), die in Konflikt mit der Polizei, den Eltern, der Arbeitsstelle und/oder der Schule geraten sind und deshalb eine Auflage erfüllen müssen. „Aber auch wenn der Jugendliche für sich selbst erkannt hat, dass es mit den Drogen so nicht weitergehen kann, ist eine Teilnahme auf freiwilliger Basis möglich.“

Caritas: Anna Neumair und Verena Kurz sind Ansprechpartner beim FreD-Training.

Caritas: Anna Neumair und Verena Kurz sind Ansprechpartner beim FreD-Training.

Alleine Belehrungen oder gar Strafen helfen aus Erfahrung wenig. Umso zielführender ist der Austausch mit Gleichaltrigen, die sich in ähnlicher Situation befinden. Inhaltlich geht es im FreD-Kurs darum, alternative Wege aufzubauen und neue Perspektiven zu entwickeln. Und so läuft ein FreD-Kurs ab: ein erstes persönliches Gespräch (Intake), um über das Projekt zu informieren und die gegenseitigen Erwartungen zu klären. Es folgen 3 Seminareinheiten à 3 Stunden, anschließend ein individuelles Nachgespräch (Outtake). Alle Einheiten sind vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht. Der Jugendliche erhält eine Teilnahmebestätigung.

„Das war zwar mit den gebotenen Distanzregeln in diesen Zeiten etwas mühsam – Gruppenarbeit und -übungen waren ja nur eingeschränkt möglich, aber wir haben die Trainings entsprechend modifizieren können. Es ging uns vor allem darum, die jungen Menschen, ihre Freunde und Familien – trotz Corona – nicht alleine zu lassen. Und im geschützten Rahmen einen Ausweg aus den Drogen aufzuzeigen. “


- ng



Quellenangaben

Claudia M. Grimsmann

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