zurück zur Übersicht

17.09.2020
898 Klicks
teilen

Kammwanderung - vom Dreisessel bis zum Mühlviertel

Am 12. September machten sich die Wanderer entlang des Nordwaldkamms auf zu einer zweitägigen Wanderung vom Dreisessel nach Grünwald im Mühlviertel.

Der Verein Pro-Nationalpark Freyung-Grafenau war Organisator der Wanderung, die Waldführerin Jutta Pongratz führte die Gruppe an.

Bei sonnigem Wetter war am Samstag um 8:30 Uhr Treffpunkt am Dreisesselparkplatz. Entlang des Kamms am Dreisessel ging es zum Plöckenstein, Reischlberg, Hochficht und zum Stinglfelsen. Der Weg entlang der deutsch-tschechisch und österreichischen Grenze ist einer der großen Weitwanderwege und insgesamt ungefähr 162 km lang. Markiert ist der Wanderweg anhand einer blauen Markierung.

Alle Wanderer wurden mit tollen Ausblicken und wunderbarem Wanderwetter belohnt. Sehr beeindruckend war die Landschaft. Geprägt von Felsen und Totholzarealen, das jedoch bei genauem Hinsehen sehr viel Jungwuchs beinhaltet.

Nach ca. 18 km Fußmarsch erreichte die Gruppe ihr Nachtquartier in Ulrichsberg. Dort stärkte man sich für den nächsten Tag und ließ den Tag gemütlich ausklingen.

Am nächsten Tag war die Gruppe schon um 8:15 Uhr wieder vollständig, mit Wanderschuhen und Rucksack bepackt, vor dem Hotel versammelt. Zu Fuß ging es weiter über Hintenberg mit dem Aufstieg zur Jägerhütte. Der Weg zur Jägerhütte ist ein alter Handelsweg, auf ihm wurden Waren (hauptsächlich) Salz nach Tschechien transportiert. Umgekehrt wurden von Tschechien im Herbst große Gänsescharen nach Österreich getrieben. Die Holzhütte steht ziemlich einsam im Wald, ein kleiner fließender Brunnen vor dem Häuschen, manchmal mit Bier gefüllt, für die Wanderer. Richtig idyllisch.

Am Bärnstein angekommen konnte man bis zum Moldaustausee blicken. Die Aussicht war fantastisch, denn auch am zweiten Tag wurden die Wanderer von tollem Wetter begleitet.

Von dort ging es über den Schwarzenberger Schwemmkanal zum Liebesfelsen. An einem kleinen Teilstück wurde der Schwemmkanal wiederaufgebaut und es gibt dort manches mal eine Schauschwemme, wo sich Besucher über den Kanal informieren können. Er wurde zur Holztrift um 1789 vom Architekten Josef Rosenberger gebaut. Er ist mit ungefähr 51 km der längste Schwemmkanal im Böhmerwald und mündet in die Große Mühl. Auf ihr konnte das Holz bis zur Donau getriftet werden. Von den acht Millionen Festmetern Holz ging der größte Teil nach Wien. Größtenteils ist der Schwemmkanal noch gut erhalten.

Am Liebesfelsen überrascht wieder ein toller Fernblick. Hier gab es den letzten „Gipfelschnaps“ für diese zwei wunderschönen Wandertage.

Und natürlich durfte auch am zweiten Tag eine gute Einkehrstation nicht fehlen. Nach ca. 20 km kam die Gruppe am Tagesziel, dem Panyhaus an.

Nach der Wanderung waren sich alle einig, es waren gelungene zwei Tage, mit tollen Erklärungen von Jutta Pongratz, tollen Weitblicken und einzigartigem Wetter.

Falls auch Sie Interesse haben an einer Kammwanderung oder sonstigen Touren durch den Nationalpark, auf der Internetseite www.pro-nationalpark.de finden Sie eine Liste sowie Informationen der Mehrtageswanderungen.


- cg


Pro Nationalpark Freyung-Grafenau e.V.Annathal
Serie: Wandern im Bayerischen WaldTipps für Wanderungen, Ausflugsziele, Führungen und mehr...

Quellenangaben

Fotos: Konrad Graf, Christina Graf
Text: Christina Graf

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.


Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?


Ähnliche Berichte

Menschen, die Zukunft mit viel Leidenschaft gestaltenPassau Hans-Jürgen Buchner, Kopf der bayerischen Band "Haindling" ist einer der Interviewpartner in der INTERREG-geförderten Filmreihe "Wegbereiter – innovative Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Handeln in Niederbayern und Oberösterreich“.Mehr Anzeigen 21.01.2020Krimiwanderung - Keine Alleingänge!Eging In Eging am See jagen die Teilnehmer der Krimiwanderung einen berüchtigten Wilddieb aus dem 19. Jahrhundert.Mehr Anzeigen 09.09.2019Im Nationalpark gibt es 24 neue WaldführerSankt Oswald „Es war schon eine Herausforderung – aber wir haben auch unwahrscheinlich viel gelernt.“ Dieses Fazit haben die 24 frisch gebackenen Waldführer bei der Übergabe der Zertifikate im Waldgeschichtlichen Museum gezogen. Seit April haben sie sich in verschiedenen Ausbildungsblöcken Wissen rund um den Nationalpark Bayerischer Wald angeeignet und sind nun fit, Besuchergruppen zu führen.Mehr Anzeigen 11.08.2019Heinrich Vierlinger, ein Urgestein des Bayerischen WaldesFreyung Er zeigt den Gästen seine Wahlheimat, setzt sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ein, reist in ferne Länder, spricht vier Fremdsprachen und engagiert sich stark für den Verein Pro Nationalpark Freyung-Grafenau. Dies und vieles mehr beschreibt Heinrich Vierlinger aus Freyung.Mehr Anzeigen 14.06.2019Die 8. Schmankerlwanderung „Genuss am Fluss“ wieder ein voller ErfolgAicha v. Wald Drei Flüsse lagen in diesem Jahr auf dem Weg des Wanderevents „Genuss am Fluss“ der ARGE Ilztal & Dreiburgenland: Die Gaißa, die Kleine und die Große Ohe. Trotz der Schlechtwetterprognosen ließen sich 580 Wanderfreudige nicht davon abhalten am Sonntagmorgen den Rundkurs anzugehen.Mehr Anzeigen 13.05.2019Das Auerhuhn-Schutzprojekt im NationalparkGrafenau Finsterau. Die Besonderheiten der Auerhühner stellt ein Ranger des Nationalparks Bayerischer Wald im Rahmen der Sonderführungsreihe „Nationalpark aus erster Hand“ am Samstag, 16. Februar, vor.Mehr Anzeigen 11.02.2019