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17.10.2020
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In der Krise zeigt sich der Charakter

„Gefühlt haben wir die Flüchtlingskrise gerade gut gemeistert“, so Alexandra Aulinger-Lorenz, „schon mussten wir uns ‚Corona‘ stellen.“ Mit dieser Schlusspunkt fasste die Hauptberufliche Vorständin nicht nur ihre beruflichen Bemühungen zum abgelaufenen Caritasjahr zusammen, sondern bedankte sich für die verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit im ganzen Team. „In der Krise zeigt sich der Charakter des Menschen: Danke für das gute Miteinander!“

Aus- und Rückblicke

Der Vorstandsbericht umriss zwölf Monate berufliche Caritasarbeit in Auszügen: neben der internen Gremienarbeit wurde auch über die Eröffnung von neuen Einrichtungen (neu wird im Landkreis jetzt auch Insolvenzberatung von der Caritas angeboten. Die dritte heilpädagogische Wohngruppe „St. Christophorus“ der Kinder- und Jugendhilfe in Schönberg ist an den Start gegangen. Nach 10jähriger Plan- und Bauphase konnten die Modernisierung am Caritas Zentrum für geistige Entwicklung (Sport- und Werkbereich) abgeschlossen werden. „Neben dem Wachstum im Verband mussten wir uns im Berichtsjahr aber auch von verschiedenen Einrichtungen trennen: Dem ‚Christophorus Haus‘, ehemals Clearing- und Nachfolgeeinrichtung für minderjährige Flüchtlinge. Mit viel Wehmut mussten wir uns auch von der „Grünen Hand“ (Zuverdienstprojekt) trennen. Geänderte Förderrichtlinien erforderten die Schließung des Projekts. Leider konnte auch – trotz vieler Werbemaßnahmen – die notwendige Auslastung in der SENTA Röhrnbach (Senioren Tagesbetreuung) nicht erreicht werden. Viele Besucher haben uns aber die Treue gehalten und besuchen seit dem 31. Dezember nun die SENTA in Waldkirchen“, sagte Alexandra Aulinger-Lorenz. Neben Informationen zu personellen Neuerungen im Caritasverband FRG lieferte die Caritaschefin auch zentrale Ausblicke für 2020: So wird in Waldkirchen (im Gesundheitszentrum) ein zentrales Caritas Sozial- und Beratungszentrum entstehen. Da das „Vinzenzhaus“ dem Freyunger Kreisel weichen muss, wird die Sucht- Beratungsstelle vorerst in angemietete Räume am Klinikareal ziehen. Auch eine Integrations gGmbH für Menschen mit Handicap ist bereits in der Konzeptionsphase. „Das Projekt zielt darauf ab, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und somit eine dauerhafte Integration für diese Personengruppe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen.“ An den Bericht von Alexandra Aulinger – Lorenz anknüpfend präsentierte ihr Vorstandskollege, Josef Bauer, das Zahlenwerk zum Verbandjahr 2019: Dazu zählten neben der Bilanzstruktur und den wirtschaftlichen Entwicklungen, auch die Personalstatistik. Für den Schulbau mussten im vergangen Jahr z.B. 2,2 Mio. Euro zwischenfinanziert werden. „Im Focus stand dabei die Personal- und Finanzentwicklung. Mindesten zu jedem Quartalsende werden dem Aufsichtsrat die aktuellen Zahlen vorgelegt, so dass eine zielgerichtete Korrektur der eingeschlagenen Wege eingeleitet werden kann“, informierte der Aufsichtsratsvize Dr. Peter Robl. „Durch die Korrekturen der Kinder- und Jugendhilfe, dem Umbau des defizitären Zuverdienstprojekts ‚Grüne Hand‘, höhere Pflegesätze und dem tollen Engagement des Personals in der heilpädagogischen Tagesstätte und vieles mehr, konnte ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis erzielt werden. Für 2020 gehen wir von einem ‚positiven‘ Ergebnis aus.“ Der Kreis-Caritasverband beschäftigt 571 Mitarbeiter in 243 Vollzeitstellen. Damit zählt der regionale Sozialverband zu einem respektablen Arbeitgeber in Region.

