zurück zur Übersicht
24.07.2020
126 Klicks
teilen

Nationalpark testet Debarking Harvester

Seit gut einem Monat hat der Nationalpark Bayerischer Wald in den Rand- und Entwicklungszonen rund um Zwieslerwaldhaus eine neue Maschine zur Borkenkäferbekämpfung im Einsatz. Der Debarking Harvester entfernt dank eines speziellen Entrindungskopfes sofort nach dem Fällen befallener Fichten deren Rinde. Eine erste Bilanz zum Testeinsatz zog Franz Baierl, Sachgebietsleiter für Wald- und Flächenmanagement, nun bei einem Präsenationstermin mit Forstvertretern der Region.

"Für uns als Schutzgebiet besteht der große Vorteil darin, dass wir auf den Flächen, auf denen wir noch Borkenkäfermanagement betreiben, einen doppelten Effekt haben," erklärt Baierl. "Zum einen können wir dank der Maschine sehr schnell und effektiv den Buchdrucker bekämpfen, zum anderen können danach sowohl die geschälte Rinde als auch die gefällten Bäume im Wald verbleiben." Die Biomasse diene dann wiederum als Nährstoffquelle und Lebensraum für Waldarten. Zudem verringere sich gerade auf Nassböden die Druckbelastung auf den Untergrund, da die Bäume nicht aufwändig gerückt werden müssen.

Der deutschlandweit noch nicht flächendeckend im Einsatz befindliche Debarking Harvester fällt, entastet und entrindet in einem Arbeitsschritt von Borkenkäfern befallene Fichten.Der deutschlandweit noch nicht flächendeckend im Einsatz befindliche Debarking Harvester fällt, entastet und entrindet in einem Arbeitsschritt von Borkenkäfern befallene Fichten.


Baierl betonte zudem, dass die Maschine auch für Wirtschaftswälder interessant sein könnte. Eine geringe Menge des entrindeten Holzes wurde gerückt und an ein regionales Sägewerk verkauft. Das entrindete Holz war ohne Qualitätsverlust verwendbar. Somit sind sowohl die Nationalparkverwaltung als auch das abnehmende Sägewerk vollauf zufrieden. Die anwesenden Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, der Waldbauernvereinigungen sowie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erkannten weitere Vorteile für deren Einsatzmöglichkeiten.
So könne man in Borkenkäfer-Hochphasen etwa die Bäume nach der Ernte unbedenklich im Wald liegen lassen und erst später rücken. So werden keine Lagerflächen benötigt.


- sb


Nationalparkverwaltung Bayerischer WaldGrafenau

Quellenangaben

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald



Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?

Ähnliche Berichte

Auf der Suche nach Rindenschröter und GartenschläferFrauenau Leises Surren durchbricht die Stille. Die Sonnenstrahlen spiegeln sich auf der Wasseroberfläche. Ganz sanft wippen die Zapfen der Latschen im Wind. Und mittendrin tummeln sich ein paar Kleingruppen junger Naturfans aus ganz Deutschland. Einige davon blicken in Bestimmungsbücher, andere sind dabei Libellen oder Käfer zu fangen. Unterwegs sind sie im Rahmen eines Biodiversitätscamps rund um den Latschensee im Nationalpark Bayersicher Wald. Ihr Ziel: Möglichst viele spannende Arten finden.Mehr Anzeigen 17.08.2019Pilz hielt sich 34 Jahre lang verstecktLindberg (Zwieslerwaldhaus) Was eine naturnahe Landschaft ist und was nicht, darüber gehen die Meinungen oft auseinander. Dabei kann man sich in dieser Frage ganz auf die Natur selbst verlassen, denn ein naturnahes Ökosystem zeichnet sich meist durch ihre Naturnähezeiger aus: Das sind Tiere, Pflanzen oder Pilze, deren Existenz auf eine besonders ursprüngliche und unberührte Umgebung angewiesen ist.Mehr Anzeigen 23.06.2019Wilde Chance für den BerufseinstiegLindberg (Zwieslerwaldhaus) Eine Woche Natur erleben und sich auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten – mit diesem Gedanken kamen in der Karwoche 52 Studierende aus ganz Deutschland in den Nationalpark Bayerischer Wald.Mehr Anzeigen 27.04.2019Lust auf ein Open-Air-Semester?Grafenau Den Hörsaal für mehrere Monate mit der ursprünglichen Natur des Nationalparks Bayerischer Wald tauschen? Mit dem Commerzbank-Umweltpraktikum ist das kein Problem!Mehr Anzeigen 25.11.2017Ruckowitzschachten ist wieder beweidetLindberg (Zwieslerwaldhaus) In den nächsten Monaten ist für das Rote Höhenvieh des Nationalparks nun wieder Höhenluft angesagt. Bereits in der vierten Saison sorgt die aktuell achtköpfige Herde für eine größere Artenvielfalt auf dem Ruckowitzschachten.Mehr Anzeigen 04.07.2017Offenen Borkenkäfer-Fragen auf der SpurGrafenau In vielen Wirtschaftswäldern der Erde sind Borkenkäfer die gefürchtetste Schädlingsart. Im Nationalpark Bayerischer Wald ist das anders, da die Insekten hier als natürlicher Teil der Walddynamik wirken können.Mehr Anzeigen 22.03.2017