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02.08.2019
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Bogenshop Binder: Die Profis für Pfeil und Bogen

Das Hobby zum Beruf gemacht haben Manuela und Helmut Binder aus Neudorf bei Grafenau. Mit ihrem Bogenshop sind sie stationär wie online europaweit erfolgreich. Im Interview mit WAIDLER.COM erklären sie den Unterschied zwischen traditionellen Bögen und Sportbögen, welches Zubehör benötigt wird und was es mit 3D-Zielen auf sich hat.

 

Welche Bogentypen bieten Sie an?

Da sind zunächst die Recurve-Bögen zu nennen. Sie haben einen Holzkern sowie einen Fiberglasbelag, vergleichbar dem Sportbereich. Ein Visier kann angeschraubt werden. Die sogenannten Jagd-Recurve-Bögen sind einteilige Bögen, ohne Visiereinrichtung, mit Pfeilauflage. Moderne Langbögen sind aus Holz mit Fiberglasbelag und besitzen ebenfalls eine Pfeilauflage. Und schließlich die Primitiv-Bögen, aus einem Stück Holz gefertigt oder natürlichen Laminatschichten. Sie haben keine Pfeilauflage und sind sehr schwer zu schießen.

Sie bevorzugen das traditionelle Bogenschießen. Was ist der Unterschied zum Sportbogenschießen?

Grundsätzlich bevorzugen wir Naturmaterialien. Unsere Bögen und Pfeile sind aus Holz gefertigt. Die Federn stammen von Truthähnen. Nur die Sehnen sind aus Kunstfasern. Das traditionelle Bogenschießen ist ein instinktives Schießen, wir verwenden keine Zielvorrichtung, kein Visier am Bogen. Wir schießen bevorzugt auf einem Parcours auf 3D-Tierattrappen. Die jagdlichen Distanzen betragen zwischen fünf und 50 Metern, es gibt einen Abschusspflock. Die Wegführung ist vorgegeben.

Das klingt mehr nach Abenteuer als nach Sport. Wo gibt es solche Parcours?

In einem Umkreis von etwa 100 km gibt es ca. 10 Parcours, beispielsweise in Hauzenberg, Bischofsmais, Landau oder Schardenberg. Wir selbst haben hier in Neudorf auch einen Parcours und eine Indoor-Anlage im Keller, 13 mal 6 Meter groß.

Welche Produkte umfasst Ihr Sortiment noch, neben den selbstgebauten Bögen?

Beginnen wir mit den Pfeilen. Holzbogenschützen lieben Holzpfeile. Die hölzernen Pfeilschäfte beziehen wir von einer Rundstabfabrik in Hinterschmiding. Die Federn, das Leitwerk des Pfeiles, stammen von Truthähnen aus den USA. Es gibt ca. 3.500 verschiedene Typen, je nach Form, Farbe und Länge. Die Werkzeuge zum Federstanzen werden von der Behindertenwerkstätte in Freyung hergestellt. Zusammen mit der Spitze bilden Pfeilschaft und Federn den Pfeil. Kunden können sich ihren Wunschpfeil im Online-Shop selbst konfigurieren. Im Jahr verkaufen wir etwa 4 bis 5.000 Pfeile.

Die Handschuhe lassen wir produzieren. Selbst bearbeiten wir andere Utensilien aus Leder, wie Köcher, Armschoner oder Gürteltaschen. Die Köcher werden von uns punziert und bemalt, jedes Stück ist ein Unikat. Wir schmieden auch Messer.

Wir sind ferner stark im Dienstleistungsbereich engagiert. Wir stellen Kursprogramme zusammen, bieten geführte Parcourstouren an. Auch Firmenevents organisieren wir, ebenso Mittelalter- und Gartenmärkte. Immer mehr Hotels verfügen inzwischen auch über einen Parcours, und wir statten sie aus mit Zielscheiben, 3D-Attrappen sowie Bögen und Zubehör.

Sie haben Ihr Hobby zum Beruf gemacht. Angefangen im Nebenberuf ...

... mit einem Mini-Laden. Und da kam damals schon ein Kunde aus Wien angereist. Von Anfang an, also seit 2002, setzten wir auch auf den Online-Verkauf. Heute gehören wir sicher zu den fünf größten Bogensporthändlern für Endkunden in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien. Wir beschäftigen vier Angestellte in Vollzeit. Wir stellen auf 20 bis 25 Messen im Jahr europaweit aus, dazu kommen noch einige Jagdmessen. Etwa ein Drittel der Bögen bauen wir selbst, zwei Drittel beziehen wir vom Großhandel, vor allem die mit Fiberglasbelag.

 

Vielen Dank für das Gespräch.


- sh


Bogenshop BinderNeudorf

Quellenangaben

Text / Fotos: Dr. Stephen Hahn



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