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07.08.2019
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Ausflugtipp: Ab in die Saulochschlucht!

Stolz ragt der Zwiebelturm der Barock-Kirche von Greising in den Himmel. Gleich daneben liegt der Startpunkt unserer Wanderung in die Saulochschlucht. Ein Schild mit einem Holzrad-Symbol kennzeichnet den Böhmweg, eine alte Handelsroute, die von der Donau zur Moldau führte. Ihm folgend geht es bergab nach Tattenberg. Erst stiefeln wir über Asphalt, dann auf lauschigen Forstpfaden durch den Wald. An einer Lichtung hat man eine tolle Fernsicht in die Ebene um Deggendorf. Am Talsträßchen im Dorf Tattenberg folgen wir der roten 1 Richtung Rohrmünz. Neben uns gurgelt der Saulochbach. Am Wegrand wachsen Farne und Bauernorchideen.

Bauernorchideen, auch drüsiges Springkraut genannt

Bauernorchideen, auch drüsiges Springkraut genannt

Bald lugen rechterhand die Nasen versteckter Felsen aus dem Gebüsch. Einer von ihnen zeigt mutig seinen ganzen Bauch. Wir kraxeln auf einem von Himbeeren überwucherten Pfad zu ihm hin und – welch’ Überraschung - stehen plötzlich in einem Mini-Klettergarten. Vor uns ragt ein steiler Felszahn und dahinter eine 12 Meter hohe Gneis-Wand empor. Daran verankerte Bohrhaken und eine Sicherungskette glänzen in der Sonne. Ganze 21 Kletterrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden sind hier angelegt. Jemand hat sie auf ein Blatt Papier gezeichnet und es in Folie am Fels befestigt. Wir bouldern etwas herum und bedauern, dass wir  keine Kletterausrüstung dabeihaben. Als Alternative machen wir eine ordentliche Brotzeit mit Wurst und Käse.

 

Tolle Felsen in der Saulochschlucht

Tolle Felsen in der Saulochschlucht

 

Weiter führt die Wanderung vorbei an einem kleinen Blockmeer. Der in der Eiszeit entstandene Geröllgletscher ist teilweise noch in Bewegung und spült seine Steine fast bis auf den Forstweg. Damit soll einer Sage nach früher der Teufel mit den Hexen Ballwerfen gespielt haben. Wer die Steine anschließend wieder säuberlich an die Seite gelegt hat, erzählt sie allerdings nicht.

Leicht bergan geht es weiter - immer parallel zum plätschernden Bach. Wir kommen an einem Materl vorbei, das die Geschichte eines einheimischen Bauern aus dem Jahr 1815 erzählt: Er hatte in der Stadt Fleisch gekauft und in seinem Rucksack verstaut, als er auf dem Heimweg im Wald auf einen Wolf traf. Aus Angst vor einem Angriff verfütterte er es an das Tier. Trotzdem folgte ihm der Wolf. In Todesangst schwor der Bauer einen Gedenkstein zu errichten, falls er lebendig heim käme.

Das Holzschild am Wanderweg mit Hinweis auf die Vereinshütte

 

Unsere Wurstbrote sind bereits vertilgt, also wandern wir ohne Angst vor Wölfen weiter leicht bergauf, bis ein schönes Holzschild den Weg zur Vereinshütte ‚Nest’ weist. Hier biegen wir rechts ab. Ein verwunschener Pfad führt uns zu diesem herrlichen Rastplatz, idyllisch gelegen auf einer Waldlichtung. Am Wochenende hat auch der Biergarten geöffnet. Folgt man hinter dem Haus einem unmarkierten Pfad in den Wald hinein, erreicht man später wieder die Straße und läuft rechts nach Greising zurück.

 

Gehzeit: ca. 2,5 - 3 Stunden

Höhenunterschied: 350 m

Schwierigkeit: Einfach. Das Klettern am Kletterfelsen ist nur geduldet und auf eigene Gefahr!

Einkehr: Vereinshütte Nest, Greisinger Hof, Berggasthof Geiss - Öffnungzeiten beachten!


- mh



Quellenangaben

Bericht u. Bilder: Monika Hippe



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