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16.03.2019
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Fachgerechter Schnitt an Obstbäumen

Trotz der nasskalten Witterung kamen wieder zahlreiche Besucher in den Kreislehrgarten bei Patersdorf, um am Obstbaumschnittkurs teilzunehmen, zu dem der Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege eingeladen hatte. Im Kreislehrgarten stehen mehr als 100 Obstbäume verschiedener Arten und Wuchsstärken, so dass Kursleiter Klaus Eder in seiner theoretischen Einführung die unterschiedlichen Baumformen wie Säulen, Buschbaum und Halb- und Hochstamm nicht nur erklären, sondern auch zeigen konnte. Welche Größe ein Obstbaum erreichen wird, liegt jedoch nicht nur am Schnitt, sondern bereits in der Baumschule wird die Edelsorte auf die entsprechende schwach- oder starkwüchsige Unterlage (Wurzel) gepfropft.

Säulenformen verzweigen sich von Natur aus kaum, sie bringen lediglich kurzes Fruchtholz hervor und tragen nah am Stamm. Diese Bäume sollten stets mit einem Baumpfahl gestützt werden, weil heftiger Wind die schmalen Bäume umwerfen könnte. Buschbäume haben bereits mittlere Wuchsstärke, zeigen sich auch in rauen Lagen noch robuster und kommen auch mit weniger Pflegeaufwand gut zurecht. Pflanzabstände von etwa vier Metern sind hier meist ausreichend. Es haben also mehr Obstbäumchen im Garten Platz, sodass auch das große Arten- und Sortenspektrum besser genutzt werden kann. Noch widerstandsfähiger und ertragreicher sind Halb- und Hochstämme. Während der Hochstamm überwiegend im Streuobstanbau Verwendung findet, sind Halbstämme für den Hausgarten ideal. Sie können den Gartenbesitzer ein Leben lang begleiten, benötigen aber Pflanzabstände von mindestens sechs bis acht Metern.

Klaus Eder beim Beschneiden des Baumes.Klaus Eder beim Beschneiden des Baumes.


Am Korbiniansapfel in der Mitte des Lehrgartens zeigte Klaus Eder den richtigen Erziehungsschnitt, wie man langfristig eine gesunde, ertragreiche und stabile Baumkrone aufbaut. Kennzeichen des naturgemäßen Kronenaufbaus sind der gerade Stamm mit einer mittig verlaufenden Stammverlängerung (Mitteltrieb) und den drei Leitästen, die schräg nach außen gezogen werden. Durch jährliches geringes Einkürzen des Mitteltriebs und der Leittriebe erhalten diese die nötige Stabilität, um das daran ansetzende Fruchtholz zu tragen.

 Beim Rundgang durch die Anlage konnten noch viele Besonderheiten gezeigt und besprochen werden, auch Kursteilnehmer konnten ihre Schnittkenntnisse unter Beweis stellen. In den nächsten Wochen darf nun zuhause das Erlernte umgesetzt werden. Spätestens zum Austrieb sollten die Schnittmaßnahmen beendet sein. Korrigierende Maßnahmen sind dann zum Sommerschnitt möglich. Dazu gibt es wieder einen Kurs, und zwar am 6. Juli.


- sb

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Quellenangaben

Landratsamt Regen



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