Kontrolle und Beratung

Mit der Satzungsänderung im Juli 2017 ergab sich eine grundlegende Stärkung der Caritas FRG im operativen und strategischen Handeln: Die Installation eines sechsköpfigen - rein ehrenamtlich tätigen - Aufsichtsrats wurde dem Vorstand als Beratungsgremium zur Seite gestellt. Der Vorstand führt seither die Geschäfte eigenverantwortlich. „Im Gesamtrückblick auf 2019 zeigt sich, dass die Vorstände stets vor neue Herausforderungen, Zukunftspläne und –investitionen gestellt wurden, die sie mit viel Elan und Know-how sowie engagierten Verhandlungen mit den jeweiligen Kostenträgern meisterten“, lobte die Aufsichtsratsvorsitzende Irene Hilz. „Für den enormen Einsatz sowie für die vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit darf ich mich ganz herzlich bedanken. Mein Dank gilt natürlich auch den Mitglieder des Aufsichtsrats für ihr kompetentes ehrenamtliches Engagement.“ Ein weiteres „Herzensanliegen“ von Irene Hilz: Allen Caritasmitarbeitern für ihren Dienst und Einsatz am Menschen – vom Säugling bis zum Senior – Dank und Anerkennung aussprechen. „Bitte lassen Sie uns alle weiterhin gemeinsam so engagiert und mit Freude unseren Dienst am Nächsten ausführen. Damit wir als Wohlfahrtsverband unseren gesamtgesellschaftlichen und kirchlichen Auftrag mit Fachkompetenz und Empathie erfüllen können.“

Dr. Peter Robl als stellv. Aufsichtsratsvorsitzender griff in seinem Bericht die Sozialraumorientierung der Caritas auf. Denn neben der hauptberuflichen Arbeit sollte verstärkt auch auf das ehrenamtliche Wirken vor Ort gesetzt werden: „Ein Haushaltsposten, der zwar sehr klein ist, aber für einen vereinsrechtlich organisierten Verband von existentieller Bedeutung ist, ist der Posten ‚Mitgliedsbeiträge‘ – der stetig rückläufig ist. Dieses aus meiner Sicht auch gesellschaftliche Problem der Caritas und der Kirche, gilt es mehr in den Mittelpunkt zu stellen“, mahnte Aufsichtsratsvize Dr. Robl. „Neumitglieder werben und evtl. auch Pfarr- und Orts-Caritas-Vereine neue gründen – insbesondere in den Pfarreien, die nun in großen Pfarrverbänden organisiert sind und wo das Laien-Apostolat wieder gestärkt werden soll und muss – sollte uns allen ein Anliegen sein. Caritas muss in den Pfarreien geschehen! Darum auch von meiner Seite ihnen als Vertreter der Pfarr- und Ortsebene mein herzliches ‚Vergelt´s Gott‘ für die Treu und den Dienst in der Caritas.“

Aufsichtsratsvorsitzende Irene Hilz und ihr Stellvertreter Dr. Peter Robl übergeben dem neuen Aufsichtsrat Matthias Wendt (Mitte) die aktuelle Satzung des Kreis-Caritasverbandes Freyung-Grafenau e.V.
Aufsichtsratsvorsitzende Irene Hilz und ihr Stellvertreter Dr. Peter Robl übergeben dem neuen Aufsichtsrat Matthias Wendt (Mitte) die aktuelle Satzung des Kreis-Caritasverbandes Freyung-Grafenau e.V.

Herzlich willkommen!

Mit dem Ausscheiden von Max Niedermeier aus dem Aufsichtsrat des Kreis-Caritasverbands Freyung-Grafenau musste ein neues Mitglied im Aufsichtsrat gefunden werden. Matthias Wendt (Klingenbrunn) wird sich in Zukunft in diesem Gremium des Kreis-Caritasverbandes ehrenamtlich einbringen. „Als Geschäftsführer der Agentur für Arbeit und Volljurist deckt er bei uns bisher noch fehlende Beratungskompetenzen - auch im Sozialgesetzbuch III – ab. Ein echter Gewinn für uns!“, freut sich der Vorstand Josef Bauer.

Kurz-Profil Matthias Wendt, neues Aufsichtsratsmittglied im Kreis-Caritasverband Freyung-Grafenau e.V.

„Ich war ja schon immer auch bei der Kirche und der Jugendamt ehrenamtlich engagiert“, so der neue Aufsichtsrat Matthias Wendt. „Mir ist es wichtig meine fachliche Kompetenz mit meinem Wirken in der Region einbringen zu können. Als ich von Dr. Robl angefragt wurde, habe ich daher sehr gerne zugesagt. ‚Sei gut Mensch‘ ist das Motto der diesjährigen Caritas Kampagne: Hier geht es ums Handeln. Das gefällt mir!“

Matthias Wendt (41) hatte an der Passauer juristischen Fakultät sein zweites Staatsexamen 2008 abgelegt. Bevor er 2018 Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Deggendorf wurde, sammelte er berufliche Erfahrungen beim Landgericht Passau und bei den Jobcentern in Regen, Augsburg und Deggendorf. 2015 wurde ihm die Leitung des Deggendorfer Jobcenters übertragen.

Matthias Wendt lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Klingenbrunn.


- sb


Kreis-Caritasverband Freyung-Grafenau e.V.Firmenpartner-BronzeFirmenpartner BronzeFreyung

Quellenangaben

Kreis-Caritasverband Freyung-Grafenau e.V.

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